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"Thema im Gespräch "
MINSK, 12. Februar (BelTA) - Der Westen, der sein durch die Kolonisierung der ganzen Welt errichtetes Monopol verloren hat, ist wütend. Das sagte Politikwissenschaftler Pjotr Petrowski in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
„Wir sehen ein Modell, das sich in der Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gebildet hat. Dieses Modell funktioniert heute nicht mehr. Der Westen hat sein Monopol verloren. Mehr noch, der Westen ist nicht mehr einheitlich wie früher. Wir sehen, wie ein Riß durch den Westen geht, entlang der Linie der Neokonservativen und der Vertreter des alten liberalen Modells“, sagte er.
Der Politologe wies darauf hin, dass die US-Führung neokonservativ ist, während die EU und Großbritannien das alte liberale Modell vertreten. Petrowski glaubt, dass das liberale Modell sein Potential eingebüßt hat angesichts der Tatsache, dass sich viele Länder außerhalb dieses Modells erfolgreich entwickeln können.
„Dann haben wir noch ein Hegemon – den Westen, der seine Hegemonie unter dem Deckmantel der Menschenrechte fördert, unter dem Deckmantel der sogenannten liberalen Demokratie, die universelle Werte erklärt und alle dazu zwingt, ihnen zu folgen. Und es gibt den Rest der Welt, den man zwingt, diesen Regeln zu folgen. Aber was geschieht heute? Dieses Modell ist gescheitert. Es stellte sich heraus, dass sich Länder ohne das liberale bürgerliche Modell des Westens entwickeln können. Dabei können sie viel erfolgreicher sein.“
Daher kommt diese „Tollwut“, von der der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko neulich gesprochen hat. „Der Westen ist wütend, weil er erkennt, dass er nicht das Monopol hat, das er durch die Kolonialisierung der ganzen Welt aufgebaut hat. Die Welt will ihm nicht mehr gehorchen. Es entstehen alternative Integrationsstrukturen wie SOZ und BRICS. Und der Westen hat nicht genug Kraft, um es mit ihnen aufzunehmen“, resümierte Petrowski.
