MOSKAU, 4. April (BelTA) – Am 3. April fand in Moskau das Internationale Wirtschaftsforum der GUS-Mitgliedstaaten unter dem Motto „35 Jahre GUS – Entwicklung der Großen Eurasischen Partnerschaft“ statt. Die für Belarus zentralen Entwicklungsschwerpunkte der Gemeinschaft stellte dort der Sonderbeauftragte der Republik Belarus für Integrationszusammenarbeit im Rahmen der GUS und belarussische Botschafter in Russland, Juri Seliwerstow, vor.
„Zu den Schlüsselrichtungen der Zusammenarbeit auf mittlere Sicht sollten die industrielle Kooperation, die Ernährungssicherheit, Verkehr und Logistik, die Einführung moderner digitaler Technologien, der Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Entwicklung digitaler Plattformen und die Stärkung der Cybersicherheit gehören. Dabei ist es wichtig, nationale Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen – etwa zu zweit oder zu dritt“, so Juri Seliwerstow.
Er betonte, dass man die fortgeschrittenen Erfahrungen aus der EAWU und dem Unionsstaat auf die GUS-Plattform übertragen müsse. Konkret gelte es, interessierte Mitgliedstaaten systematisch an die Ausarbeitung gemeinsamer Kooperationsprojekte und die Einführung innovativer Errungenschaften heranzuführen – unter anderem um technologische Souveränität in Industrie, Landwirtschaft und Medizin zu gewährleisten.
„Zieht man eine Bilanz der 35-jährigen Entwicklung der Gemeinschaft, kann man mit Sicherheit sagen: Die GUS hat ihre Notwendigkeit und ihre Effektivität unter Beweis gestellt. Doch das Leben steht nicht still. Um weiterhin erfolgreich voranzukommen, müssen wir wissen, wofür wir die Plattform der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten brauchen, welche gemeinsamen Probleme wir lösen können und welche Ergebnisse wir erwarten“, gab der Botschafter zu bedenken.
„Das Jubiläum unserer Organisation fällt zusammen mit tiefgreifenden geopolitischen Veränderungen, massiven Umwälzungen in der Weltwirtschaft und dem zunehmenden Sanktionsdruck auf unabhängige Staaten. Unter diesen Bedingungen kann man nur bestehen, wenn man zusammenarbeitet. Die heutige Situation erfordert schnelles Handeln, abgestimmte Maßnahmen und ein schützendes Aktionsschema. Infolgedessen gewinnt das Potenzial der GUS besondere Aktualität – vor allem um innerhalb der Gemeinschaft gemeinsame wirtschaftliche Ansätze zu entwickeln. Die Existenz der Freihandelszone erlaubt es, beträchtliche Teile der Waren innerhalb unseres Zusammenschlusses zirkulieren zu lassen und so die wirtschaftliche Sicherheit und Unabhängigkeit der Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Das Niveau dieser Sicherheit und Unabhängigkeit müssen wir weiter steigern“, erklärte Juri Seliwerstow.
