MINSK, 9. März (BelTA) - Belarus plant die Errichtung eines BELAZ-Montagewerks in Usbekistan. Dies gab Außenminister Maxim Ryschenkow im Fernsehsender Belarus 1 bekannt.
„Es handelt sich um bedeutende Projekte wie die Montage der BELAZ-Muldenkipper. Für Usbekistan bringt dies eine Entwicklung von Kompetenzen mit sich, da angestrebt wird, einen gewissen Grad an Lokalisierung zu erreichen. Das erfordert höchste Fachkenntnis und sorgt für ein gewisses Maß an technologischer Sicherheit. Usbekistan hat viele Vorkommen seltener Metalle und Mineralien. Für ein Land mit diesen Ressourcen ist der Aufbau einer eigenen Produktionsstätte nicht nur eine Frage der hohen Fachkompetenz, sondern auch der technologischen Sicherheit“, erklärte Maxim Ryschenkow.
Er erinnerte daran, dass Belarus und Usbekistan eine gemeinsame Geschichte verbindet. Beide Länder waren Teil der Sowjetunion, und schon damals waren die Kontakte zwischen den beiden Republiken sehr eng. „Wir haben seit jeher Baumwolle, Obst und Nüsse aus diesem Land bezogen. Auch unsere Industrieprodukte wurden dorthin exportiert. Usbekistan besaß übrigens während der Sowjetzeit eine sehr bedeutende eigene Industrie. Diese wird nun erfolgreich gefördert. Unsere Kooperationsbeziehungen mit dieser Republik gestalten sich daher sehr positiv“, bemerkte der Minister.
Die Grundlage für die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Belarus und Usbekistan bilden heute ihre ambitionierten Entwicklungspläne. „Wir konkurrieren nicht miteinander, sondern ergänzen uns in vielen Bereichen. Das Wachstum des Handelsvolumens bestätigt, dass wir diese Beziehungen sehr gerne weiterentwickeln. Exporte und Importe steigen, und auch die Zahl der Industrie- und Kooperationsbeziehungen nimmt zu“, erklärte der Außenminister.
Seinen Angaben zufolge sind in Usbekistan rund 250 Unternehmen mit belarussischem Kapital registriert. Auch eine beträchtliche Anzahl usbekischer Geschäftsleute ist in Belarus aktiv.
Als Beispiel für ein gemeinsames Projekt nannte Maxim Ryschenkow die Organisation der Geflügelproduktion in Usbekistan. Ein belarussisches Unternehmen hat dort eine Niederlassung eröffnet. Aufgrund seiner Bedeutung wird dieses Projekt von der usbekischen Staatsführung persönlich betreut.
„Wir bereiten für den Besuch des usbekischen Präsidenten mehrere sehr interessante Initiativen vor, darunter die Eröffnung eines usbekischen Handelshauses und - was unsere Feinschmecker interessieren dürfte - eines authentischen usbekischen Restaurants. Das sind zwar nur kleine Gesten, aber sie zeigen, wie tiefgreifend und vielfältig sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern entwickeln“, fügte der belarussische Diplomat hinzu.
Am 9. März traf der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko mit Rachmatulla Nasarow, dem usbekischen Botschafter in Belarus, zusammen. Eines der Themen des Treffens waren die Vorbereitungen für den Besuch des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew in Minsk.
„Wir möchten unsere Zusammenarbeit sehr gerne vertiefen und ausbauen. Was sind schon zwei Milliarden Dollar für unsere Länder? Fast nichts. Deshalb sind wir bereit, genauso schnell voranzukommen, wie Ihr Land dazu in der Lage ist“, betonte Alexander Lukaschenko.
Im Jahr 2025 belief sich der Handelsumsatz zwischen Belarus und Usbekistan auf fast 855 Millionen Dollar, was 134,8 % des Niveaus von 2024 entspricht. Belarus verzeichnet einen positiven Handelssaldo von über 517 Millionen Dollar. Der Aufwärtstrend beim Handelsumsatz setzt sich in diesem Jahr fort. Auch der Dienstleistungshandel wächst. Er stieg 2025 im Vergleich zu 2024 um 56,1 % auf 207,9 Millionen Dollar. In Usbekistan sind 229 Organisationen registriert, deren Gründer in Belarus ansässig sind.
