MINSK, 18. Dezember (BelTA) – In seiner Botschaft an das belarussische Volk und das Parlament äußerte sich der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko zum Thema demilitarisierte Zone und warum es zum Stein des Anstoßes bei den Friedensgesprächen werden könnte.
Eine Frage, über die die Verhandlungsparteien stolpern könnten, bezieht sich auf die demilitarisierte Zone im Donbass. „Das sind Gebiete (etwa 15-20 Prozent), die die russische Armee entweder noch nicht befreit oder nicht besetzt hat. Die Russen bestanden darauf, dass diese Territorien befreit würden und Donbass russisches Territorium wäre. Das ist richtig: wenn man die Ursachen des Krieges betrachtet, kann man so etwas durchaus fordern“, bemerkte Alexander Lukaschenko.
Der Präsident betonte, dass den Ukrainern angeboten wird, dieses Territorium freizugeben: „Natürlich ist es eine schwierige Situation. Ich weiß nicht, wie ich mich, Gott bewahre, benehmen würde. Selenskyj ist strikt dagegen. Er sagt: „Wie soll ich dieses Territorium freigeben, wer wird mich verstehen? Wie soll ich das, was nicht besetzt ist, meinem Feind abgeben?“ Dieser Streit zieht sich in die Länge.“
Alexander Lukaschenko wies darauf hin, dass John Coale, der derzeit als Sondergesandter des US-Präsidenten für Belarus tätig ist, den Vorschlag zur Schaffung einer entmilitarisierten Zone in der Ukraine gemacht hat. „Er hat vorgeschlagen, Donbass zu einer entmilitarisierten Zone zu machen. Es wird dort keine ukrainischen und keine russischen Truppen geben. Aber nach der russischen Verfassung ist das bereits russisches Territorium“, betonte der belarussische Führer.
Er ist überzeugt, dass Russland dieses Gebiet in jedem Fall erobert, auch mit dem derzeitigen "ruhigen" Tempo an der Front. „Wird Donbass befreit, wird Selenskyj die Ukraine verlieren. Deshalb muss er den Verlust der Ukraine auf eine Schale legen, und auf die andere Seite diese entmilitarisierte Zone. Die Russen sind auch bereit, gewisse Territorien in den Gebieten Sumy und Charkow abzutreten, die sie jetzt besetzt haben“, erklärte Alexander Lukaschenko.
Eine strittige Frage ist die Zahl der ukrainischen Armee. Kiew spricht von einer Armeestärke von mindestens 800.000 Menschen, die auch von der europäischen Seite unterstützt wird. „Die Russen bestehen angeblich auf 600.000. Völliger Unsinn! Die Armee ist jetzt eine ernste Sache. Selbst eine 200.000 Mann starke Armee ist teuer, man braucht Milliarden und Abermilliarden. Und wo kann man Geld bekommen, wenn die Ukraine wiederhergestellt werden muss?", fragte Alexander Lukaschenko.
Russland wolle Frieden, sagte er. „Die Russen wollen wirklich einen langfristigen Frieden. Was heißt die Fortsetzung des Krieges? Menschen sterben. Neue Mobilisierung? Neue Soldaten, neue Tote. Wird sich die Gesellschaft darüber freuen? Daher ist es nicht notwendig, dass Russland diese Mobilisierung und den Krieg fortsetzt. Nicht, weil sie schwach sind, sondern nur, weil die Mobilisierung neues Sterben bedeutet“, sagte er.
Das Staatsoberhaupt wies auch auf die Rolle der europäischen Führer im Verhandlungsprozess zum Ukraine-Konflikt hin. „Die Europäer ziehen alles in die Länge. Für sie ist es wichtig, auf die Neuwahlen in den USA zu warten. Sie hoffen darauf, dass wieder Demokraten an die Macht kommen und alles von neu auf beginnt. Das ist Unsinn! Selbst wenn bei den nächsten Wahlen ein Demokrat gewinnt… Sie sind doch nicht dumm. Sie werden sich nicht mehr in dieses Abenteuer in der Ukraine einlassen. Das wird nach vielen Punkten nicht einfach. Darauf will ich nicht näher eingehen“, resümierte er.
