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22 März 2026, 21:38

Öffentliche Debatte über die Auswahl des Standorts für ein Endlager für radioaktive Abfälle startet im August 

MINSK, 22. März (BelTA) - Im August wird die öffentliche Diskussion zur Standortwahl eines Endlagers für radioaktive Abfälle beginnen. Dies kündigte Dmitri Logwin, Direktor der belarussischen Organisation für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, im Fernsehsender STV an.

Dmitri Logwin nannte drei Optionen, die das Unternehmen in die engere Wahl genommen hat. Die erste Option ist ein Standort in der Nähe von Ostrowez, unweit des Kernkraftwerks, dem Hauptlager für radioaktive Abfälle. Die zweite Option ist das Strahlen- und Ökologiereservat Polessje, ein Gebiet, das aufgrund des Reaktorunfalls von Tschernobyl radioaktiv verseucht ist. Die dritte Option ist Mogiljow. „Wir werden die öffentliche Meinung berücksichtigen, da ihre Reaktion eines der wichtigsten Kriterien ist. Die öffentlichen Diskussionen finden von August bis September an drei Orten mit klaren Richtlinien und unter Beteiligung internationaler Experten statt. Im Vorfeld der Diskussionen werden wir in die Regionen reisen, um mit den lokalen Behörden die beste Möglichkeit zur Einbindung der Bevölkerung in die öffentliche Debatte zu besprechen“, sagte er.

Laut dem Direktor sind die Einwohner von Ostrowez dem Standort der Anlage gegenüber aufgeschlossener. „Über 70 % der Anwohner unterstützen dieses Vorhaben; sie sehen alle Vorteile. Auch in der Region Mogiljow befürworten rund 60 % der Bevölkerung den Bau. Im Naturschutzgebiet ist die Lage ungünstiger: Dort lehnen über 50 % der Befragten den Bau ab. Die Entwicklung des Unternehmens in der Region könnte jedoch die Bevölkerung um 5.000 Menschen erhöhen und den Ausbau der sozialen Infrastruktur fördern“, erklärte Dmitri Logwin.

Er merkte an, dass die Entscheidung über den Standort für das Endlager für radioaktive Abfälle voraussichtlich Ende 2026 oder 2027 fallen wird. Anschließend beginnt die architektonische Planung, der Baubeginn ist für 2028 geplant. „Planung und Bau erfolgen parallel. Wir planen ein Gelände von 50 bis 100 Hektar, von dem nur ein Drittel für die Lagerung vorgesehen ist, während der Rest für Produktionsanlagen – Energie, Automatisierung und künstliche Intelligenz – genutzt wird“, fügte Dmitri Logwin hinzu.
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