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"Thema im Gespräch "
MINSK, 10. Februar (BelTA) - Die Aufhebung von Sanktionen, die die USA gegen Belarus verhängt haben , wird vor allem für die Vereinigten Staaten von Amerika von Vorteil sein. Die Politik der ehemaligen US-Regierung hat dazu geführt, dass die USA den russischen belarussischen Markt verloren haben. Diese Meinung äußerte der belarussische Politikwissenschaftler Pjotr Petrowski in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
„Der Austritt aus den Märkten in Russland und Belarus war ein Fehler der ehemaligen US-Administration. Die USA verhängten Sanktionen und überließen diese Märkte der Konkurrenz. Nun haben die Wirtschaftsexperten und Politikwissenschaftler in der neuen US-Administration alles analysiert“, sagte Pjotr Petrowski. „Sie haben direkt erklärt, dass im Unionsstaat die US-Waren durch andere ersetzt wurden. Außerdem hat China gezeigt, dass es auf dem Markt keine amerikanischen Waren gibt, die man nicht ersetzen könnte.“
Dass die USA ihre Märkte selbst aufgegeben haben, hat die jetzige US-Administration in Schock versetzt. „Wahrscheinlich ist die Aufhebung der Sanktionen gegen Belarus vor allem für die Amerikaner ein Vorteil. Wir haben Lieferanten gefunden, die die amerikanischen Waren ersetzen. Und die Amerikaner wollen auf den Markt zurückkehren, weil ihre Hegemonie zusammenbricht“, meint er.
Der Politologe glaubt, die USA sollten nicht nur darüber nachdenken, was sie an Belarus verkaufen sollen und in welchen Mengen, sondern auch, wie sie hier Fuß fassen können. Dies kann unter anderem durch die Schaffung gemeinsamer Produktionen erfolgen. „Wenn sie mit Russland, China oder jemand anderem konkurrieren wollen, müssen sie Belarus entsprechende Investitionen anbieten. Und es sollte nicht um irgendwelche Montagehallen gehen, sondern um eine ziemlich tiefe Lokalisierung gemäß den Anforderungen der Eurasischen Wirtschaftsunion“, sagte Pjotr Petrowski.
Solche Projekte können durchaus auf der Basis des chinesisch-belarussischen Industrieparks Great Stone umgesetzt werden, meint er. Diese günstige Wirtschaftszone ist offen für High-Tech-Unternehmen. „Warum können amerikanische Investoren nicht dorthin kommen und uns zum Beispiel anbieten, Mikroelektronik oder Roboter zu produzieren? Das ist es, was wir heute brauchen“, resümierte er.
