MINSK, 26 März (BelTA) – In Pjöngjang steht der 26. März im Zeichen der offiziellen Gespräche zwischen dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und dem Vorsitzenden für Staatsangelegenheiten der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Jong Un.
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Das belarussische Staatsoberhaupt war am Vortag zu einem offiziellen Zweitagesbesuch in der DVRK eingetroffen, der auf Einladung des nordkoreanischen Staatsführers erfolgt.
Symbolträchtig besuchte der belarussische Staatschef unmittelbar nach seiner Ankunft in Pjöngjang den Kumsusan-Palast der Sonne und ehrte dort das Gedenken an die Führer der DVRK, Kim Il Sung und Kim Jong Il.
Eines der Hauptergebnisse des Gipfeltreffens soll die Unterzeichnung eines Vertrags über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Belarus und der DVRK sein, der die Grundlage für den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit in konkreten Bereichen bilden wird. Bei den Gesprächen ist geplant, das gesamte Spektrum der Beziehungen zwischen Belarus und der DVRK zu erörtern, die wichtigsten Bereiche von gemeinsamem Interesse und die vielversprechendsten Projekte zu bestimmen.
Der Besuch soll auch die vertragsrechtliche Grundlage der Beziehungen stärken. Es wird erwartet, dass neben dem erwähnten Freundschaftsvertrag etwa zehn bilaterale Dokumente unterzeichnet werden. Darunter zur Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Agrarwissenschaften, Information und Presse, Körperkultur und Sport sowie auf der Ebene der Belarussischen Industrie- und Handelskammer und des Außenministeriums.
Am Vortag fand in Pjöngjang vor mehreren tausend Menschen eine farbenprächtige Zeremonie zum offiziellen Empfang der beiden Staatsführer statt. Sie wurde auf dem Hauptplatz abgehalten, der nach Kim Il Sung, dem Gründer der DVRK, benannt ist. Alexander Lukaschenko und Kim Jong Un begrüßten einander sehr herzlich. Die Aufführung der Nationalhymnen von Belarus und der DVRK, die Wachablösung der Ehrenformation, die Kavallerie, die Kanonensalven, die motorradgestützte Eskorte des Präsidentenkonvois und das weitere Zeremoniell unterstrichen den besonderen Status des Besuchs.
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Nach der feierlichen Zeremonie auf dem Platz besuchte Alexander Lukaschenko in Pjöngjang das Denkmal „Befreiung“. Der belarussische Staatschef wurde dabei von Kim Jong Un begleitet. Der belarussische Präsident legte am Fuße des Denkmals einen Kranz nieder und ehrte das Gedenken an die sowjetischen Soldaten, die bei der Befreiung Koreas von den japanischen Besatzern gefallen waren. Darüber hinaus wurde von belarussischer Seite auf Bitte des russischen Präsidenten ein Blumenstrauß am Denkmal niedergelegt – als Zeichen des Dankes für die Hilfe bei der militärischen Sonderoperation (SWO).
Die beiden Staatsführer sprachen nach Abschluss der Zeremonie eine Zeitlang mit Hilfe eines Dolmetschers miteinander, bevor sie sich bis zum Beginn der offiziellen Gespräche verabschiedeten.
Alexander Lukaschenko und Kim Jong Un waren bereits im September 2025 in Peking zusammengetroffen, wo sie als eingeladene ausländische Gäste an der Parade teilnahmen. Damals lud der nordkoreanische Staatsführer den belarussischen Präsidenten ein, sein Land jederzeit zu besuchen.
Im Dezember des vergangenen Jahres hatte das belarussische Staatsoberhaupt in einem Interview mit dem Fernsehsender „Newsmax“ seine Eindrücke von der persönlichen Begegnung mit dem Vorsitzenden für Staatsangelegenheiten der DVRK geteilt: „Er ist ein anständiger, ruhiger, ehrlicher Mensch. Es war eine kurze Begegnung. Aber ich habe diesen Eindruck gewonnen. Ich bin überzeugt, dass mich mein Eindruck nicht täuscht. Mit ihm kann man sich einigen.“
„Unser größtes Interesse an der DVRK ist die Stärkung wahrhaft freundschaftlicher, partnerschaftlicher Beziehungen. Hier sind unsere Freunde, sie erwarten uns. So wie wir sie bei uns in Belarus erwarten. Es ist an der Zeit, die Beziehungen aktiver zu entwickeln“, erklärte der belarussische Außenminister Maxim Ryschenkow in Pjöngjang gegenüber Journalisten. „Wir stehen erst am Anfang. Die derzeitige Situation drängt uns geradezu in die Arme. Wir suchen Freunde. Seien sie auch aus weiter Ferne, aber es sind sehr treue, verlässliche und uns respektierende Freunde.“
Das Handelsvolumen zwischen den Ländern ist derzeit noch bescheiden, doch gibt es einige interessante Positionen, über die Lieferungen erfolgen können. Von belarussischer Seite sind dies beispielsweise pharmazeutische Erzeugnisse und Lebensmittel. Aus der DVRK könnten verschiedene Kosmetikprodukte importiert werden, die für ihre Qualität bekannt und preiswert sind. Es gibt auch eine Reihe weiterer vielversprechender Bereiche.
Dabei hat Belarus seine Bereitschaft erklärt, Optionen für die Teilnahme an dreiseitigen Initiativen zu prüfen und bestimmte Projekte nicht nur direkt mit der DVRK, sondern auch im Zusammenwirken mit Russland oder China umzusetzen. Diese Länder verfügen schließlich über langjährige Erfahrungen in den Beziehungen zur DVRK, die im gemeinsamen Interesse genutzt werden könnten.
Die Beziehungen zwischen Minsk und Pjöngjang haben insgesamt eine reiche Geschichte. So besuchte der nordkoreanische Präsident Kim Il Sung 1984 Belarus. Die Mitglieder der Delegation legten in der Hauptstadt einen Kranz am Obelisken auf dem Siegesplatz nieder, besuchten das Traktorenwerk und die Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft der BSSR. Der hohe Gast reiste anschließend auch zur Heldenfestung Brest.
