MINSK, 6. April (BelTA) - Im Zentrum des progressiven Judentums „Bejt Simcha“ fand ein Musikfestival anlässlich des Pessachfestes statt. Es handelt sich um ein traditionelles Treffen, das seit 2005 veranstaltet wird. Das teilte Grigori Abramowitsch, Oberrabbiner der religiösen Vereinigung der Gemeinden des progressiven Judentums in Belarus, mit.
„Traditionell lesen die Juden am Pessachfest das “Hohelied”. Vor mehr als 20 Jahren wurde die Frage aufgeworfen, dass wir das “Hohelied Salomos” nicht nur lesen und singen, sondern auch andere Lieder hören und vielleicht sogar einen Liederabend veranstalten sollten, den wir schön nennen würden – ein Kantorenfestival“, so Grigori Abramowitsch.
Er erklärte, dass als Kantoren Menschen bezeichnet werden, die in der Synagoge und in den Gemeinden biblische Gesänge vortragen. Während des Festivals kommen diese Menschen zusammen.
Laut dem Oberrabbiner der religiösen Vereinigung der Gemeinden des progressiven Judentums in Belarus kamen in einer bestimmten Phase vor der Corona-Pandemie Gäste aus verschiedenen Ländern zu dem Festival. Diese Tradition wiederzubeleben gelingt bisher nicht. Dennoch kommen andere Menschen zum Festival, um Werke vorzutragen – sowohl solche, die man in der Synagoge hören kann, als auch solche, die Teil der Folklore sind.
„Übrigens werden nicht nur jüdische Werke aufgeführt. Wir berücksichtigen stets die Tatsache, dass parallel auch die Feierlichkeiten bei Katholiken und Orthodoxen stattfinden. Wir laden sie ein, wenn die Feiertage nicht zusammenfallen, wir laden sogar Chöre ein, die verschiedene Gesänge vortragen“, sagte Grigori Abramowitsch und fügte hinzu, dass sich das Festival eher der geistlichen Musik widmet.
Eine Neuerung in diesem Jahr war, dass Kinder eingeladen wurden, einige Werke vorzutragen. Und generell bringt dieses musikalische Treffen jedes Jahr etwas Neues mit sich. Das Wichtigste an diesem Festival ist, dass die Musik die Menschen verbindet, betonte der Oberrabbiner der religiösen Vereinigung der Gemeinden des progressiven Judentums in Belarus.
