Die Fluggesellschaft Belavia feiert am 5. März ihr 30-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit hat sie über 39 Millionen Passagiere befördert und über 476.000 Flüge durchgeführt. Die Flotte wurde erneuert – alte Tu-134 Maschinen wurden durch Boeing 737-8 und Großraumflugzeuge ersetzt. Über die Erfolge und Pläne des nationalen Luftfahrtunternehmens lesen Sie in diesem Beitrag.
Wichtige Meilensteine
Jedes Jahrzehnt musste die Fluggesellschaft gleich intensiv erleben. Jedes Jahrzehnt war ereignisreich. Bereits 2011 überschritt die Zahl der Fluggäste erstmals die 1-Mio.-Grenze, 2019 waren es vier Millionen. Mit COVID-Einschränkungen und den Sanktionen musste die gesamte Luftfahrtbranche harte Schläge einstecken lassen. Aber allmählich erholte sich der Betrieb. Das Ergebnis des Jahres 2025 – fast 2,1 Millionen Passagiere, das sind 8,4 % mehr als im Jahr 2024.
„Die Ergebnisse der letzten Jahre sind sehr gut. Das Kollektiv wächst, die Flugzeugflotte wird größer“, sagte Belavia-CEO Igor Tscherginez auf einer Pressekonferenz im Nationalflughafen Minsk anlässlich des Jubiläums.
Das offizielle Gründungsdatum der Fluggesellschaft ist der 5. März 1996, aber tatsächlich beginnt ihre Geschichte am 7. November 1933 mit der Eröffnung des Minsker Flughafengebäudes und dem ersten Post-Passagierflug nach Moskau. Einige Jahre später wurden solche Flüge regelmäßig durchgeführt. „Es gab schwierige und erfolgreiche Zeiten, aber wir haben in unserer Entwicklung nie stillgestanden. Wir haben die Flotte modernisiert und einen Technologiesprung geschafft. Ab 2003 begannen wir mit dem Betrieb westlicher Technik. Die erste Boeing 737-500 war bis 2021 im Einsatz“, berichtete Igor Tscherginez.
Die Fluggesellschaft war in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter. Zum Beispiel war sie eine der ersten in der GUS, die mit dem Online-Ticketverkauf begann, und eine der ersten im postsowjetischen Raum, die der International Air Transport Association (IATA) beitrat. Das zeugte davon, dass die Gesellschaft allen internationalen Standards entsprach. Hier arbeitet die erste Pilotin in der Geschichte der zivilen Luftfahrt des Landes. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt drei Pilotinnen.
Ein bedeutender Schritt war der Kauf von Luftfahrzeugen eines neuen Typs. Mit Airbus A330-200 führt die Fluggesellschaft seit 2025 Langstreckenflüge durch. Touristen können direkt von Minsk zu beliebten Urlaubszielen in China, Sri Lanka, Vietnam und Thailand reisen. Derzeit führt die Fluggesellschaft regelmäßige und touristische Charterflüge in 18 Länder durch. Dabei werden sowohl der Hauptstadtflughafen als auch die Flughäfen in den Regionen genutzt.
Städte am Himmel
Zu Ehren des Jubiläums wurde eine neue Sonderbemalung für den Langstrecken-Airbus A330-200 vorgestellt. Der gedankliche Kern des Designs ist der Slogan "Wir verbinden". Neben dem Jubiläumslogo an den Triebwerken sind auf dem Rumpf Bilder einiger Städte, die von der Fluggesellschaft angeflogen werden, und kultureller Objekte aus Minsk erschienen.
Zu sehen sind acht Sehenswürdigkeiten: die Schlossbrücke (Sankt Petersburg), der Galataturm (Istanbul), die Flammentürme (Baku), stilisierte Darstellungen einer traditionellen chinesischen Pagode und Drachen, die die chinesische Kultur symbolisieren, ein Fragment des Kreml-Ensembles (Moskau), der Burj al-Arab (Dubai), die Troizkoje Altstadt (Minsk) und das architektonische Ensemble „Das Minsker Tor“
Für die Gestaltung wurde die Beklebungsmethode verwendet. Die Arbeiten wurden während einer planmäßigen Wartung durchgeführt. Jedes der Elemente ist im Durchschnitt 2,5 bis 3 m lang.
„Der Slogan 'Wir verbinden' bedeutet nicht nur die Durchführung von Flügen von Punkt A nach Punkt B. Hinter diesen Worten steckt viel mehr als nur Städte auf der Landkarte. Wir verbinden Familien, Menschen, Ziele, Träume“, betonte Igor Tscherginez.
