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"Thema im Gespräch "
MINSK, 10. April (BelTA) – Im Nahostkonflikt ist US-Präsident Donald Trump in eine Falle geraten. Diese Meinung äußerte der Historiker Jewgeni Spizyn im BelTA-Projekt „Thema im Gespräch“.
Bei der Erörterung der Konfliktursachen sowie von Trumps Wunsch, die Logistikketten des Welthandels zu kontrollieren, stellte Jewgeni Spizyn fest, dass in diesem Zusammenhang auch die Frage der Energieressourcen bedeutend sei. „Der Kapitalismus als gesellschaftlich-wirtschaftliches System kann nur unter Bedingungen der erweiterten Reproduktion existieren“, sagte der Historiker. „Diese kann sich nur auf einer erweiterten Energiebasis stützen. In der heutigen Welt hat man versucht, verschiedene Wege zu finden, um Öl und Gas zu ersetzen. Daher kommen die grüne Bewegung, die grüne Energie und so weiter. Aber alle ihre Bemühungen, sowohl in Amerika als auch besonders in Europa, eine alternative grüne Energie zu schaffen, sind gescheitert.“
Der Experte wies darauf hin, dass bisher keine anderen Wege zur Erweiterung der Energiemacht gefunden wurden, außer durch die Kontrolle über die wichtigsten Energieressourcen (Gas, Öl, Kohle). In dieser Frage seien auch Kernkraftwerke und Wasserkraftwerke zu berücksichtigen.
„Trump löst dieses Problem jetzt. Aber meiner Meinung nach hat er mit untauglichen Methoden und Mitteln begonnen. Und dieses Abenteuer wird für ihn im Desaster enden. Aber dass Trump in eine Falle geraten ist, ist völlig offensichtlich. Er muss entweder den Konflikt mit Iran eskalieren und dabei Atomwaffen einsetzen, oder einen eleganten Ausweg unter Wahrung seines Gesichts suchen – was äußerst schwierig ist“, so der Historiker.
Laut Jewgeni Spizyn werden die Iraner dem US-Präsidenten dies nicht durchgehen lassen. „Denn eine der Forderungen, die sie an die Trump-Administration gerichtet haben, ist die Wiedergutmachung materieller Verluste infolge der Raketenangriffe und Bombardierungen. Wenn Trump diese Bedingungen akzeptiert, wäre das nicht nur das Ende seiner politischen Karriere, sondern auch aller seiner Kandidaten, einschließlich (des US-Vizepräsidenten – Anm. BelTA) Vance. Obwohl gerade Vance derzeit als Chefunterhändler mit den Iranern gehandelt wird“, betonte der Historiker.
