„Oruschejka“ ist ein Projekt der Nachrichtenagentur BelTA und des Fernsehsenders "WojenTV" des Verteidigungsministeriums über Bewaffnung, militärische und spezielle Ausrüstung der belarussischen Armee, über Waffen, die sich seit der Sowjetzeit bewährt haben, auch diejenige, die in der neuen Geschichte in Dienst gestellt wurden, sowie vielversprechende Modelle, die das Vertrauen der Menschen in Uniform erst noch gewinnen müssen. Wir erzählen Ihnen von den Waffen und zeigen sie in Aktion.
Die Haubitzen MSTA-S und MSTA-B sind einzigartige Artilleriesysteme mit einer universellen, unglaublich präzisen 152-mm-Fernkanone, die geschaffen wurde, um die Grundlage der Artillerie-Waffen für Jahrzehnte zu bilden. Die beide Haubitzen werden eingesetzt, um sowohl Menschen als auch Gerät und befestigte Stellungen des Feindes zu vernichten. Nicht nur die, die in Sichtweite sind, sondern auch die, die tief in den feindlichen Abwehrpositionen versteckt sind.
Zu Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts arbeiteten mehrere Konstruktionsbüros der riesigen Sowjetunion an der Schaffung einer neuen Artilleriegeneration. Die Truppen benötigten Kanonen mit erhöhter Schussreichweite, guter Feuergeschwindigkeit, die unter allen Bedingungen funktionieren konnten. Außerdem war eine Vereinheitlichung des Kalibers der Feldartillerie erforderlich. Es war geplant, künftig alle Schlepp- und selbstfahrende Kanonen auf eine Variante zu reduzieren.
Das Kaliber 152 mm wurde von den Konstrukteuren und vom Militör als optimal angesehen und zugelassen. Es bot eine perfekte Balance zwischen der zerstörerischen Kraft des Geschosses und der Schussreichweite. Zumal es bis ins kleinste Detail durchdacht wurde: Es gab Dutzende Arten von Geschossen - fragmentarisch-explosive, aktiv-reaktive, korrigierbare und sogar kassettenförmige.
Die Schaffung von Msta-B
Die Arbeiten an einer neuen fahrbereiten Haubitze begannen Mitte der 70er Jahre. Sie sollte moralisch veraltete Systeme ersetzen. Das Konstruktionsbüro des Wolgograder Werks Nr. 9, das für seine Traditionen auf dem Gebiet der Artillerieproduktion bekannt war, nahm der Auftrag auf. Die Ingenieure hatten die Aufgabe, nicht nur ein Muster zu erstellen, sondern auch eine Strategie für die zukünftige Entwicklung der Artillerie zu definieren.
Die Konstruktion musste an die Massenproduktion angepasst, verschleißfest und maximal wartbar gemacht werden. Ziel der Entwicklung war, eine Nachfolgemodell für die Geschütze M1937, D-1 und D-20 zu entwickeln.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Rohrrücklauf geschenkt. Beim Abfeuern eines 152-mm-Geschosses entsteht ein enormer Rückstoß von etwa 80 bis 90 t. Um diese Kraft zu dämpfen, sind am Geschützrohr zwei hydropneumatische Rohrbremsen und Rohrvorholer montiert. So konnte die Waffe selbst bei 3 bis 4 aufeinanderfolgenden Schüssen stabil bleiben.
Der Hauptdurchbruch der Konstrukteure war die Erhöhung der Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses auf fast 700 m / s.
Die Arbeiten an einer fahrbereiten Msta-B Haubitze wurden 1985 erfolgreich abgeschlossen. 1987 wurde das System in die Massenproduktion eingeführt.
Was kann eine Msta-B Haubitze?
Die Msta-B Haubitze gehört zur schweren Feldartillerie. Trotz des beeindruckenden Gewichts von 7 Tonnen ist der Transport für die meisten Armeelastwagen und -traktoren in der Regel nicht schwer. Dabei kann die Bewegungsgeschwindigkeit aufgrund der konstruktiven Merkmale 80 km / h erreichen, während sie im Gelände etwa 20 km / h beträgt.
Das Gewehr ist auf einem zweirädrigen Spreizlafette mit zwei Spreizholmen montiert. So bleibt das Gerät in feuerbarer Stellung immer stabil. Um das Geschütz feuer- oder fahrbereit zu machen, benötigt die 8- bis 10-köpfige Bedienmannschaft rund zweieinhalb Minuten.
Die Msta-B Haubitze enthält eine ziemlich große Auswahl an Geschosstypen und Munition: Sprenggranaten mit Hohlboden, Sprenggranaten mit Base-Bleed, Cargogeschosse mit Hohlboden, Eloka-Geschosse, Präzisionsgelenkte Artilleriegranaten "Krasnopol. Darüber hinaus sind alle Arten von Schüssen mit separater Ladung mit der Haubitze kompatibel, einschließlich derjenigen, die für frühere Artilleriesysteme desselben Kalibers entwickelt wurden.
