MINSK, 27. Mai (BelTA) – Fast 25 % der Rentner in Belarus arbeiten auch nach Erreichen des Rentenalters weiter. Dies gab die stellvertretende Ministerin für Arbeit und Sozialschutz, Marina Artjomenko, auf dem 17. Eurasischen Forum der Sozialarbeiter in Minsk bekannt.
Marina Artjomenko merkte an, dass jeder Vierte in Belarus ein Rentner ist. Sie fügte hinzu, dass sich diese grob in zwei Kategorien unterteilen lassen: „junge“ Rentner unter 75 Jahren, die einen aktiven Lebensstil führen sowie Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte pflegen möchten, und „ältere“ Rentner über 75 Jahren, die Unterstützung von Angehörigen, Pflege und gegebenenfalls soziale Dienste sowie medizinische Hilfe benötigen.
Im Hinblick auf die laufenden Bemühungen zur Unterstützung aktiver Senioren betonte sie, wie wichtig es sei, Bedingungen für ein längeres Erwerbsleben zu schaffen. „Die Rentenreform in Belarus ist abgeschlossen. Ziel dieser Maßnahme ist es, das Arbeitsleben zu verlängern, damit Arbeitnehmer länger in ihren Berufen bleiben, sich weiterbilden und ihre Karriere voranbringen können. Fast 25 % der Senioren arbeiten nach Erreichen des Rentenalters weiterhin in der heimischen Wirtschaft. Wichtig ist, dass sie während dieser Erwerbstätigkeit ihre volle Rente beziehen“, erklärte die stellvertretende Ministerin.
Das Arbeitsrecht sieht besondere Garantien vor, die Arbeitnehmer vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes vor dem Renteneintritt schützen. Läuft beispielsweise ein Vertrag zwei Jahre vor dem Renteneintritt aus, wird das Arbeitsverhältnis bis zum Renteneintritt verlängert. Das Land setzt zudem spezielle Maßnahmen zur Unterstützung älterer Menschen bei der Jobsuche um, darunter Jobmessen für Senioren und die Förderung von Existenzgründungen durch finanzielle Unterstützung.
Die Vize-Ministerin betonte, dass auch der sozialen Integration älterer Menschen große Bedeutung beigemessen wird, was durch die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten erreicht wird. „Mehr als 15 % der älteren Bevölkerung engagieren sich ehrenamtlich“, fügte sie hinzu.
Darüber hinaus beherbergen die regionalen Sozialzentren 2.000 Interessengruppen und Vereine, darunter Angebote für Sport und Fitness, Musik, Kunsthandwerk, Gedächtnistraining sowie Prävention von kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz. Knapp 30.000 Senioren nehmen an diesen Angeboten teil. Auch die Schaffung von Rahmenbedingungen für ein aktives und gesundes Leben wird gefördert. „Jeder dritte Senior treibt Sport. Für Senioren, die Sporteinrichtungen individuell nutzen, gibt es ein flexibles Rabattsystem“, betonte Marina Artjomenko.
Darüber hinaus wird das Sozialsystem des Landes stetig weiterentwickelt. In ganz Belarus gibt es 146 regionale Sozialzentren, 90 betreute Wohneinrichtungen, Rehabilitationszentren und Einrichtungen für betreutes Wohnen für Familien und Kinder. „Die Entwicklung von Technologien zur Alternative zu stationären Behandlungen und ambulanten Sozialdiensten hat höchste Priorität. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Bürger, die Sozialleistungen beziehen, um fast 60 % gestiegen. Die meisten Leistungen sind zudem kostenlos oder zu reduzierten Preisen erhältlich“, so die stellvertretende Ministerin.
Marina Artjomenko erläuterte die Ziele für das Sozialschutzsystem bis 2030: Dazu gehören die Weiterentwicklung des Sozialdienstleistungsmarktes, der Ausbau von Tagesbetreuung und telemedizinischen Diensten, die Modernisierung stationärer Einrichtungen, die Entwicklung professioneller Pflegedienste und die Automatisierung des Sozialsystems.
