ASTANA, 24. April (BelTA) – Neue Technologien ermöglichen es, zwischenstaatliche Beziehungen zu stärken, insbesondere auf dem Gebiet der postsowjetischen Länder. Darauf machte die geschäftsführende Direktorin der Vereinigung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt Kasachstans, Wera Woronowa, am Rande des Regionalen Umweltgipfels 2026 (RES-2026) in Astana aufmerksam.
Neue Technologien und Offenheit der Kommunikation stärkten die zwischenstaatlichen Beziehungen, besonders zu Ländern des postsowjetischen Raums, so Wera Woronowa. Die Expertin betonte das gegenseitige Interesse an Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit Spezialisten aus Belarus: Die Kooperation erfolge auf verschiedenen Ebenen – von der Umsetzung von Projekten über Foren, Seminare bis hin zu persönlichen Kontakten.
Ein Bereich für die Bündelung der Kräfte ist die Ornithologie. „Vögel migrieren von Land zu Land, daher ist es unmöglich, sie lokal zu schützen. Außerdem ist es wichtig, die Migrationsprozesse zu erforschen. Früher gab es ein großes Programm zur Beringung von Vögeln, bei dem Ornithologen die Vögel beringten und ihre Routen verfolgten. Heute werden in Kasachstan moderne Methoden zur Verfolgung des Vogelzugs eingesetzt. Eine davon ist die Nutzung von Satellitensendern, um Daten über den Aufenthaltsort der Individuen zu erhalten. Zweimal täglich kann man mit hoher Präzision die Richtung und Zugrouten der Vögel, ihre Rastplätze, Brutplätze usw. verfolgen. Die Daten von GPS-Sendern ermöglichen die Erstellung von Karten der Bewegungswege der beringten Vögel“, so die Expertin. Wera Woronowa lobte auch die Erfahrung der belarussischen Kollegen bei der Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit in ornithologische Fragen.
Im weiteren Sinne wurden die Anwendung moderner digitaler Lösungen und Technologien der künstlichen Intelligenz für Umweltfragen auf einer der Sitzungen des RES-2026 diskutiert. Die Direktorin der Abteilung für digitale Entwicklung der Regionen des kasachischen Ministeriums für künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung, Nasgül Baschajewa, betonte die Bedeutung der republikanischen Entwicklungen. Die Rede ist vom nationalen Supercomputer-Cluster Alem.Cloud, der in die Liste der leistungsstärksten Rechensysteme der Welt aufgenommen wurde. Er belegt den 86. Platz im internationalen Ranking der leistungsstärksten Rechensysteme der Welt. Praktische Lösungen und Anwendungsfälle von KI-Plattformen könnten auch im Umweltbereich nützlich sein.
Auf die Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Einführung und Erprobung solcher Plattformen und mehr wies der Generaldirektor des Informations- und Analysezentrums für Umweltschutz Kasachstans, Aschat Koschumow, hin. „Die Digitalisierung verändert bereits heute die Ansätze für Umweltkontrolle und Umweltmonitoring. Diese Anwendungsfälle ermöglichen es, genaue und objektive Informationen zu erhalten und schnelle praktische Entscheidungen zu treffen. Der Hauptfokus liegt auf vorbeugenden Maßnahmen“, betonte er. Er erinnerte daran, dass die Beseitigung von Umweltproblemen finanziell und ressourcentechnisch weitaus aufwendiger sei als ihre Verhinderung.
Insgesamt umfasst das Programm des Gipfels 58 Sitzungen. Im Ergebnis des groß angelegten Forums wird die Erarbeitung von mehr als 50 Dokumenten sowie von Initiativen und Investitionsvereinbarungen im Wert von über 2 Milliarden US-Dollar erwartet. Es geht um konkrete Mechanismen, Technologien, Institute und Finanzierungsprogramme.
Drei Tage lang fanden Diskussionen zu verschiedenen Themen und Bereichen im Nonstop-Modus statt und brachten Experten, Analysten, Meinungsführer, Regierungsvertreter und Jugendliche zusammen. Treffen, Diskussionsforen, Präsentationen und Konsultationen ermöglichten es, sich in die Thematik zu vertiefen und strategische Instrumente zu benennen.
Der Regionale Umweltgipfel 2026 in Astana vereinte am 22. bis 24. April erneut Staatsoberhäupter, Politiker, Vertreter internationaler Organisationen, Finanzinstitute und Experten. Das Hauptziel ist die Förderung koordinierter Maßnahmen gegen ökologische und klimatische Herausforderungen in Zentralasien. Das groß angelegte Forum wurde von der Regierung Kasachstans in Partnerschaft mit den Vereinten Nationen und internationalen Interessengruppen organisiert. Es dient als hochrangige Plattform zur Abstimmung regionaler Prioritäten, zur Stärkung der Zusammenarbeit und zur Förderung praktischer Lösungen in den Bereichen Wasser, Energie, Landnutzung und Ernährung.
