MOSKAU, 4. April (BelTA) – Jedes Medium in Belarus und Russland, das die Interessen seiner Heimat vertritt, gilt im Westen als Feind. Das erklärte der Generaldirektor der russischen Nachrichtenagentur TASS, Andrei Kondraschow, mit Blick auf die Sperrung der Kanäle von BELTA sowie ONT und STV durch die US-Videoplattform YouTube.
„Sie sind in eine sehr gute Gesellschaft aufgenommen worden – in die Reihe der ehrlichen und verifizierenden Journalisten, derer, die für Fakten und für die Wahrheit einstehen, und nicht dafür, nach der Pfeife der Washingtoner Drahtzieher zu tanzen“, sagte Andrei Kondraschow.
Er stellte fest, dass die Illusionen der 1990er-Jahre über die angebliche Gerechtigkeit, Objektivität und Wahrheit, die uns die „lichten“ europäischen und amerikanischen Medien brächten, schon längst hätten verfliegen müssen. „Wir müssen begreifen, dass man uns wie Feindesland behandelt“, betonte der TASS-Generaldirektor.
Zugleich wies er darauf hin, dass nach den internen Regeln zahlreicher westlicher Sozialer Netzwerke und großer Internetplattformen alle staatsnahen Medien von vornherein nicht als objektiv gelten. „Sie glauben uns grundsätzlich nicht, sobald wir irgendeine Verbindung zum Staat haben. Das heißt: Wenn du mit deiner Information auf die eine oder andere Weise die Interessen des eigenen Landes berücksichtigst, handelst du gegen ihr Staatswesen. Aus dieser Sicht müssten wir eigentlich alle längst gesperrt sein. Und ich muss gestehen, ich bin erstaunt, dass es euch erst jetzt getroffen hat – denn uns passierten solche Probleme bereits vor acht Jahren“, so Andrei Kondraschow.
„Alles, was ich meinen Kollegen wünschen kann: Bleibt ehrlich, bleibt wahrhaftig, verifiziert jeden einzelnen Fakt, den ihr in die große Öffentlichkeit gebt, so gründlich wie bisher. Und mein wichtigster Rat: Hört nicht auf, euer Land zu lieben. Denn das ist unendlich viel wichtiger, als bei YouTube einen Platz an der Sonne zu haben“, fügte er hinzu.
Mit Blick auf die Tatsache, dass auf der Videoplattform unmittelbar nach der Sperrung des BELTA-Kanals gefälschte Klone auftauchten, erklärte der TASS-Generaldirektor, dies sei eine durchgespielte Technik. „Das Allerwerteste, was man auf großen Plattformen hat, ist sein Publikum. Wenn ein großes Medium gesperrt wird, bleibt das Publikum da. Die beste Möglichkeit für alle, die das Geld verdienen und sich dieses Publikum sichern wollen, ist es, sofort einen Klon zu erstellen. Das können ganz gewöhnliche Finanzbetrüger sein, aber auch politisch motivierte Leute, die die BELTA-Zuschauer manipulieren wollen“, warnte Andrei Kondraschow.
