Projekte
Staatsorgane
flag Dienstag, 12 Mai 2026
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
09 Mai 2026, 18:57

Tausende Menschen besuchten am Siegestag die Festung Brest 

BREST, 9. Mai (BelTA) – Tausende Belarussen und ausländische Gäste besuchten am Tag des Sieges die Gedenkstätte „Heldenfestung Brest“. Viele von ihnen teilten ihre Familiengeschichten.

Der Brester Nikolai Dmucha sagte, sein Vater habe den Krieg vom ersten bis zum letzten Tag durchgemacht – zuerst in einer Partisaneneinheit bei Gomel, dann in der Roten Armee. „Ich wurde siebeneinhalb Jahre nach dem Großen Vaterländischen Krieg geboren. Ich bin am Beispiel des Heldentums meines Vaters, seiner Brüder und anderer Verwandter erzogen worden. Erst jetzt, mit 73 Jahren, beginne ich vollständig zu begreifen, welch schrecklichen Krieg unsere Vorfahren durchstehen mussten“, so er.
Ein Einwohner von Brest, Alexander Schkut, kam mit seiner Familie zum Feiertag. „Mein Großvater war während des Krieges Lockführergehilfe. Bei einem Feindflug wurde er verwundet, flickte den Kessel der Lokomotive und brachte den Zug mit Munition vom Bahnhof weg, verhinderte so dessen Explosion und die Zerstörung anderer Technik, wofür er mit dem Orden des Roten Sterns ausgezeichnet wurde“, erzählte der Mann.
Die Familie Golowin aus Kaluga besucht traditionell am Tag des Sieges Gedenkstätten. „Das ist einer der wichtigsten Feiertage in unserer Familie. Wir sind in die Festung gekommen, um den Geist der Liebe zum Vaterland zu spüren. Wir möchten bei unseren Söhnen einen ebenso starken Patriotismus fördern“, betonte Anna Golowina. Ihr Urgroßvater war an der Befreiung von Belarus, der Ukraine und Polens beteiligt und wurde 1945 schwer verwundet. Seit zehn Jahren besucht die Familie Heldenstädte und Gedenkstätten. „Bei den Führungen wurde uns erzählt, dass die Festung der Geist des sowjetischen Menschen sei. Von diesem Geist hing der Sieg ab“, fügte Anna Golowina hinzu.
Nicht alle besitzen noch Aufzeichnungen über ihre Angehörigen, die den Krieg durchlebt haben. „Die Geschichte meiner Groß- und Urgroßväter ist verloren gegangen. Früher war es üblich, nicht über den Krieg zu sprechen, deshalb wurden diese Informationen nicht weitergegeben. Am Tag des Sieges empfinde ich gemischte Gefühle. Traurig macht mich der Gedanke, dass wir heute lächeln, einander ruhig ansehen, das Leben genießen können, während Menschen in unserem Alter einst dieser Möglichkeit einfach beraubt wurden. Es war mir sehr wichtig, hierherzukommen. Ich möchte mich jedes Jahr daran erinnern, was der Frieden gekostet hat“, teilte die Bresterin Ksenia Grinkewitsch mit.
Abonnieren Sie uns auf
X
Letzte Nachrichten aus Belarus