MINSK, 25. Januar (BelTA) – Der Vorstandsvorsitzende der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Wladimir Karanik, hat im Interview mit dem Fernsehkanal „Belarus 1“ erzählt, wie die belarussischen Wissenschaftler Elektrofahrzeuge entwickeln und welche Aussichten es im Bereich der Biotechnologien gibt.
Auf die Frage, wann es in Belarus einen eigenen Elektroauto-Prototyp geben wird, sagte Wladimir Karanik: „Einen Prototyp gibt es bereits. Aber ursprünglich ging es um ein wissenschaftliches Programm zur Entwicklung einer Komponentenbasis für den elektrischen Transport.“
„Die Aufgabe bestand darin, unsere Autohersteller mit einer eigenen Komponentenbasis zu versorgen: Elektromotoren, Elektrogetriebe, Inverter. Die Idee war, ein komplettes Auto zu bauen. Vielleicht haben wir unsere Möglichkeiten etwas überschätzt. Wir wussten nicht, dass ein Elektroauto sehr viele Sicherheitssysteme hat, ein Multimedia-System, einen Fahrrahmen. Und der Versuch, sofort von einem Verbrenner zum Elektroauto zu übergehen, hat leider kein gutes Ergebnis für die Verbraucher gebracht“, sagte der NAN-Vorsitzende.
Wladimir Karanik betonte, dass einheimische Elektroautos unbedingt nachgefragt werden: „Das sind Fahrzeuge für spezielle Zwecke, Kommunaltechnik. Das ist ein E-Bus für den Botanischen Garten, den wir im Moment entwickeln und herstellen werden. Elektrische Lade-Fahrzeuge, Elektrofahrzeuge für Flughäfen. Wir haben unsere Nische gefunden.“
„Das Automobilwerk BELGEE baut ein eigenes Elektrofahrzeug. Das Auto hat hervorragende Verbrauchereigenschaften - das kann ich als Fahrer sagen, aus meiner Erfahrung. Und die Aufgabe ist es jetzt, unsere Kompetenzen zu nutzen, um eigene Entwicklungen besser zu lokalisieren, anstatt ein E-Auto von Null an und bauen“, fügte er hinzu.
Der Vorstandsvorsitzende der Nationalen Akademie der Wissenschaften erzählte auch, dass belarussische Wissenschaftler im Bereich der Biotechnologien aktiv arbeiten. „Das ist ein sehr breites Feld. Es umfasst Medizin, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. Wir versuchen in all diesen Bereichen, eigene Produkte zu entwickeln, um die Effizienz der technologischen Prozesse in unseren Betrieben zu steigern. Wir wollen bei neuen Behandlungsmethoden voranschreiten, besonders wenn es um sozial relevante Krankheiten geht wie Diabetes, Krebserkrankungen. Weitere Aufgaben stellen sich die Bioingenieure in der Lebensmittelindustrie – neue Produkte mit neuem Geschmack. Hauptsache, dass diese Produkte gesund, sicher und ökologisch sauber sind“, resümierte Wladimir Karanik.
