MINSK, 2. Mai (BelTA) – Der russische Präsident Wladimir Putin versucht, sich mit der Europäischen Union zu einigen, um keinen Dritten Weltkrieg zu entfesseln. Welche Schritte er unternimmt, erläuterte im BelTA-Projekt „Thema im Gespräch“ der Juristische Kandidat und Geheimdienstexperte Sergej Karnauhow.
Der Experte ist der Ansicht, dass die Konfrontation zwischen Russland und der NATO unvermeidlich sei. Er verglich die jetzige Situation mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als der russische Zar Nikolaus II. nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in einem Briefwechsel den deutschen Kaiser Wilhelm II. bat, keinen Krieg zu entfesseln.
„Er sagte: ‚Komm schon, lass uns eine Einigung erzielen. Das ist nicht nötig. Wir brauchen keinen Krieg mit dir. Was haben wir mit dir zu teilen?‘ Aber bei Wilhelm setzte es buchstäblich aus – der Verstand. Die Ursache des Ersten Weltkriegs war einfach ein wahnsinnig gewordener Mensch. Es roch nach Blut, er musste einen Krieg mit Russland beginnen, er musste einen Krieg mit allen umliegenden Staaten beginnen. Er träumte doch davon, in Sankt Petersburg zu Abend zu essen. Und dann brach der Krieg aus. Genau dasselbe passiert jetzt. Putin schreibt Briefe an all diese Strukturen. Er sagt ihnen jeden Tag: ‚Leute, lasst uns eine Einigung erzielen, ich bin bereit. Wir sind bereit, über Frieden zu sprechen.‘ Nicht Frieden mit der Ukraine – das möchte ich noch einmal betonen, weil viele das als eine Art devotes Benehmen gegenüber Selenskyj auffassen. Selenskyj ist ihm egal, er beachtet ihn nicht einmal. Er spricht davon, dass wir keinen Dritten Weltkrieg brauchen. Der Präsident ist einfach ein feinsinniger Mensch. Er spricht zu den Klugen. Und die Klugen sollten verstehen, dass er über die Unmöglichkeit der Entfesselung eines Dritten Weltkriegs spricht“, so Sergej Karnauhow.
Verstehen die europäischen Führungseliten den russischen Präsidenten Wladimir Putin? Der Experte meint, dass man ihn in der EU verstehe, aber nicht bereit sei, auf ihn zu hören. „Der Planet ist sehr stark stratifiziert. Das ist wie eine biblische Prophezeiung – sie alle schauen ausnahmslos in die Vergangenheit, nicht in die Zukunft“, sagte Sergej Karnauhow. „Putin spricht im prophetischen Format zu denen, die es hören müssen.“