Die Schussdistanz beginnt ab 5 km und beträgt maximal 25 km für normale Sprengmunition und etwa 30 km, wenn Granaten mit Base-Bleed verwendet werden. Diese Distanz erlaubt es, Ziele weit über die Sichtlinie hinaus zu treffen, auch in der feindlichen Verteidigung. Dies macht die Haubitze besonders wertvoll, wenn sie gegen die Batterie kämpft und auf die hinteren Objekte trifft und die Infanterie über große Entfernungen feuert.
Entwicklung von Msta-S
Als in den 1970er Jahren die Entwicklung einer neuen selbstfahrenden Haubitze in der UdSSR begann, war die Wahl des Geschützes offensichtlich: Msta-B. Die Konstrukteure hatten die Aufgabe, es mit einer mechanisierten Basis zu kombinieren, um ein Gerät zu schaffen, das sofort feuern kann, seine Positionen ohne Verzögerung ändern und unter massivem Artilleriefeuer „überleben“ kann.
Die Vereinheitlichung des Artillerieteils war eine wichtige technische Lösung, die es den sowjetischen Konstrukteuren ermöglichte, Ressourcen zu sparen, die Entwicklung zu beschleunigen und die Kompatibilität von Munition, Ersatzteilen und Berechnungsmethoden sicherzustellen.
Der Hauptentwickler war die Ural-Transportmaschinenfabrik. Drei Jahre brauchten die Konstrukteure für das nee Modell. Als Basis verwendeten die Ingenieure das Chassis des T-72-Panzers. Die Tests ließen allerdings schwerwiegende Mängel feststellen, der Hauptgrund ist die große Schwankung der Waffe beim Schießen. Man nahm vom T-72 Panzer den Körper, den Motor, das Getriebe und die Steuerantriebe, die Torsions- und Laufrollen nahm man vom T-80 Panzer.
Im Jahr 1986 wurden die neuen Haubitzen getestet. Die Msta-S Haubitze wurde 1989 in den Dienst der Armee gestellt.
Was kann Selbstfahrgeschütz Msta-S?
Der Hauptunterschied zwischen der selbstfahrenden Msta-Anlage und ihrer fahrbaren Variante besteht darin, dass sich das Artillerieteil auf einer eigenen Raupenbasis bewegt. Und für eine Maschine mit einem Gewicht von 42 t macht sie dies ziemlich sicher und schnell. Msta-S erreicht die Geschwindigkeit von 60 km/h. Die Straßen sind nicht erforderlich, nur die Richtung ist wichtig. Die 6 m lange und 3,5 m breite Raupenbasis bietet eine hervorragende Durchgängigkeit in jedem Gelände. Das Geschütz überwindet 25-Grad-Anstiege, 0,5 m hohe Wände, 3 m breite Gräben und 1 Meter tiefe Furten. Mit spezieller Ausrüstung kann es auch 5 m tiefe Flüsse überwinden.
Das Herz der Selbstfahrlafette ist ein Hochgeschwindigkeits-12-Zylinder-Dieselmotor mit fast 800 PS. Er kann mit Diesel, Kerosin und sogar mit niedrigem Oktan-Benzin arbeiten. Gleichzeitig reicht eine Tankfüllung für mehr als 500 Kilometer.
Das Gehäuse hat drei Abteilungen: vorne - die Steuereinheit, in der Mitte - die Kampfeinheit, hinten - die Motor- und Getriebeeinheit. In dem bewohnbaren Turm, der sich um 360 ° horizontal dreht, befinden sich das 2A64-Geschütz und Sitze der Bedienmannschaft.
Im geschweißten Turm befindet sich unter dem kugelsicheren und antisplittersicheren Schutz auch Munitionsvorrat – Sprenggranaten und Cargo-Geschosse.
Besondere Aufmerksamkeit haben die Konstrukteure dem Ladesystem geschenkt. Im Gegensatz zur fahrbaren Haubitze, bei der Geschosse und Ladungen manuell zugeführt werden, besitzt Msta-S ein halbautomatisches Ladesystem. Für die Zufuhr sind zwei Ladegeräte an zwei Förderbändern verantwortlich. Darüber hinaus kann die Haubitze vom Boden aus aufgeladen werden, auch mit zwei Förderern.
Msta-S macht 8 Schuss pro Minute, die Schussdistanz beträgt 30 km. Dabei beträgt die Vorbereitung für das Schießen nicht mehr als 1,5 Minuten.
In einer Welt, in der Technologie schnell veraltet ist, gibt es selten Muster, die seit Jahrzehnten relevant bleiben. Die Haubitzen der Msta-Familie sind ein Paradebeispiel. Ihr Geheimnis liegt nicht in der Komplexität, sondern in der Tiefe des technischen Plans, wo jede Entscheidung nicht durch Mode, sondern durch die Logik des Kampfes diktiert wird.
