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Dapkjunas: Der Sinn des Holocaust-Gedenkens besteht in dem wirklichen Appell „Nie wieder“

Gesellschaft 27.01.2020 | 12:58
Andrej Dapkjunas
Andrej Dapkjunas

MINSK, 27. Januar (BelTA) - Der wichtigste Sinn unserer Erinnerung an die Holocaust-Opfer besteht in der Verleihung der wirklichen moralischen, politischen, öffentlichen Bedeutung dem Appell „Nie wieder“. Das erklärte der Vizeaußenminister von Belarus, Andrej Dapkjunas, in der Veranstaltung, die dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gewidmet wurde, wie ein BelTA-Korrespondent bekanntgab.

„Vor genau 15 Jahren und 3 Tagen hielt ich eine Rede im Namen von Belarus auf der besonderen Tagung der UN-Vollversammlung anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung von Konzentrationslagern. Nach neun Monaten wurde der Internationale Gedenktag an die Holocoust-Opfer gestiftet. Ich bin darauf stolz, dass mein Heimatland Belarus einer der Initiatoren und Autoren dieses historischen Beschlusses der UN-Vollversammlung wurde“, unterstrich der Vizeaußenminister.

Andrej Dapkjunas hob hervor, dass er damals von der Tribüne der Vereinten Nationen über die „weißen Flecken" sprach und darüber, "dass wir nur wenig über die Holocaust-Tragödie wissen“. „Ich bin sicher, dass die meisten Anwesenden nicht wussten, dass das größte Vernichtungslager in der Sowjetunion Trostenez war, wo über 200. Tsd. unschuldige Menschen ums Leben gekommen sind. Es war nach Auschwitz, Majdanek, Treblinka das viertgrößte Vernichtungslager nach der Anzahl der ermordeten Menschen. Man konnte dieses Konzentrationslager nicht befreien, weil es von nationalsozialistischen Eroberern noch vor der Ankunft der Roten Armee vernichtet wurde“, bemerkte der Vizeaußenminister von Belarus.

Er machte auf die Teilnahme der Vertreter des belarussischen Staates – des Vorsitzenden der Repräsentantenkammer der Nationalversammlung, Wladimir Andrejtschenko, an der Gedenkzeremonie in Israel im Yad-Vashem-Museum und des stellvertretenden Vorsitzenden des Rates der Republik, Anatoli Issatschenko, im polnischen Auschwitz aufmerksam. „Somit zollen wir nicht nur Tribut den jüdischen Opfern in den Jahren des letzten Weltkrieges. Holocaust ist Schmerz nicht nur des jüdischen Volkes, sondern der Schwerz von Belarus auch“, hob Andrej Dapkjunas hervor.

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Der Diplomat hinterfragte sich, worin unser Tribut den Holocaust-Opfern besteht: “Ist es etwa einfach die Wachhaltung der historischen Erinnerung? Oder die Weitergabe der Erinnerung an den Nachwuchs? Zivilisiertes anständiges Ritual? Ich denke, dass der wichtigste Sinn der Holocoust-Erinnerung in der Verleihung der politischen, moralischen und menschlichen Bedeutung dem Appell „Nie wieder“ besteht“.

„Früher verstand ich diesen Appell als eine Feststellung der Tatsache: Der Holocaust-Schreck darf nie wiederholt werden. Heutzutage empfinde ich leider diesen Appell als eine lebendige Frage, aktuelle Herausforderung, die vor der Menschlichkeit steht. Wir müssen kontinuierlich arbeiten, um diese Herausforderung zu meistern“, denkt Andrej Dapkjunas. Er bemerkte auch, dass diese Herausforderung tägliche Maßnahmen sowohl vom einfachen Menschen, als auch von hohen staatlichen Leitern gegen Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, religiöse Intoleranz erfordert.

„Wir müssen auf diese Herausforderungen mit begründeten gemeinsamen Maßnahmen antworten und sich dabei der Holocaust-Opfer gedenken“, erklärte der stellvertretende Außenminister von Belarus.

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