MINSK, 17. März (BelTA) - Belarus wird Lastkraftwagen mit litauischer Zulassung nicht konfiszieren. Das erklärte der belarussische Premierminister Alexander Turtschin während eines Treffens mit litauischen und polnischen Spediteuren.
Internationale Speditionsunternehmen haben sich mit einem Schreiben an den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko gewandt. Darin haben sie ihn gebeten, die Situation rund um die Lastkraftwagen mit litauischer Zulassung zu regeln. Der belarussische Staatschef hat das Anliegen geprüft und aus humanitären Überlegungen beschlossen, den Regierungschef mit der Lösung dieser Frage zu beauftragen. Alexander Turtschin hat sich heute mit den Spediteuren getroffen und ihre Position zur Kenntnis genommen.
„Trotz einer offenkundig unfreundlichen Politik der Nachbarstaaten nehmen wir in Belarus eine konstruktive Position ein und sind gewillt, die Interessen aller Beteiligten bestmöglich zu berücksichtigen. Trotz der Möglichkeit, die in Belarus befindlichen Fahrzeuge zu beschlagnahmen, haben wir diese Absicht nicht und wollen das nicht tun. Unser Wunsch ist es, eine konstruktive Einigung zu erzielen und einen Ausweg aus der entstandenen Situation zu finden. Die Vertreter des Litauischen Verbandes der Frachtführer hatten die Gelegenheit, sich zu überzeugen, dass alle Fahrzeuge auf bewachten Parkplätzen sind und sich in einwandfreiem Zustand befinden. Der Eigentümer dieser Parkplätze ist ein kommerzielles Unternehmen. Wir haben auch unsere Position klar artikuliert: Alle Kosten müssen kompensiert werden“, sagte Alexander Turtschin.
Die ausländischen Spediteure sind von ihren Regierungen praktisch ihrem Schicksal überlassen worden. Infolge politisch motivierter Entscheidungen, darunter Beschränkungen des Transits und Schließung der Grenzübergänge, sind etwa tausend Lastkraftwagen mit litauischer Zulassung in Belarus steckengeblieben und können nicht mehr uneingeschränkt auf ihren gewohnten Routen arbeiten.
„Wir haben unseren Kollegen aus der Republik Litauen seit 4 Monaten vorgeschlagen, sich zu treffen und Verhandlungen zu führen, um Maßnahmen zur Regelung dieser und anderer Fragen in den bilateralen Beziehungen zu erarbeiten. Leider hat die litauische Regierung wahrscheinlich wichtigere Angelegenheiten, als sich mit den Problemen der eigenen Unternehmen zu befassen“, sagte Alexander Turtschin.
Die belarussische Seite ist bereit, die entstandene Situation zu prüfen, um mögliche Wege zu ihrer Lösung zu suchen. Heute traf sich der Premierminister mit litauischen und polnischen Spediteuren, um ihre Position anzuhören.
