Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 10. März (BelTA) – Die Enkelin von Iwan Schamjakin, die Dozentin und Kandidatin der philologischen Wissenschaften Slawjana Schamjakina, kommentierte im Projekt „Thema im Gespräch. Die Unsrigen“ auf dem YouTube-Kanal der Nachrichtenagentur BELTA die Aktualität des kreativen Erbes des Schriftstellers.
Als Literaturwissenschaftlerin kommentierte Slawjana Schamjakina die Aussagen, dass ihr berühmter Großvater ein Schriftsteller der Sowjetperiode ist und deshalb nur für jene Epoche relevant gewesen ist. „Aus literaturwissenschaftlicher Sicht unterscheidet man sogenannte konkret-historische Themen und ewige Themen. Ewige sind jene, die immer aktuell sind. Das sind Liebe und Familie, Krieg und Frieden, Leben und Tod, Güte und Böse usw. Bei Iwan Schamjakin gibt es sowohl die einen als auch die anderen. Mehr noch – in seinen Werken verbinden sich diese Themen. Die Haupthandlung kann konkret-historisch sein, aber es werden, wie bei den meisten anderen klassischen Schriftstellern auch, andere Themen berührt. Fjodor Dostojewski oder Lew Tolstoi zum Beispiel schrieben ebenfalls über ihre Zeit. Aber unter dem Hauptthema gibt es, wie bei Iwan Schamjakin, immer auch ewige Themen, egal welchen Roman man nimmt“, betonte die Enkelin des Schriftstellers.
Slawjana Schamjakina wies darauf hin, dass für das Schaffen von Iwan Petrowitsch bei der Beschreibung der Charaktere eine Verbindung von Gesellschaftlichem und Persönlichem typisch ist. „Das heißt, der Charakter ist sowohl Vertreter seines Berufsstandes als auch öffentlich tätiger Mensch – damit ist eine Handlungslinie verbunden. Gleichzeitig ist er Familienmensch – das Thema seines Privatlebens, seiner Beziehungen zu Ehefrau und Kindern wird berührt“, betonte sie.
Oft wird diese Symbiose auch in den Titeln der Werke hervorgehoben. „Den Titel „Atlanten und Karyatiden“ halte ich für sehr gelungen. Hier werden zwei Themen angesprochen: Architektur und Stadtentwicklung sowie die Beziehung zwischen Männern und Frauen. Und schon im Titel sind diese beiden Themen miteinander verwoben. Einerseits sind Atlanten und Karyatiden architektonische Verzierungen in Form von Säulen, andererseits sind es Darstellungen von Männern und Frauen. Und schon im Titel haben sich diese beiden Themen – das konkret-historische und das ewige – so symbolhaft verbunden. Und im Prinzip ist es bei jedem Werk, das man nimmt, genau so – ewige Themen bleiben immer aktuell. Und wenn moderne Menschen diese Werke lesen, werden sie selbstverständlich auch etwas finden und sehen, das ihnen nahe ist“, so sie.
