MINSK, 11. April (BelTA) - Am Internationalen Tag der Befreiung der KZ-Häftlinge wurde in Minsk in der Gedenkstätte „Stalag 352“ der Nazi-Opfer und der Helden gedacht.
Vertreter der Hauptstadt, der Nationalversammlung, der Gesellschaft sowie einfache Bürger kamen zusammen, um Blumen an der Gedenkstätte niederzulegen.
Wie der stellvertretende Vorsitzende der Repräsentantenkammer Wadim Ipatow betonte, markiert dieser Tag eine der tragischen Seiten der Geschichte des 20. Jahrhunderts. „Wir erinnern uns an die zahlreichen Heldentaten unseres Volkes im Krieg. Unsere Nachkommen dürfen sie nicht vergessen. Genauso wie die zahlreichen Orte der Massenvernichtung, Todeslager, wo die Zivilisten ermordet wurden. Und wenn wir heute diese Orte besuchen, gedenken wir derer, die vor dem Feind nicht auf die Knie gefallen sind. Genau das steht auf dem Denkmal an diesem sehr tragischen Ort. Es ist sehr wichtig, diesen Ort zu ehren, denn jede Generation erlebt Freuden und Leiden und gibt diese Geschichte an die nächsten Generationen weiter“, sagte Wadim Ipatow.
Auch Jugendliche und Kinder legten die Blumen nieder. „Wenn wir die Heldentaten unseres Volkes vergessen, der Menschen, die das heutige friedliche Belarus aus den Ruinen wiederaufgebaut haben, werden wir keine Zukunft haben. Diese Verbindung der Generationen, die bei solchen Anlässen offensichtlich wird, ist sehr wichtig. Wir werden diese Erinnerung über Generationen weitertragen“, betonte der stellvertretende Vorsitzende der Repräsentantenkammer.
Viele Fakten jener schrecklichen Jahre würden noch immer im Rahmen der Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft im Strafverfahren wegen Völkermords am belarussischen Volk aufgedeckt. Die Bewahrung der historischen Wahrheit sei in unserer Zeit besonders wichtig. „Dieses Datum erinnert uns an die Heldentaten jener Menschen, die in den KZs unter den entsetzlichen Bedingungen zu leiden hatten, aber nicht aufgaben. Wenn wir heute zahlreiche Fakten der politische motivierten Geschichtsfälschung feststellen, löst das einen großen Schmerz aus. Die Geschichte dieser Gedenkstätte ist mit dem Blut und den Todesqualen von Zehntausenden unserer Mitbürger geschrieben. An solchen Tagen sagen wir: Wir werden nichts vergessen. Aber das Wichtigste ist, dass wir all unsere Veranstaltungen im Namen des Friedens durchführen, um noch einmal zu betonen: Wir haben genug Kriege gehabt“, betonte der Vorsitzende des Minsker Abgeordnetenrates Artjom Zuran.
Er fügte hinzu, dass unseren Vorfahren sehr schwierige und tragische Kapitel der Geschichte zuteil wurden. „Unsere Aufgabe ist es, alles Mögliche zu tun, damit sich dies nicht wiederholt. Damit unsere Kinder in Frieden und Harmonie leben, das Leben genießen, Familien gründen und Karrieren machen können. Damit ihre Pläne in einem friedlichen Land verwirklicht werden können, wie dem, in dem wir heute leben“, betonte Artjom Zuran.
Der stellvertretende Vorsitzende des Ständigen Ausschusses der Repräsentantenkammer für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Wjatscheslaw Danilowitsch, erinnerte daran, dass es auf dem Gebiet von Belarus insgesamt mehr als 570 Konzentrationslager gab. „Sie waren dazu bestimmt, Kriegsgefangene, die Zivilbevölkerung, Partisanen und Untergrundkämpfer zu vernichten. Das heißt, die gezielte Politik des Völkermords zeigte sich gerade an solchen Orten, an denen wir heute denen unsere Ehre erweisen, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben opferten“, bemerkte er.
Stalag 352 war eines der größten Todeslager auf dem besetzten Gebiet der Sowjetunion. Im Lager wandten die Faschisten ein grausames System von Folter und Erniedrigung der Menschenwürde an. Vom Juli 1941 bis zum 3. Juli 1944 kamen im Stalag 352 mehr als 80.000 Soldaten und Offiziere der Roten Armee, die in Gefangenschaft geraten waren, sowie Zivilisten ums Leben, die aus Minsk und den umliegenden Dörfern in das Lager getrieben worden waren.
