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Gesellschaft
18 Juni 2020, 15:47

Mit Stolz im Herzen. Technolit - von den kühnen Ideen bis zum erfolgreichen Privatunternehmen

Die Geschichte von Technolit reicht zurück in das Jahr 1997, als ein 12-köpfiges Team aus Mogiljow einen kleinen Genossenschaftsbetrieb für Kolbenringproduktion gegründet hat. Heute besitzt dieses erfolgreich agierende Privatunternehmen genug Wissen und Innovationen, um den einheimischen Maschinenbau mit hochwertigen Produkten zu versorgen.

Technolit Mogiljow ist eines der führenden Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Komponenten und Ersatzteilen für Automobil-, Straßen-, Eisenbahn-, Landwirtschafts-, Bau- und Sondertechnik spezialisiert. Sein Produktionsschwerpunkt sind Kolbenringe und Zylinderlaufbuchsen aus verschleißfestem Gusseisen. Für seine innovative Gefrierguss-Technik wurde das Unternehmen mit einer Staatsprämie ausgezeichnet. Technolit beschäftigt heute fast 400 Mitarbeiter und stellt seine Produkte in Klein- und Massenproduktion her.

Alexander Bodjako, Generaldirektor und Gründer von Technolit:

„Ich habe Maschinenbau studiert und arbeitete zuerst an der Hochschule für Metalltechnologie in Mogiljow. Aber ich war von Natur aus ein Rebell und wollte schon immer etwas Neues ausprobieren. So geschah es, dass ich eine Zeit lang in der Forschung arbeitete, bis ich genug Wissen sammelte, um einen eigenen Weg zu gehen.“

„In den 1990-er Jahren mussten wir schon einige Strapazen auf uns nehmen. Wir hatten kein Geld, dafür aber einen großen Wunsch, uns zu entwickeln. Wir kauften uns gebrauchte Werkzeugmaschinen, bastelten an ihnen herum und modernisierten sie. Die Geldnot trieb uns voran. Alles, war wir erfunden oder entwickelt haben, war wie durch Zufall geschehen, obwohl man verstand, dass ohne ein ständiges Versuchen wir keinen Erfolg erzielt hätten. Praktische Erfahrungen waren nicht immer ausreichend, deshalb las ich viel Fachliteratur. Ich stieg von Schweißen auf Gießen um, ein Terrain, von dem ich nur wenig Ahnung hatte. Nach und nach eignete ich mir das nötige Wissen an und begann, Pläne zu schmieden und eigene Ideen zu verbreiten, auch wenn ich dabei ausgiebig ausgelacht wurde. Aber meinen eigenen Weg habe ich bereits gefunden.

Dieser Weg führte mich aus der Wissenschaft in die Produktion. Mein erster Genossenschaftsbetrieb beschäftigte nur 12 Mitarbeiter. Wir kauften Produktionsanlagen und stellten das, was sich gerade einer erhöhter Nachfrage erfreute – Kolbenringe. Ich war überzeugt, dass man den Gewinn in die Modernisierung der Produktion investieren sollte. Nicht alle waren damit einverstanden, deshalb löste sich der Genossenschaftsbetrieb sehr schnell auf. Aber die Produktion war mir in Fleisch und Blut übergegangen. Bald darauf verließ ich die Hochschule für Metalltechnologien.

Wir zogen in ein halb verfallenes und mit Bäumen bewachsenes Gebäude am Rande der Stadt ein. Langsam bauten wir es wieder auf und kauften die ersten Produktionsmaschinen. Das war die Geburtsstunde von Technolit.

Später lernte ich Leiter führender Branchenbetriebe kennen. Sie haben in gewisser Weise die Patenschaft über mich übernommen. Schritt für Schritt erschloss ich nicht nur die Industrie, sondern auch den Handel.

Wir arbeiteten auf gemieteten Werkzeugmaschinen und Anlagen. Wir setzten auf hohe Produktionseffizienz, kleine Lieferpartien und geringe Preise – so besetzten wir eine eigene Nische auf dem Markt. Aber nach und nach bauten wir unsere Produktion aus und mussten Gießereischmelzöfen kaufen.

