MINSK, 2. Mai (BelTA) – Dr. Igor Tscheschik, Leiter des Instituts für Radiobiologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften, erzählte bei einer Talk-Runde im Rahmen des Projekts „Das Land spricht“ in der Telegraphenagentur BelTA darüber, wie die Wissenschaft an Entscheidungen mitwirkt, dass bestimmte Territorien nicht mehr als kontaminiert betrachtet werden.
„In den kontaminierten Gebieten, die für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen sind, sind wir aktiv tätig: Wir fahren zur Probenentnahme aus, führen Analysen durch. In der Frühlings- und Sommersaison, von Anfang April bis Ende Oktober – Anfang November, befinden sich unsere Mitarbeiter nahezu täglich in den betroffenen Gebieten. Der Prozess ist kontinuierlich – zwei bis drei Gruppen fahren gleichzeitig zu verschiedenen Orten, zum Beispiel in die Kreise Bragin, Choiniki, ins das Naturschutzgebiet und so weiter, während sich andere Spezialisten mit der Probenvorbereitung und Laboruntersuchungen befassen“, berichtete Igor Tscheschik.
Die Wissenschaftler untersuchen alles, einschließlich der Lebensmittel, aber der Boden hat Priorität. „Viele landwirtschaftliche Betriebe und Kreisregierungen wenden sich heute an uns, um eine Stellungnahme zur Zweckmäßigkeit der Einbeziehung von Flächen in die landwirtschaftliche Nutzung unter Berücksichtigung der Strahlenbelastung und wirtschaftlicher Faktoren zu erhalten“, betonte der Direktor.
Die Bearbeitungszeit für die Stellungnahmen hängt von der Größe der Fläche und der Komplexität der Aufgabe ab. In der Regel vergehen jedoch vom Zeitpunkt der Antragstellung durch den Betrieb oder die Bezirksverwaltung bis zur endgültigen Stellungnahme zur Effektivität der Flächeneinbeziehung nicht mehr als ein bis zwei Monate, so der Wissenschaftler.
