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Wirtschaft
07 Mai 2026, 12:52

Golowtschenko: Ergebnisse des ersten Quartals belegen stabile Arbeit des belarussischen Bankensystems

MINSK, 7. Mai (BelTA) – Das Bankensystem von Belarus hat im ersten Quartal stabil gearbeitet. Dies erklärte der Vorsitzende des Vorstands der Nationalbank, Roman Golowtschenko, auf der erweiterten Vorstandssitzung der Nationalbank.
„Bei der Bewertung der wichtigsten Ergebnisse des ersten Quartals kann man von einer stabilen Arbeit des Bankensystems sprechen, das die gestellten Aufgaben insgesamt erfüllt. Die langfristige Ressourcenbasis der Banken wächst stetig. Die Nachfrage nach Kreditmitteln seitens der Bevölkerung und der Wirtschaft wird vollständig gedeckt. Die Inflation verlangsamt sich. Ihre Jahresdynamik liegt unter dem Zielpfad. Von Januar bis März 2026 stiegen die Preise um 1,6 Prozent bei einem Höchstwert von 2,5 Prozent“, so Roman Golowtschenko.

Die Kerninflation betrug 1,3 Prozent bei einem Zielwert von 1,6 Prozent.

„Auf Jahresbasis verlangsamte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im März auf 5,4 Prozent. Vorläufige Daten für April bestätigen die Stabilität des Trends einer weiteren Verlangsamung der Inflationsprozesse. Es gibt alle Anzeichen dafür, dass die Kerninflation bis Jahresende bei etwa 5 Prozent liegen wird und die Gesamtinflation unter dem Zielwert von höchstens 7 Prozent bleibt“, so der Nationalbankchef.
Gleichzeitig wies er auf einige besorgniserregende Trends hin. „In der Wirtschaft ist im ersten Quartal eine gewisse Verlangsamung zu verzeichnen. Bei einzelnen makroökonomischen Indikatoren liegt die Entwicklung unter den Prognosewerten. Das BIP sank um 0,4 Prozent, die Investitionen in Sachkapital um 3 Prozent. Das Baugewerbe und die Industrie bleiben im Minus. Das Großhandelsvolumen verringerte sich um 3,8 Prozent, die Güterbeförderung um 1,5 Prozent“, sagte Golowtschenko.

Die Nationalbank beunruhige vor allem die negative Dynamik der Investitionen in Sachkapital und der Rückgang des Investitionsanteils am BIP. Golowtschenko betonte, dass Bankkredite die einzige Quelle seien, die einen positiven Beitrag zum Wachstum der Sachkapitalinvestitionen geleistet hätten. Den stärksten Rückgang gebe es bei den Investitionen aus Eigenmitteln der Unternehmen.

„Tatsächlich ist das Investitionsvolumen im Bankensektor insgesamt im ersten Quartal um mehr als 4 Prozent gesunken. Das bedarf zumindest einer ernsthaften Erklärung – angesichts des Ressourcenpotenzials, das den Banken zur Verfügung steht“, so der Nationalbankchef.

Das Ergebnis sei unter anderem durch die hohe Vorjahresbasis beeinflusst worden, die mit der Umsetzung mehrerer Großprojekte verbunden war. Auch die Investitionsnachfrage sei zurückgegangen. „Doch mit einer durchschnittlichen freien Liquidität von etwa 2,5 Milliarden Rubel in den Monaten Januar bis März verfügen die Banken über ausreichende Reserven, um die Investitionsentwicklung des Landes stärker zu unterstützen“, betonte Roman Golowtschenko.
Er unterstrich, dass die Banken in dieser Frage eine proaktive Politik betreiben sollten. Der entstandene Liquiditätsüberschuss ermögliche es, die Kreditkosten zu senken.

„In der Praxis zeigt sich jedoch ein gegenteiliger Trend. Im März lagen die Durchschnittszinsen für Investitionsfinanzierungen bei 10,7 Prozent pro Jahr gegenüber 10 Prozent im Dezember 2025. Das trägt nicht zur Aufrechterhaltung der Investitionstätigkeit bei. Problemfragen gibt es nicht nur im Kreditbereich, sondern auch bei anderen Zielindikatoren, die im Januar dieses Jahres vorgegeben wurden“, so Roman Golowtschenko.

Auf der erweiterten Vorstandssitzung wurden zwei Themen behandelt – die Ergebnisse der Geldpolitik im ersten Quartal und die Erfüllung der für 2026 festgelegten Zielvorgaben.

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