Gießen war nie mein Ding. Ich sah, wie oft die Öfen kaputt gingen, und war überzeugt, dass man auch anders kann. Vor uns lag ein holpriger Weg voller neuen Ideen, Versuche und Entwicklungen…“

Technolit heute

Das Werk beschäftigt heute fast 400 Menschen. Das Durchschnittsalter der Arbeiter ist 36 Jahre. Hier werden nicht nur Elemente für Schiffe, Panzer, Züge, Traktoren und sonstige Geräte gemacht, sondern neue Werkzeugmaschinen entworfen. Zusammen mit Alexander arbeitet die ganze Familie im Werk – seine Frau und die beiden Söhne.

Konstantin Bodjako, der jüngere Sohn, ist HR-Manager und Vizedirektor für Produktion

„Wir sind sehr daran interessiert, dass unsere Arbeiter ihre Kompetenzen verbessern und hochqualifiziert sind. Jeder Dritte hat einen Hochschulabschluss. Wir schenken der Ausbildung künftiger Fachkräfte eine große Aufmerksamkeit und suchen uns die potentiellen Bewerber bereits unter den Studenten der Belarussisch-Russischen Universität aus. Das Studium hat Priorität, weil man ohne fundiertes Wissen später keine praktische Tätigkeit ausüben kann.“

Das Werk besteht aus mehreren großen Gebäuden, wo sich Werkhallen für Herstellung von Zylinderlaufbuchsen und Kolbenringen, eine Gießereihalle, eine Prüfstelle, Büros für Konstrukteure und Ingenieure befinden. Die Gießereihalle mit einer monatlichen Kapazität von 600 t Guss ist das Herzstück des Produktionsbetriebs.

Alexander Galanow, arbeitet seit 1998 bei Technolit.

„Technolit ist ein Werk mit einer guten Geschichte, einem eingespielten großen Kollektiv und hochqualifizierten Fachkräften. Das ist wie ein Schiff, das einen sicheren Kurs eingeschlagen hat. Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, das Werk zu verlassen.“

Die Werkskantine bietet den Mitarbeiterinnen des Betriebs ein sorgfältig ausgewähltes Tagesmenü an. Der Betrieb kommt für 60 Prozent der Mittagsessenskosten auf.

Konstantin Bodjako: „Wenn der Arbeitgeber keine normalen Arbeitsbedingungen geschaffen hat, darf er von der Arbeitern nicht verlangen, dass sie volle Leistung erbringen. Komfortable Arbeitsbedingungen gelten sowohl für den Arbeitsplatz als auch für den Erholungsraum. Deshalb versuchen wir, unseren Werksmitarbeitern ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Menü anzubieten.

Die beste Motivation für erfolgreiche Arbeit ist der Bonus für Mitarbeiter. Die Zulagen auf das Gehalt signalisiert eine Wertschätzung der Person und eine Anerkennung der Leistung. Unsere Verträge sehen Beihilfe zu verschiedenen Festen, zu Kindergeburt oder zum Tod eines Verwandten vor. Wir helfen finanziell denjenigen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.“

Technolit heute ist ein erfolgreiches privates Produktionsunternehmen, das mit vielen führenden staatlichen Großunternehmen eng zusammenarbeitet: Belarussische Bahn, BelAZ, MTZ, Aggregatenwerk Borissow usw. Technolit ist für viele Produktionsbetriebe ein exklusiver Lieferant von Ersatzteilen und Bauelementen. Rund 60 Prozent der Produkte werden auf die Märkte Europas, des Nahen Ostens und Afrikas exportiert. In den letzten 3 Jahren hat sich das Produktionsvolumen mehr als verdoppelt, die Löhne stiegen um das 1,5fache.

Heute arbeitet das Unternehmen an innovativen ambitiösen Projekten, zum Beispiel zur Herstellung der Holzkohle aus technischem Holz. Das ist eine eigene Entwicklung – umweltfreundlich, energieeffizient und hochleistungsfähig.

Alexander Bodjako: „Es gibt keine Formel des Erfolgs. Man muss lieben, was man tut. Man muss mit seinen Mitarbeitern gerecht umgehen und wissen, dass die Familie für einen immer da ist. Man muss an sich glauben, nach neuen Wegen suchen und viel lernen. Man muss Fehler machen dürfen. Denn Fehler sind es, die uns weiter motivieren und Kraft geben, neue Felder zu beschreiten.“

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