MINSK, 26. Mai (BelTA) - Belarus konnte das gute sowjetische Erbe bewahren und unter Berücksichtigung neuer Trends weiterentwickeln. Das sagte der moldauische Politiker und Ex-Präsident Igor Dodon, heute Chef der Partei der Sozialisten der Republik Moldau (PSRM), in einem Interview mit dem „Ersten Informationskanal“.
„Ich habe immer gesagt, dass ich mir ein Beispiel am belarussischen Präsidenten nehmen möchte. Ihr habt mehrere Dinge, deren Wert ihr meiner Meinung nach nicht vollständig erkennt, zum Beispiel die politische Stabilität. Wir haben in Moldau Experimente gemacht. Vor sechs Jahren sagten die Leute: ‚Genug mit Dodon, wir wollen etwas Neues.‘ Und jetzt verstehen sie, dass es damals nicht die schlechteste Zeit war“, sagte Igor Dodon. „Ihr habt es vermocht, alles Gute aus der Sowjetzeit zu bewahren. Wir haben in Moldau alles zerstört. Ihr habt es bewahrt und konntet all das unter Berücksichtigung neuer Trends weiterentwickeln.“
Heute hat sich der Präsident von Belarus Alexander Lukaschenko mit Igor Dodon getroffen. Das belarussische Staatsoberhaupt sagte, Moldau darf ihre Souveränität und Unabhängigkeit nicht verlieren. „Wir hören in letzter Zeit sehr oft aus verschiedenen Quellen, dass Moldau bereit ist, Teil eines anderen Staates zu werden. Natürlich, um es offen zu sagen, höre und empfinde ich als jemand, der Ihr Land sehr liebt, das alles mit Entsetzen“, sagte Alexander Lukaschenko, als er sich an den moldauischen Politiker wandte. „Ich habe sowohl Sie als auch Ihre Anhänger darum gebeten, auf keinen Fall die Zerstörung eines so blühenden, wunderbaren Landes wie Moldau zuzulassen.“
Während des Treffens wurde auch die Lage in der Region thematisiert. „In den letzten Wochen sehen wir sehr viele gefährliche Erklärungen und Aktionen. Wir sehen Selenskyjs Äußerungen über Belarus. Wir haben gehört und gesehen, dass die Ukraine mit Befestigungsarbeiten im Transnistrien-Abschnitt beginnt, obwohl es von Seiten Moldaus, Transnistriens und Belarus keinerlei Drohungen gibt. Was wollen sie mit solchen provokativen Schritten und Aussagen bezwecken? Wahrscheinlich ist es für jemanden vorteilhaft, diesen Krieg auszuweiten, um andere Länder hineinzuziehen. Wir Moldauer hoffen, dass wir nicht hineingezogen werden. Ich bin sicher, dass die Belarussen das auch nicht wollen. Aber wir wissen, dass es in Europa Kräfte gibt, die eine Fortsetzung dieses Krieges wollen“, so Igor Dodon.
Er wies darauf hin, dass Moldau unter dem derzeitigen Regime vom Westen sehr aktiv als Hinterland für die ukrainischen Streitkräfte (AFU) genutzt wurde. „Dafür hat der Westen das derzeitige Regime von Maia Sandu an die Macht gebracht. Wir haben im Parlament sehr oft darüber gesprochen, die Opposition forderte Anhörungen: Durch Moldau fahren unverständliche Züge mit unverständlichen Gütern. Wir sind der Meinung, dass Moldau als neutrales Land nicht an irgendwelchen Handlungen und Kriegen teilnehmen sollte“, betonte Igor Dodon.
