MINSK, 20. März (BelTA) – Die Nationalbank schließt nicht aus, dass sie den Leitzins senken wird. Dies erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Nationalbank, Andrej Kartun, in einer wirtschaftlichen Sendung des Fernsehsenders "Belarus 1".
"Wir schließen nicht aus, dass wir im Zuge des Rückgangs der Inflation und aller anderen Faktoren zu dem Punkt kommen werden, an dem wir den Leitzins senken. Eine solche Entscheidung drängt sich ja eigentlich auf. Aber hier müssen wir alle Risiken berücksichtigen: was im Nahen Osten passiert, was in der Wirtschaft vor sich geht, was mit der Inflation im Land geschieht – die sich übrigens bereits im Februar verlangsamt hat (wenn man nur den Februar betrachtet, hatten wir in den letzten neun Jahren ein solches Tempo im Februar nicht)", so Andrej Kartun.
Seinen Worten zufolge könnten hier auch administrativer Art beeinflussende Entscheidungen eine Rolle gespielt haben – etwa die Verschiebung der Anpassung der Tarife für Wohnungs- und Kommunaldienstleistungen. "Und wir werden dann im April eine etwas höhere Inflation im Vergleich zur normalen Entwicklung sehen, denn in den Nebenkostenabrechnungen werden dann bereits die erhöhten Preise auftauchen. Dies beeinflusst jedoch die Gesamtinflationsrate in keiner Weise – es handelt sich lediglich um einen Preisanstieg in einem einzigen Segment", bemerkte der stellvertretende Vorsitzende.
Der Leitzins sei im Grunde ein gewisser Durchschnittswert für die Kosten des Geldes in der Wirtschaft, für alle Einlagen und Kredite, erläuterte Andrej Kartun. "Wir bemühen uns, dass dieses Instrument als Orientierungsgröße für den gesamten Markt funktioniert. Wovon hängt ab, welche Entscheidungen wir treffen? Wir betrachten die Lage stets im Gesamtzusammenhang. Ausgehend von der Basisgröße – dem Inflationsniveau. Und zwar nicht nur der tatsächlichen Inflation, sondern auch der, die für die nächsten mindestens sechs bis zwölf Monate zu erwarten ist. Wie wird sie sich verhalten? Da gehen wir vorsichtig vor. Wir beobachten die Lage am Devisenmarkt – wie sie sich darstellt, wie sich die Bevölkerung verhält: ob sie Devisen kauft oder verkauft. Wir berücksichtigen die Erwartungen der Marktteilnehmer, der Wirtschaftsakteure – und das natürlich nicht nur in Belarus. Welche externen Risiken es zum Beispiel gibt", führte er aus.
