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09 Januar 2026, 11:30

Komplott, Verrat und Trumps Zugeständnis. Die wichtigsten Erklärungen von Lukaschenko zu Venezuela 

Der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, hat sich bei der Preisverleihung in Minsk zu einer Reihe aktueller internationaler Fragen geäußert. Die wichtigsten Aussagen betrafen die Situation um Venezuela und vor allem die gewaltsame Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores in die USA sowie die weitere Entwicklung der Situation. Wir haben diese Aussagen im folgenden Text zusammengefasst.
Zuerst erinnerte Alexander Lukaschenko daran, dass das venezolanische Volk einst dem belarussischen Volk sehr geholfen habe. „Manch einer mag das vergessen haben, ich aber nicht. Venezuela hat Belarus sehr geholfen, ja beinahe gerettet. Das war noch zu Zeiten von Hugo Chávez, als er noch mit Nicolas Maduro zusammenarbeitete. Ich war oft dort, ich kannte die beiden Politiker sehr gut“, sagte das Staatsoberhaupt.

Über die Ursachen und Folgen der amerikanischen Operation 

„Bereits gestern sagte ich: Wenn die Amerikaner ein zweites Vietnam wollen, werden sie es bekommen. Unabhängig von der weiteren Entwicklung denke ich, dass sie das verstanden haben. Die Drohung einer Bodenoffensive gegen Venezuela zeigt, dass sie sich bewusst sind, dass diese Operation nicht in ihrem Interesse verlaufen wird. Tausende werden dabei bereits ihr Leben verlieren, und das betrifft auch die Amerikaner. Ich glaube nicht, dass Donald oder irgendjemand anderes das wünscht.“
„Aber Sie müssen sich darüber im Klaren sein: Amerika ist ein sehr komplexes Land. Es ist nicht wie unseres, oder auch nicht wie Russland oder andere Länder. Ich denke, dies ist höchstwahrscheinlich Donald Trumps Zugeständnis an das Militär. Erinnern Sie sich, wie Menschen aus Afghanistan flohen, sich an Flugzeugfahrwerken festklammerten und auf der Landebahn abstürzten? So eine Schande! Nun, sie mussten zeigen, dass sie zu etwas fähig sind“, sagte der belarussische Präsident.
„Aber einmal mehr haben sich die Vereinigten Staaten in eine sehr unangenehme Lage gebracht. Ich habe euch immer davor gewarnt: Bevor ihr irgendwelche Schritte unternehmt, müsst ihr darüber nachdenken und euch fragen: ‚Wie geht es weiter?‘ Was tun wir jetzt? Ja, die Reaktion der Welt ist widerlich, einfach widerlich. Aber die allgemeine Unzufriedenheit und die negative Reaktion auf diesen Vorfall sind deutlich. Jeder wird seine Schlüsse daraus ziehen. Jeder versteht, was in dieser Hinsicht in der Welt vor sich geht, und jeder wird daran denken, sein Land zu schützen“, sagte Alexander Lukaschenko.

Über die mutige Tat von Maduros Ehefrau und die „US-Justiz“

Cilia Flores, die Ehefrau des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, der in die USA abgeschoben wurde, erhielt das Angebot, in ihrer Heimat zu bleiben. Aber sie zog es vor, das Schicksal ihres Ehemannes zu teilen.

„Der Präsident wurde gefasst. Man sagte seiner Frau: ‚Sie können bleiben, wir haben keine Ansprüche gegen Sie.‘ Sie sagte: ‚Nein, ich bleibe bei ihm.‘ Ich kenne Flores (Cilia Flores, Nicolás Maduros Ehefrau), sie ist eine sehr mutige Frau. ‚Ich bin bei meinem Geliebten.‘ Sie brachten sie nach Amerika und beschuldigten sie des Drogenhandels“, sagte das Staatsoberhaupt.
„So viel zur Gerechtigkeit, die sie uns unser ganzes Leben lang gepredigt haben. Haben Sie es satt? Sie hatten nie, haben nicht und werden nie Wahrheit oder Gerechtigkeit haben“, betonte der belarussische Präsident.

