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22 Februar 2026, 10:27

Orthodoxe Gläubige begehen den Vergebungssonntag 

MINSK, 22. Februar (BelTA) - Heute feiern die orthodoxen Gläubigen den Vergebungssonntag. Dieser Feiertag markiert das Ende der Masleniza-Woche (Butterwoche), die der Großen Fastenzeit vorausgeht.

Die Orthodoxe Kirche lehrt, dass wir zuerst Frieden mit unseren Mitmenschen schließen sollten, bevor wir die Versöhnung mit Gott suchen. An diesem Tag ist es traditionell Brauch, einander um Vergebung für alle sichtbaren und unsichtbaren Verfehlungen zu bitten und dabei zu sagen: „Gott wird vergeben.“ Dies drückt die Hoffnung aus, dass Gott im Himmel einen Menschen nicht für das zur Rechenschaft zieht, was ihm auf Erden vergeben wurde. Im Matthäusevangelium steht geschrieben: „Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.“

An diesem Tag wird im Abendgottesdienst in den Kirchen ein Vergebungsritual vollzogen, das an den alten Brauch ägyptischer Mönche erinnert, die sich vor Beginn der Fastenzeit und Ostern für 40 Tage in die Wüste zurückzogen, um sich ganz dem Gebet zu widmen. Manche kehrten nie zurück: Einige wurden von wilden Tieren zerrissen, andere kamen in der leblosen Wüste um. Allen war bewusst, dass ihr Treffen am Vorabend der Fastenzeit ihr letztes sein könnte. Deshalb baten die Mönche einander beim Abschied um Vergebung für alle Vergehen, ob absichtlich oder unabsichtlich, wie vor dem Tod. Mit der Zeit wurde dies zu einer Tradition unter allen Gläubigen.

Am Vergebungssonntag haben die Gläubigen im Gottesdienst die Gelegenheit, die Lesung aus dem Evangelium zu hören, die von der Vergebung der Sünden, dem Fasten und dem Sammeln himmlischer Schätze spricht. Die Kirche unterweist die Gläubigen im richtigen Verhalten während der Fastenzeit und ruft die Gemeindemitglieder auf, alle Beschwerden und Sünden zu bereuen, Frieden zu schließen und alles Angesammelte zu vergeben. Eine der Regeln lautet: „Richtet euren Nächsten nicht.“ Die Priester selbst geben ein gutes Beispiel und bitten ihre Gemeinde als Erste um Vergebung.

An diesem Tag ist es Brauch, die Gräber verstorbener Verwandter und Angehöriger zu besuchen, um in Gedanken die ihnen einst zugefügten Vergehen zu bereuen.

Am Vergebungssonntag isst man zum letzten Mal Fleisch. Am Montag, dem 23. Februar, beginnt für orthodoxe Christen die Große Fastenzeit.
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