NAROWLJA, 27. April (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Aufgabe gestellt, die Baukosten für Milchviehanlagen (MVA) nach Möglichkeit zu senken. Das erklärte er bei einem Besuch der Milchviehanlage „Budki“ der Versuchswirtschaft „Krinitschnaja“.
Nachdem sich das Staatsoberhaupt über die Arbeitsorganisation auf der Anlage, die bisherigen Ergebnisse und die weiteren Entwicklungspläne informiert hatte, stellte er klar: „Das ist teuer. Man muss versuchen, billiger zu bauen.“ Man müsse ein Modell finden, bei dem man die Preise regelrecht runterbeiße.
„Das ist natürlich ein sehr teurer Komplex. Ein luxuriöser Komplex – solche können wir nicht überall bauen. Aber die Rendite muss natürlich auch stimmen“, schloss der Präsident.
Wegen der hohen Kosten eignet sich eine solche Anlage nicht für eine flächendeckende Nachahmung im ganzen Land. Dem stimmt auch der Vorsitzende des Gebietsexekutivkomitees Gomel, Iwan Krupko, zu. Bei der Planung weiterer Milchviehanlagen in der Region würden die Vorhaben entsprechend angepasst, um sie zu optimieren und überflüssigen Schnickschnack wegzulassen. „Man lernt nie aus. Wir passen jede Anlage nach, setzen mehr Beton ein“, präzisierte er. „Das ist ein Projekt aus dem Jahr 2020, das wir jetzt fertiggestellt haben. Wir beraten auf Regierungs- und Ministeriumsebene, erarbeiten Maßnahmen und streichen alles, was man nur irgendwie streichen kann.“
Als Argument werde mitunter angeführt, dass die Betriebe mit eigenen Mitteln bauten und daher frei entscheiden könnten. Doch der Staat subventioniere die Landwirtschaft, erinnerte der Präsident. „Man könnte Geld für andere Projekte sparen“, betonte er.
Die Milchviehanlage „Budki“, die das Staatsoberhaupt besuchte, wurde 2024 in Betrieb genommen. Der Betrieb verfügt über 927 Tiere, davon 600 Milchkühe. Dabei ist die Anlage selbst für mehr als 3.100 Tiere ausgelegt, darunter 1.200 Milchkühe. Wie dem Staatsoberhaupt berichtet wurde, plant man nach Erreichen der vollen Auslastung eine tägliche Abgabe von etwa 40 Tonnen Milch.
Künftig soll auf der Versuchswirtschaft ein Mastlager für Rinder gebaut werden – eine speziell ausgestattete Fläche, die in der warmen Jahreszeit zur Haltung, Fütterung und zum Melken der Tiere auf oder in der Nähe von Weiden dient.
Wie Iwan Krupko dem Präsidenten mitteilte, habe das Gebietsexekutivkomitee Gomel beschlossen, 160 Aufzuchtställe für insgesamt 26.000 Kälber zu bauen. An allen diesen Objekten seien bereits die Arbeiten aufgenommen worden. „Aufzuchtställe allein lösen nicht das ganze Problem der Kälberverluste. Die Veterinärmedizin ist auch nicht das Wichtigste. Es kommt auf die Organisation an und auf die menschliche Einstellung den Tieren gegenüber“, betonte das Staatsoberhaupt.
Der Präsident erinnerte zudem an einen kürzlich erteilten Auftrag, beim Bau von Kälberställen Holz zu verwenden. Dabei müssten die Bautechnologien eingehalten werden, ohne unnötige Geldsummen zu verschwenden. „Holz muss genutzt werden. Man braucht keine Unsummen auszugeben“, fügte er hinzu.
Der belarussische Staatschef ging gesondert auf die Landwirtschaft in dieser Region ein und lobte das hohe Niveau der Bodenbearbeitung. „Hier ist das Niveau der Landwirtschaft sehr hoch – nicht nur für die Prypjat-Kreise, sondern für das ganze Land, wenn es überall so wäre“, sagte Alexander Lukaschenko.