Über die wahren Ziele der USA und versäumte Chancen 

„Ich bin Donald Trump dankbar, dass er es offen sagt: „Öl, wir wollen Öl!“ Ich sage das mit Leid, da ich selbst am Anfang zu einem gewissen Grad in diese Situation hineingezogen wurde. Ich habe die Amerikaner darüber informiert, dass die Venezolaner bereit sind, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich sagte, dass es nicht nötig wäre, allerlei Dummheiten zu begehen, weil ihre Behebung viel schwieriger sein würde. Lasst uns noch darauf schauen, wie das Gerichtsverfahren gegen Maduro laufen wird. An seinem Fall arbeiten professionelle Richter und Anwälte“, sagte das Staatsoberhaupt.
„Aber ich habe alle Nachrichten von Nicolas Maduro übermittelt. Sie haben mein Treffen mit dem venezolanischen Botschafter in der Russischen Föderation gesehen. Das ist sein Unterstützer, sein Helfer, sie waren immer zusammen. Ich kenne ihn auch gut - ein Militärmann, der noch unter Hugo Chávez arbeitete. Alles, was die Amerikaner wollen, konnte man ohne Maduros Entführung zustande bringen“, ist sich Alexander Lukaschenko sicher.
„Aber Trump wollte unbedingt einen „Helden“ spielen. Gegen wen? Gegen einen wehrlosen Mann? Man hat alle seinen Leibwächter getötet. Er und seine Ehefrau wurden verletzt, nach Amerika gebracht. Ist das ihr „großes Heldentum?“. Ein Imperium, das mehr als eine Billion Dollar für Waffen ausgibt“, fügte der Präsident hinzu.

Über das Komplott und Verrat in Venezuela

„Ich möchte, dass Sie verstehen: Dort hat es alles gegeben. Vereinbarungen, Geld, das bestimmten Leuten in Venezuela ausgezahlt wurde. Sowohl Militärangehörigen als Zivilisten. Es gab also ein Komplott, es gab einen Verrat. Alles war im Spiel“, sagte der belarussische Staatschef. 
„Deshalb müssen wir so vorsichtig wie möglich sein“, betonte das Staatsoberhaupt.

Über das US-Spektakel und russischen Öltanker 

Alexander Lukaschenko erinnerte daran, dass er in seinen Verhandlungen mit den Amerikanern nicht nur die Belarussen, sondern auch die Russen davor gewarnt habe, dass die Vereinigten Staaten möglicherweise eine Art Inszenierung planen.

„Ich habe es ihnen stets gesagt und auch meinen älteren Bruder kurz vor diesem schrecklichen Ereignis (zwischen den USA und Venezuela) gewarnt: Hätte es dieses Schauspiel der Amerikaner und des Westens nicht gegeben, wären wir nicht erneut so hinters Licht geführt worden. Heute bin ich fest davon überzeugt, dass das der Fall ist. Warum war es erforderlich, kürzlich einen leeren russischen Tanker unter russischer Flagge zu beschlagnahmen? Was sollte das bringen, wenn Frieden in der Ukraine angestrebt wird?“

Über das „Venezuela-Szenario“ in Belarus

Der Sicherheitsrat der Republik Belarus habe im Vorjahr alle Szenarien für den „Ernstfall“ durchgespielt. Auch für den Fall, dass etwas dem Präsidenten zustoßen würde. „Wir haben dieses Szenario vorausgesehen. Das, was in Venezuela passiert ist, wird in Belarus nicht geschehen. Selbst wenn, dann haben wir für diesen Fall konkrete Schritte vorgesehen“, sagte Alexander Lukaschenko. 

„Damit das nicht passiert, haben wir als politische und gesellschaftliche Elite immer vorne sein und sehen, was zu tun ist. Jeder soll an seinem Platz das Beste tun. Jeder. Welche Diktatur auch herrschen würde, können wir nicht jeden zwingen, das zu tun. Wir sind verdammt, in dieser verrückten, wütenden Welt immer vorne zu sein. Wenn wir das begreifen, wird alles gelingen", betonte Alexander Lukaschenko

Über belarussische Militärangehörige, die die Staatsgrenze verteidigen

Der Präsident bedauerte, dass die Situation in der Welt dazu zwingt, erhebliche Mittel für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Staates auszugeben: „Wir wurden erneut davon überzeugt, dass wir stark sein müssen. Wir sehen uns gezwungen, mehr Geld für Waffen auszugeben, um unser Militär auszubilden.“

Alexander Lukaschenko bat alle Anwesenden, sich bei den belarussischen Soldaten für ihre tägliche Arbeit zum Schutz des Heimatlandes zu bedanken. „Wir sitzen in einem relativ warmen Ort und feiern. Und die Militärs sind da draussen, sie schützen unser Heimatland. Viele sind an der Grenze. Nicht nur die Grenzbeamten. Viele Soldaten sind nicht weit von der Grenze und immer in höchster Bereitschaft, unser Land zu verteidigen. Wollen wir ihnen für ihre Arbeit danken“, sagte das Staatsoberhaupt.

Der Saal des Palastes der Republik hat diese Worte mit stehendem und andauernden Beifall begrüßt.
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