MINSK, 6. Februar (BelTA) - Inna Medwedewa, Vorsitzende des Nationalen Statistikkomitees (Belstat), sprach vor Beginn einer erweiterten Vorstandssitzung der Behörde mit Journalisten über den Einsatz neuer Technologien in der Statistik.
Auf die Frage, wie Belstat derzeit Technologien der künstlichen Intelligenz in seine Arbeit integriert, antwortete Medwedewa: lediglich als zusätzliche Unterstützung.
„KI wird uns nicht ersetzen. Sie hilft bei der Datenverarbeitung, aber nicht bei den Primärdaten. Ein Chatbot für die Beantwortung technischer Fragen ist bereits im Einsatz“, sagte sie. „Wir planen, KI zur Identifizierung von Duplikaten in den staatlichen Daten einzusetzen.“
Laut Medwedewa läuft bereits ein Pilotprojekt zum Einsatz von maschinellem Lernen und großen Sprachmodellen zur Klassifizierung wirtschaftlicher Aktivitäten.
Darüber hinaus implementiert Belstat aktiv innovative Ansätze in den statistischen Produktionsprozessen. Im vergangenen Jahr wurde eine Prototyp-Smartphone-App entwickelt, die den QR-Code auf Kassenbons scannt und die Kaufdaten automatisch in elektronische Haushaltskalender einträgt. Wie Inna Medwedewa erklärte, soll im nächsten Schritt die Meinung der Öffentlichkeit zum neuen Datendarstellungsformat eingeholt werden. Basierend auf den Ergebnissen werden die Nutzer, die ihre Bereitschaft zur Nutzung bekunden, an einen elektronischen Dienst weitergeleitet.
Die Vorsitzende von Belstat erörterte zudem wichtige Ergebnisse der sektoralen Methodik, darunter die erstmalige Bewertung des Beitrags der Kreativwirtschaft zum BIP des Landes. Auf Basis der Daten für 2022/23 lag dieser Wert bei rund 5 %. Inna Medwedewa betonte, dass dieses Ergebnis die Entwicklung des Dienstleistungssektors belege und ein klares Zeichen für den Übergang zu einer wissens-, innovations- und immateriellen Wirtschaftsstruktur sei.
