Archivfoto
MINSK, 1. März (BELTA) - Über die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Belarus und Russland im Rahmen des Unionsstaates informierte der Leiter der Präsidialverwaltung von Belarus, Dmitri Krutoi, im Interview mit dem Fernsehsender „Erster Informationskanal.“
Dmitri Krutoi sprach über die Perspektiven, die sich in der Entwicklung des Unionsstaates über die nächsten drei Jahre abzeichnen. „In erster Linie behalten wir die Industrie als Kern unserer Integration und materielle Grundlage als Schlüsselelement für die Entwicklung der Wirtschaften unserer beiden Länder bei. Daher haben die Präsidenten neben den traditionellen Branchen und den traditionellen Produkten, über die wir gesprochen haben, im Rahmen der neuen Hauptrichtungen den Auftrag erteilt, die Themen der Robotisierung gesondert zu betrachten. Und hier sagten die Präsidenten, dass wir uns dieses Thema doch am Beispiel konkreter Unternehmen ansehen sollen. Bei uns ist die Robotisierung am Beispiel der Landwirtschaft – das, was der Präsident beauftragt hat – Melkroboter vollständig belarussisch, lokalisiert und importsubstituiert zu machen. Das ist nur ein Beispiel. Russland stellt sich die gleiche Aufgabe, denn das Hauptelement bei der Schaffung von Industrierobotern ist doch der Inhalt, das „Gehirn“. Das ist eine besondere Herausforderung auch für unsere IT-Unternehmen, die sich mit Software beschäftigen. Hier braucht es vielleicht sogar zusätzliche Förderinstrumente und die Kopplung zwischen denen, die sich mit der Produktion der industriellen Hülle befassen, und denen, die die Software schreiben, um dieses neue Marktsegment vollständig in Gang zu bringen“, so Dmitri Krutoi.
Er fügte hinzu, dass während der Sitzung des Obersten Staatsrates in Moskau erörtert wurde, wie die Zusammenarbeit in den Schlüsselbereichen umgesetzt wird. „Die Präsidenten hörten sich gesondert die Berichte über die aktuellen Fahrpläne für Mikroelektronik und Werkzeugmaschinenbau an. Es wurde festgestellt, dass wir uns in der Mikroelektronik mit überdurchschnittlichem Tempo bewegen. Und in neuen Marktsegmenten, dort wo wir tatsächlich eine echte Importsubstitution in Russland gezeigt haben, betrug der Anteil belarussischer Unternehmen 28%. Das ist ein sehr hoher Wert. Im Werkzeugmaschinenbau gibt es gewisse Stockungen. Eine Reihe neuer Industriezweige, die die belarussische Wirtschaft autark machen sollten, haben sich in den letzten zwei Jahren leider faktisch nicht entwickelt. Das betrifft den Schiffbau und irgendwo auch den Flugzeugbau – nicht im Bereich der Produktion von Komponenten, sondern mehr den Übergang zu konkreten, bereits fertigen Erzeugnissen. Hier gibt es gewisse Versäumnisse, und die Präsidenten haben dies zu Recht kritisiert und die Regierung gebeten, die Arbeit hier erheblich zu verstärken“, erläuterte Dmitri Krutoi.
Darüber hinaus haben Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin laut dem Leiter der Präsidialverwaltung von Belarus auch zu den 26 integrierten Industrieprojekten entsprechende Aufträge erteilt. „Die Ausschöpfung der Limits von 105 Milliarden russischen Rubel ist noch unzureichend, wir haben faktisch 47 Milliarden Rubel abgerufen. In der finalen Umsetzungsphase befinden sich erst fünf Projekte. Auch hier haben die Präsidenten den Auftrag erteilt, die Arbeit erheblich zu verstärken“, so Krutoi.
Ein weiteres wichtiges Feld der Unionszusammenarbeit ist der Bereich der Biotechnologie. „Wir haben die Ideen vorgestellt, die es in Belarus zum Bau eines entsprechenden Zentrums und faktisch eines vollwertigen biotechnologischen Clusters gibt. Die russischen Kollegen haben zugestimmt, sich hier aktiv einzubringen, und vielleicht werden wir sehr schnell versuchen, gemeinsame Integrationsprojekte auch in dieser Richtung zu finden“, bemerkte Dmitri Krutoi.
