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Gesellschaft
07 Mai 2026, 16:10

„Menschen hier sind wunderbar, sehr fürsorglich“: Ehemaliger US-Flugzeugingenieur über sein Leben in Minsk

MINSK, 7. Mai (BelTA) - Was hat den ehemaligen Flugzeugingenieur, Musiker und gebürtigen Einwohner von Los Angeles Marc Aaron Hadnall in Belarus fasziniert? Darüber erzählte er in der neuen Ausgabe von „Ehrliche Geschichte.“

Marc berichtete, dass mit der Republik ein sehr wichtiges Ereignis in seinem Leben verbunden sei: „Mein erster Sohn, mein erstes Kind wurde hier vor 22 Jahren geboren.“

Er erzählte die Geschichte, wie er die zukünftige Mutter seines Sohnes kennengelernt hatte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich die mexikanische Küche lieben würde – und mein Lieblings-Restaurant ausgerechnet in Abu Dhabi sein würde, wo eine Belarussin als Kellnerin arbeitete. Sie war die erste Belarussin, die ich traf. Und etwa einen Monat später wurde sie schwanger. Wir kannten uns kaum, daher hat es mit der Beziehung nicht geklappt. Aber wir bekamen ein Kind. Mein Vater war für mich da, und ich liebte ihn sehr – und ich wünschte mir dasselbe für meinen Sohn. Ich wäre sogar bereit gewesen, meine Arbeit zu kündigen, um auch nur einen Monat pro Jahr hierherkommen zu können – was für einen Amerikaner sehr schwer ist, denn unser Urlaub beträgt normalerweise nur zwei Wochen. Und als meine Arbeitgeber mir den Urlaub verweigerten, kündigte ich – aber ich konnte immer einen neuen Job finden. Meine Fähigkeiten waren sehr gefragt“, so der Musiker.

In den ersten Jahren, wenn er nach Belarus kam, konnte er kein einziges Wort von dem verstehen, was die Leute hier sagten. „Die Stadtarchitektur gleicht überhaupt nicht der von Los Angeles. Aber ich begriff sehr schnell: Die Menschen hier sind wunderbar, sehr zuvorkommend. Und deshalb fühlte ich mich wirklich wie zu Hause. Und schließlich wurde Belarus mein Zuhause. Ich arbeitete in der Hochtechnologiebranche und lebte im Silicon Valley. Hier dagegen gab es in den Cafés kein WLAN – und überhaupt nur wenige Cafés. Selbst in den Hotels war das Internet nicht besonders gut. Dazu meine geringen Sprachkenntnisse. Ich hatte keine Angst vor Problemen, aber es war sehr schwer. Die Sprachbarriere bremst mich noch immer aus, aber ich arbeite intensiv daran. Am schwersten war es, sich zu Hause zu fühlen. Aber alles verändert sich – und Belarus ist heute ganz anders. Ich glaube, viele Menschen nehmen das als selbstverständlich. Aber als ich 2005 hierherkam, hatte ich das Gefühl, in die letzten Jahre der Sowjetunion geraten zu sein. Ich wohnte in einem staatlichen Hotel, und alles war völlig anders als ich es gewohnt war. Ich mietete eine Wohnung, verbesserte meine Sprachkenntnisse und fühlte mich sicherer. Manchmal verirrte ich mich, fuhr mit dem Taxi in die falsche Richtung, kam nicht mehr zurück, musste Jugendliche ansprechen – denn ältere Menschen sprachen überhaupt kein Englisch. Nach und nach lernte ich, mich in der neuen Umgebung wohlzufühlen", erzählte Marc über seine Ankunft in der Republik.

„Ich hoffe, dass sich ein Ding in Belarus nie verändern wird: die Schönheit und Güte der belarussischen Frauen. Sie haben mir zum Teil geholfen, den Mut nicht zu verlieren – selbst wenn es sehr schwer war. Einige Menschen, die ich hier traf, haben einen besonderen Platz in meinem Leben eingenommen. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich alles hingeschmissen, denn zeitweise fielen mir einfach die Hände herunter. Langweilig wird mir jetzt nicht. Hier wurden viele Objekte gebaut: die ‚Arena City‘, der Radweg von der Tschischowka-Arena zur Minsk-Arena. Es gibt viele Freizeitmöglichkeiten, im Winter kann man Ski fahren. Und unzählige neue Restaurants, in denen fast alle Küchen der Welt vertreten sind – nur die mexikanische fehlt fast völlig. Kurz gesagt, Minsk verändert sich und entwickelt sich rasant. Es tut mir leid, dass solche wunderbaren Menschen hier unter den vom Westen verhängten Sanktionen leben müssen. Das ist ungerecht“, betonte Marc Hadnall. 
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