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MOSKAU, 28. April (BelTA) – In der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) plant man die Schaffung einer Eurasischen Analyseplattform, die ein Format für die regelmäßige Zusammenarbeit der wissenschaftlich-expertischen Gemeinschaften der Mitgliedstaaten der Organisation werden soll. Dies geht aus einer Botschaft an die Experten- und Wissenschaftsgemeinschaften der OVKS-, der GUS- und der SOZ-Mitgliedstaaten hervor, die am 27. April in Moskau auf der internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Konturen einer neuen Architektur der kollektiven Sicherheit: Aktuelle Fragen der Informations- und Analysepartnerschaft der OVKS“ verabschiedet wurde.
Die Teilnehmer der Konferenz halten es für notwendig, die gemeinsame Ausarbeitung von Ansätzen zur Abstimmung und Umsetzung von Vereinbarungen vorzuschlagen, die die Regeln und Normen der internationalen Zusammenarbeit in Bezug auf die Beilegung von Konflikten zwischen Staaten und zwischenstaatlichen Vereinigungen sowie die Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung und das Wohlergehen von Ländern und Völkern festlegen. Die Grundlage für die Ausarbeitung eines universellen Dokuments, das zentrale Fragen der Friedens- und Sicherheitsstärkung regeln könnte, könnte die von belarussischer und russischer Seite initiierte Eurasische Charta der Vielfalt und Multipolarität im 21. Jahrhundert sein.
Es wird ferner vorgeschlagen, die OVKS neben anderen internationalen Vereinigungen in Eurasien als grundlegende Elemente eines entstehenden eurasischen Sicherheitssystems zu betrachten. Dazu, so heißt es in der Botschaft, sei es notwendig, die Zusammenarbeit dieser Vereinigungen auf institutioneller Ebene zu gewährleisten, um Empfehlungen zur Optimierung der politischen Praktiken im Sicherheitsbereich zu erarbeiten.
Darüber hinaus erklärten die Konferenzteilnehmer die Notwendigkeit, die Anstrengungen zur Informationsunterstützung der Initiativen der OVKS, der GUS und der SOZ im Sicherheitsbereich zu intensivieren, um eine breite und nachhaltige öffentliche Unterstützung für die Politik dieser Integrationsvereinigungen zu schaffen.
An der vom OVKS-Sekretariat organisierten Konferenz nahmen Leiter und Vertreter internationaler Organisationen, staatlicher Stellen, diplomatischer Missionen sowie führender Experten-, Bildungs- und Forschungsinstitute der OVKS-, GUS- und SOZ-Mitgliedstaaten teil, darunter Belarus, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, China und Indien.
Im Rahmen der Plenarsitzung und der folgenden Veranstaltungen – der Arbeitssitzung „Integrationsprojekte in Eurasien: Probleme und Perspektiven der Zusammenarbeit auf dem Weg zur Gewährleistung kollektiver Sicherheit“ und dem runden Tisch „Eurasische Analyseplattform: Neue Ansätze in der neuen geopolitischen Realität“ – wurden zentrale Fragen der eurasischen Sicherheit erörtert. Es wurde die Unumkehrbarkeit der Herausbildung einer polyzentrischen Weltordnung sowie die Notwendigkeit der Bündelung der Potenziale von OVKS, GUS und SOZ zur Gewährleistung regionaler Stabilität festgestellt. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung des Übergangs von einem reaktiven Sicherheitsmodell zu einem kognitiven Modell, das auf gemeinsamer Fachkenntnis, Prognose und hochwertiger Informations- und Analyseunterstützung für Entscheidungen basiert. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Projekt der Eurasischen Analyseplattform als einem dauerhaften digitalen System für den Dialog der Experten- und Wissenschaftsgemeinschaften mit internationalen Organisationen, der Krise des internationalen Sicherheitsrechts, der Hybridisierung von Bedrohungen und der Notwendigkeit einer kollektiven „Großstrategie“ für Eurasien.
