MINSK, 5. Mai (BelTA) – Der Iran sei für Belarus im Hinblick auf industrielle Kooperation, Zusammenarbeit in der Landwirtschaft sowie in den Bereichen Wissenschaft und Technologie von Interesse, erklärte der Vorsitzende der Ständigen Kommission der Repräsentantenkammer für internationale Angelegenheiten, Sergej Ratschkow, in einem Kommentar vor einem Treffen mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Islamischen Republik Iran in der Republik Belarus, Alireza Sanei.
„Im Mittelpunkt der Beziehungen unserer Länder stehen die Wirtschaft und die Handelsbeziehungen. Der Iran ist für uns vor allem im Hinblick auf industrielle Kooperation, Zusammenarbeit in der Landwirtschaft sowie in Wissenschaft und Technologie interessant“, sagte Sergej Ratschkow.
Nach seinen Worten ist der bilaterale Handelsumsatz zuletzt deutlich gestiegen. Das Staatsoberhaupt habe unter anderem die Aufgabe gestellt, den Handelsumsatz auf eine Milliarde US-Dollar zu steigern – und in Belarus sehe man dieses Potenzial.
Zwischen Belarus und Iran bestehen seit langem sehr freundschaftliche, tiefgehende Beziehungen. Beide Länder pflegen ein hohes Niveau an politischen Kontakten. Allein die Präsidenten beider Länder seien drei Mal mit gegenseitigen Besuchen ausgetauscht, betonte der Parlamentarier.
Die belarussische Seite unterhalte sehr enge Kontakte zu iranischen Parlamentariern – sowohl bilateral als auch auf internationalen Plattformen. Die jüngsten Gespräche hätten im Rahmen der Interparlamentarischen Union (IPU) in Istanbul stattgefunden, erinnerte Sergej Ratschkow.
„Wir wissen sehr gut, was derzeit in der Region des Nahen Ostens und insbesondere um den Iran herum geschieht. Dennoch gehen die bilateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit in allen Bereichen zwischen Belarus und Iran weiter“, stellte der Vorsitzende der Ständigen Kommission fest.
So sei eine zwischenstaatliche Kommission für Zusammenarbeit tätig. Die Umsetzung eines Fahrplans laufe aus; im Mittelpunkt stünden Wirtschaft, Investitionskooperation, Ausbau der Handelsbeziehungen und die Schaffung gemeinsamer Produkte.
Der Parlamentarier betonte, wie wichtig es heute sei, nicht nur Waren auszutauschen, sondern gemeinsame Produkte zu schaffen, die auch Drittländern angeboten werden könnten.
„Für die Republik Belarus ist der Iran in logistischer Hinsicht und für den Export belarussischer Waren natürlich ein sehr wichtiges Land. Die Rede ist vom internationalen Transitkorridor Nord-Süd, der in den letzten Jahren aktiv ausgebaut wurde. Wir hoffen, dass dieses Projekt nach der Stabilisierung der Lage im Nahen Osten abgeschlossen wird und auch die Republik Belarus diese Möglichkeiten nutzen kann, um ihre Lieferungen über den Iran vor allem in die arabische Welt, nach Afrika und Asien auszuweiten“, sagte Sergej Ratschkow.
Zur Rolle der Parlamentarier in diesen Prozessen erklärte der Kommissionsvorsitzende, es gehe nicht nur um politische Arbeit und die Förderung politischer Beziehungen. Sehr wichtig sei die Schaffung eines Klimas des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts zwischen den Führungen und zwischen den Ländern. Gleichzeitig stünden bei der parlamentarischen Arbeit die Wirtschaft und die Handelsbeziehungen im Fokus.
„Insbesondere als Leiter der Arbeitsgruppe der Nationalversammlung der Republik Belarus für die Zusammenarbeit mit dem iranischen Parlament widme ich mich vorrangig dem Handels- und Wirtschaftsaustausch. Das letzte Gespräch mit meinem Kollegen im Rahmen der IPU in Istanbul hat gezeigt, dass dieses Land trotz der schwierigen Lage lebt und seine Aufgaben – auch wirtschaftliche – löst“, so Sergej Ratschkow.
Der Kommissionsvorsitzende erinnerte daran, dass zwischen den Seiten zahlreiche bilaterale internationale Verträge zu Wirtschaftsthemen bestehen. Belarus habe das Abkommen zwischen dem Iran und der Eurasischen Wirtschaftsunion über die Freihandelszone ratifiziert. Darin liege ein gewisser Beitrag der Parlamentarier zur Steigerung des Handelsumsatzes und zur Ausweitung der Handels- und Wirtschaftskooperation zwischen Belarus und Iran.