Die Jubiläumsbemalung ist das dritte kreative Experiment von Belavia in den letzten drei Jahren. Im März 2024 erhielt die "Embraer-175" eine "Weltraumbemalung" zu Ehren des Fluges ins All von Marina Wassilewskaja, die über 7 Jahre bei Belavia gearbeitet hatte. Am 14. November 2024 erhielt eine "Embraer-195" als Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Eishockeyclub Dinamo Minsk eine exklusive Bemalung: Auf dem Rumpf wurden ein stilisierter belarussischer Ornament und ein Wisent aufgebracht.
Bei der Entwicklung der ersten beiden Designs hielt sich Belavia an die Markenfarben – Kornblumenblau-, Hellblau-, Schwarz- und Weißtöne. Auch die Jubiläumsbemalung bewahrt die traditionelle Identität der Fluggesellschaft.
Vorteilhafte Partnerschaft
Die Entwicklung der Fluggesellschaft ist eng mit dem Nationalflughafen Minsk verbunden. „Wir gehen Hand in Hand, arbeiten zusammen an der Verbesserung der Servicequalität und führen neue Technologien ein. Wenn wir 1999 etwa 300.000 Passagiere abgewickelt haben, waren es 2025 fast 3 Millionen, von denen etwas mehr als 2 Millionen die Dienste von Belavia in Anspruch nahmen“, erzählte Generaldirektor des Nationalflughafens Wladimir Tschereuchin.
Im kommenden Fünfjahreszeitraum wird die Infrastruktur des Nationalflughafens Minsk modernisiert. Es geht um die Rekonstruktion der Vorfeldbeläge und den Anbau eines neuen Passagierterminals an das bestehende Gebäude. Dies wird es ermöglichen, gleichzeitig vier Flugzeuge vom Typ Airbus A330-200 über Fluggastbrücken abzufertigen, ohne Busse einsetzen zu müssen.
Demnächst soll die Selbstregistrierung in Probebetrieb genommen werden. Auch der Frachtkomplex wird weiterentwickelt.
Was ist geplant?
Belavia rechnet mit einer Vergrößerung der Flotte und des Beförderungsvolumens sowie einer Ausweitung der Fluggeografie. Die Fluggesellschaft setzt große Hoffnungen auf die Wiederherstellung des Flughafens Grodno, der in Zukunft Flugverbindungen aufnehmen kann.
„Wir sind bereit, Programme zur Entwicklung des Tourismus umzusetzen. Diesem Bereich wird im Land große Aufmerksamkeit geschenkt. Derzeit führen wir Flüge von Gomel, Brest, Witebsk und Mogiljow durch“, betonte Igor Tscherginez.
Im Service-Bereich wird viel erneuert. Demnächst wird es möglich sein, zusätzliches Bordessen über die Belavia-Website zu bestellen. Seit November letzten Jahres haben Passagiere 4.700 Portionen gekauft.
Menschen der Branche
Hinter jedem Flug steckt eine verantwortungsvolle Arbeit vieler Spezialisten. Dazu gehören auch die Flugbegleiter. Seit mehr als fünf Jahren arbeitet Andrej Korschenewski bei Belavia. Früher hat er beim Zoll gearbeitet. „Was mich begeistert, ist die Kommunikation mit Menschen und das Reisen“, teilte er mit. „Mit den Kollegen finden wir immer eine gemeinsame Sprache. Unvergesslich war der erste Flug – es war aufregend. Während meiner Arbeit hat es ziemlich viele kuriose Situationen gegeben. Einer der letzten Fälle war eine Katze, die aus der Transportbox ausbüxte, und die Suche nach ihrem Besitzer.“
Sechs Jahre arbeitet auch Stefania Kostenko bei der Fluggesellschaft. „Das ist meine erste Arbeitsstelle, ich bin direkt nach der Schule gekommen“, erzählte sie. „Es ist anstrengend, aber ich habe hier viel gelernt, vor allem körperliche und psychische Ausdauer. Bei der Arbeit mit Menschen muss man zu jedem einen Zugang finden. Ich fliege mit Langstrecken-Airbussen. Zuerst war es ungewohnt – er ist größer als die anderen Linienflugzeuge. Die Anzahl der Menschen hat zugenommen, die Servicetechnologie hat sich geändert. Aber es gefällt mir sehr gut. Es gab verschiedene Fälle, auch solche, wo Passagiere medizinische Hilfe benötigten. Und hier ist es wichtig, immer Ruhe zu bewahren.“
Ihre Kollegin Anastassija Stankewitsch fügte hinzu, dass sich die Mitarbeiter schnell an das neue Flugzeug gewöhnt haben: „Unsere Arbeit ist es, komfortable Bedingungen an Bord zu schaffen, damit sich alle Passagiere völlig sicher fühlen.“
Belavia ist eine Marke, auf die das Land zu Recht stolz ist. Die Ereignisse in der Welt stellen die Fluggesellschaft vor neue Herausforderungen. Wünschen wir den Fliegern, dass sie die Schwierigkeiten erfolgreich überwinden und neue Höhen in ihrem Kurs erreichen.
