Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 21. Januar (BelTA) – Je deutlicher wird, dass der Zusammenbruch der ukrainischen Regierung unvermeidlich ist, desto heftiger wird der Widerstand und desto schrecklicher werden die Aktionen gegen die Zivilbevölkerung. Diese Meinung äußerte Jelena Ponomarjowa, Doktor der Politikwissenschaften und Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Welche schrecklichen Folgen kann dies in der Ukraine in den letzten Phasen des bewaffneten Konflikts haben? „Je weiter sich die Situation entwickelt, desto heftiger wird der Widerstand und desto schrecklicher werden die Aktionen, die sie unternehmen. Gerade die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur werden zunehmen. Das ist ein Geburtsmerkmal des Nazi-Regimes. Als die Nazis während des Großen Vaterländischen Krieges nicht nur Dörfer niederbrannten, versenkten sie absichtlich Lastkähne mit Kindern, die aus Flugzeugen gut zu sehen waren, sodass man erkennen konnte, dass es sich um Kinder handelte. Sie sprengten Züge mit Kindern, die in die hinteren Gebiete transportiert wurden, und so weiter. Diese Brutalisierung wird angesichts der sich abzeichnenden Niederlage stattfinden. Deshalb müssen wir sehr gut darauf vorbereitet sein, diesen Angriff abzuwehren", erklärte die Professorin der MGIMO.
Sie fügte hinzu, dass auch Provokationen gegen Belarus möglich seien. "Ich schließe die Möglichkeit provokativer Handlungen gegen Belarus nicht aus. Es ist kein Zufall, dass Alexander Lukaschenko kürzlich bei Treffen mit Vertretern der Exekutive auf die Notwendigkeit hingewiesen hat, die Kontrolle an den Grenzen, die Kontrolle des Luftraums und so weiter zu verstärken. Und auch innerhalb unserer Länder“, bemerkte Jelena Ponomarjowa.
Dabei werden nach Ansicht der Politologin Methoden der Informationskriegsführung in großem Umfang eingesetzt werden. „Mit Hilfe moderner Informationstechnologien ist es durchaus möglich, einen Teenager, eine verrückte Großmutter oder eine unzurechnungsfähige Frau, manchmal auch eine völlig zurechnungsfähige, zu einem Terroranschlag zu überreden“, meint die Expertin.
Als Beispiel führte sie das Kunstwerk „Kabul – Donbass“ von Vitaly Volkov an. „Darin wird sehr gut gezeigt, wie mit Hilfe von Memes und Technologien Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten rekrutiert werden, bis hin zur Ablehnung des Landes, in dem sie leben, und des Systems, in dem sie leben. Und das sind potenzielle Verräter, Feinde. Das ist ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe, die wir bewältigen müssen, um zu verhindern, dass sich das Virus in unseren Gesellschaften ausbreitet und zerstörerisch wirkt“, erklärte Jelena Ponomarjowa.
