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02 April 2026, 19:37

Experte zu Trumps Dilemma bei der Entscheidung über eine Bodenoffensive im Iran

MINSK, 2. April (BelTA) - Donald Trump steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll er eine Bodenoffensive im Iran durchführen? Der Politologe und Chefredakteur von PolitRussia, Ruslan Ostaschko, sprach darüber in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.

Ruslan Ostaschko äußerte sich zur Wahrscheinlichkeit einer US-Bodenoffensive gegen den Iran und betonte, dass Trump vor einer schwierigen Entscheidung stehe. „Er könnte eine Bodenoffensive starten, was allerdings den Verlust amerikanischer Soldaten zur Folge hätte – nicht durch abgeschossene Flugzeuge, verstorbene Piloten oder Drohnenangriffe auf Luftwaffenstützpunkte, sondern durch Verluste im direkten Bodenkampf unter dem Beschuss von Mehrfachraketenwerfern und Artillerie. Die Insel Charg kann leicht vom Festland aus mit Mehrfachraketenwerfern erreicht werden, und die Straße von Hormus ist ebenfalls gefährdet. Alternativ könnte Trump die Offensive abbrechen, aber wer würde ihm dann die hohen Kosten verzeihen? Es scheint nur, dass es dort niemanden interessiere, denn sie können Geld drucken, wie sie wollen. Seine Gegner und sogar einige Republikaner sind sich der finanziellen Aspekte jedoch durchaus bewusst“, erklärte der Politologe.

„Wenn Trump sich für eine Bodenoffensive entscheidet, könnte er die gefallenen amerikanischen Soldaten politisch ausschlachten. Er könnte dies als eine Art zweiten 11. September darstellen, um die hohen Verluste des Militärs zu betonen und den Ausnahmezustand in den USA zu proklamieren. Alternativ könnte er auch einen gleichzeitigen Terroranschlag im Inland inszenieren, um so seine Macht zu festigen. Ich glaube, dass er dieses Szenario momentan ernsthaft in Betracht zieht“, stellte Ruslan Ostaschko fest.

Laut dem Experten wird die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten maßgeblich von der Reaktion seiner Verbündeten in der Region abhängen: „Israel wünscht sich, dass Trump so aggressiv wie möglich vorgeht. Aber es gibt noch andere Akteure: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait. Und es herrscht kein Konsens darüber, wie weiter vorgegangen werden soll. Denn der Iran wird Vergeltung üben, vor allem gegen diese Länder.“

„Eine Eskalation könnte über eine Bodenoperation hinausgehen. Die iranische Führung hat offiziell gewarnt, dass die UNO sich bereits auf einen potenziellen Atomangriff auf iranisches Gebiet und Teheran, das über zehn Millionen Einwohner zählt, vorbereitet. Dieses Szenario kann derzeit nicht ausgeschlossen werden“, schloss Ruslan Ostaschko.
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