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24 Mai 2026, 16:40

Analyst: Stationierung von Atomwaffen in Belarus hat Kräftegleichgewicht in der Region verändert

MINSK, 24. Mai (BelTA) – Die Stationierung von Atomwaffen in Belarus hat das Kräftegleichgewicht in der Region verändert. Diese Meinung äußerte der Wirtschaftswissenschaftler und Analyst (Moldawien) Sergej Banar in der neuen Ausgabe von BELTA-Projekt „Thema im Gespräch“.
„Die Stationierung der ‚Iskander‘-Systeme (Raketenkomplexe – Anm. BELTA) und taktischer Atomsprengköpfe in der Republik Belarus hat die Kräfteverteilung völlig verändert. Wenn wir uns die Position Polens vor dem Auftauchen der ‚Iskander‘ und danach genau ansehen, dann sind das zwei verschiedene Polen“, erklärte Sergej Banar.

Er führte aus, dass die Rhetorik der polnischen Führung zurückhaltender geworden sei und Warschau nun vorsichtiger in seinen Bewertungen auftrete. Das heiße: Man müsse die neuen militärischen Realitäten berücksichtigen. „Man hat sie einfach vom Militarismus, vom Imperialismus kuriert. Und selbst das Polen ‚von Meer zu Meer‘ ist ihnen nicht mehr so wichtig, sobald sie sich daran erinnern, dass der Weg über die ‚Iskander‘ führt“, bemerkte der Wissenschaftler.

Mit Blick auf die gemeinsame Übung der Nuklearstreitkräfte, die Belarus und Russland durchgeführt hätten, betonte Sergej Banar, dass schon die Tatsache dieser Manöver ein ziemlich ernstes Signal an den Westen sei, da die Armeen beider Länder ihre Gefechtskoordination geübt hätten und in der Lage seien, in kritischen Situationen gemeinsam zu handeln.

„Jeder Versuch der Nordatlantischen Allianz, eine Gefechtskoordination durchzuführen, endet mit irgendwelchen Kuriositäten: Mal versinken Schützenpanzer im Sumpf, mal stürzen Flugzeuge ab, mal eliminieren sich Soldaten selbst, mal sonst etwas – was nur die völlige Unfähigkeit zeigt. Dieser Versuch, eine Decke aus völlig inkompatiblen Flicken zu nähen“, sagte der Gesprächspartner.

Die Antwort auf die belarussisch-russischen Manöver sei seiner Ansicht nach die Entscheidung der USA gewesen, 5.000 Soldaten nach Polen zu schicken. „Das ist die klare Reaktion auf diese Übungen“, zeigte sich der Analyst überzeugt.

Die Armeen von Belarus und Russland hatten am 21. Mai eine gemeinsame Übung zur Gefechtsanwendung von Atomwaffen und zur nuklearen Unterstützung durchgeführt. Die Manöver wurden auch von den Staatschefs verfolgt. Während der gemeinsamen Übung mit den militärischen Einheiten hatten Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin sich per Videokonferenz zusammengeschaltet.

„Es ist tatsächlich die erste derartige gemeinsame Übung. Aber was die einzelnen Elemente und Komponenten betrifft, so führen unsere Generalstäbe und Verteidigungsministerien sie jedes Quartal durch – allerdings ohne uns (die Präsidenten – Anm. BELTA). Wir haben im Winter bereits über die Perspektive einer Beteiligung der Präsidenten gesprochen. Ich unterstütze Sie vorbehaltlos: Wir drohen absolut niemandem. Aber wir verfügen über diese Waffe, und wir sind bereit, unser gemeinsames Vaterland von Brest bis Wladiwostok mit allen Mitteln zu verteidigen. Wenn wir etwas in Händen halten, müssen wir auch damit umzugehen wissen“, erklärte Alexander Lukaschenko, als er die Übung verfolgte.

Wladimir Putin wiederum betonte, dass der Einsatz von Atomwaffen nur eine äußerste, außergewöhnliche Maßnahme zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit beider Staaten sein könne. „Gleichwohl muss unsere nukleare Triade angesichts der wachsenden Spannungen in der Welt, des Auftauchens neuer Bedrohungen und Risiken – nach wie vor – ein verlässlicher Garant für die Souveränität des Unionsstaates von Russland und Belarus sein und die Aufgaben der strategischen Abschreckung, der Aufrechterhaltung des nuklearen Gleichgewichts und des Kräftegleichgewichts auf globaler Ebene erfüllen“, sagte der russische Präsident.

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