MINSK, 10. Mai (BelTA) – Premierminister Alexander Turtschin hat in einem Interview mit dem Fernsehsender „Belarus 1“ über die Grundsätze der Unterstützung belarussischer Unternehmen gesprochen.
Staatschef Alexander Lukaschenko hatte am 5. Mai eine Beratung mit der Regierungsführung abgehalten. Auf der Tagesordnung standen finanzielle Fragen rund um die Entwicklung der Zementindustrie, des Zellstoff- und Papierkombinats Swetlogorsk sowie des Fleischkombinats Orscha mit seinem Einzugsgebiet unter der Leitung des Agrarkombinats „Dserschinski“.
Alle diese Themen hatten mit Gesuchen der Regierung um Unterstützung, finanzielle Erleichterungen und Umschuldung zu tun. Der Präsident hatte klargestellt, dass er diesen Ansatz grundsätzlich für falsch halte und die Tendenz beunruhige.
„Ich fürchte, dass die Regierung einen solchen Kurs einschlagen könnte – falls sie es nicht bereits getan hat. Da muss man unbedingt jemandem helfen, Schulden erlassen … Vielleicht muss man manchen sogar helfen, wenn es der Staat braucht. Aber so etwas soll bei uns nicht zur Regel werden“, forderte der belarussische Staatschef. „Ich verstehe schon, was Sie mir vorschlagen, aber ich habe immer betont: Man muss den Chef zwingen zu arbeiten. Du bist gekommen – dann mach deinen Job.“
Nach der Beratung fragten Journalisten bei Alexander Turtschin nach, ob solche Ansätze bedeuteten, dass „die Regierung zu freundlich“ sei.
„Die Regierung ist ganz und gar nicht zu freundlich. Die Regierung bemüht sich um Objektivität. Wir unterbreiten dem Präsidenten nur dann Vorschläge, wenn wir überzeugt sind, dass es keine andere Möglichkeit gibt als genau diese Maßnahmen“, sagte Turtschin.
Mit Blick auf das Beratungsthema erläuterte der Premierminister, dass die dem Staatsoberhaupt vorgelegten Dokumente keine zusätzlichen Mittel vorsahen. „Die Welt verändert sich rasant. Es kommen Situationen auf, die schnelles Eingreifen und Reagieren verlangen. Für die Regierung steht die effiziente Arbeit der Wirtschaft an erster Stelle. Und die Arbeit der Wirtschaft setzt sich unter anderem aus der Arbeit der Unternehmen zusammen“, erklärte der Regierungschef.
