MINSK, 17. Februar (BelTA) – Die Wirtschaft ist zu einem echten Schlachtfeld geworden. Das sagte Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, bei der Entgegennahme des Regierungsberichts für das Jahr 2025.
„Wir haben nahezu kriegsähnliche Zustände. Warum? Weil die Wirtschaft zu einem echten Schlachtfeld geworden ist. Wirtschaftliche Instrumente dienen dazu, die Ziele eines klassischen Krieges zu erreichen: Ressourcen werden beschlagnahmt, soziale Proteste werden ausgelöst, Staaten werden gezwungen, nach fremden Regeln zu leben“, sagte das Staatsoberhaupt. Ich möchte, dass Sie Ihre Augen öffnen und verstehen, wie sich die Welt entwickelt. Der liebe Gott hat uns vor dieser schrecklichen, unverständlichen Marktwirtschaft bewahrt. Denken Sie daran, wir haben die ganze Zeit gehört: Der Markt wird alles regulieren. Wir haben nichts aufgegeben, Geduld bewahrt.Und heute verstehen wir: Kein Markt regelt etwas. Da schaut einer nach Norden, sieht reiches Grönland und will es haben. Oder Kanada zum 51. Bundesstaat machen, eines der größten Länder der Welt. Und was geschah in Venezuela? Ein ganzer Präsident wurde gefasst. Wegen Kartelle oder Drogen? Nein, wegen Öl!"
"Und ich bin dem US-Präsidenten dankbar, dass er dies offen tut. Wir haben eingesehen, was uns erwartete. Man hat uns von irgendwelchen liberalen Ideen überzeugen wollen. Man wollte uns zwingen, so und nicht anders zu leben. Wir haben alles ausgehalten. Wir wissen, was zu tun ist und wohin wir gehen sollen. Wir können uns nur auf uns selbst verlassen. Nicht auf andere. Die besten Freunde sind unsere Konkurrenten", betonte das Staatsoberhaupt.
Alexander Lukaschenko zählte wirtschaftliche Instrumente auf, die man verwendet, um den Druck auf andere auszuüben.
Das erste Instrument sind Sanktionen. „Aber für euch und für mich existieren sie nicht. Hätten wir die Sanktionen in den Mittelpunkt unseres Handelns gestellt, wären wir längst nicht da. Sobald wir uns selbst davon überzeugen, dass die Arbeit unter Sanktionen unmöglich ist, werden wir alle untergehen. Wird das Ergebnis ausbleiben - wir werden die Kriegswirtschaft bekommen.“
Das Staatsoberhaupt wies darauf hin, dass über 50 Länder der Welt von Sanktionen direkt betroffen seien. Indirekt müssten fast 100 Staaten die Einwirkung der Sanktionen zu spüren bekommen.
Das zweite Instrument ist Embargo. „Die ganze Welt schaut zu, wie Kuba durch Handelsblockade und das Einfrieren von Vermögenswerten erstickt wird“, führte Alexander Lukaschenko ein Beispiel an.
Das dritte Instrument sind Tarifkriege. Hier reicht das Arsenal von Zöllen, Quoten bis hin zu Import- und Exportverboten einzelner Waren.
Das vierte Instrument sind Währungsangriffe. „Allerlei Einschränkungen im Zahlungsverkehr, der Druck auf den Wechselkurs und die Verrechnungen in nur einer bestimmten Währung waren Mittel, um eine Farbrevolution im Iran zu organisieren“, sagte der Präsident.
Das fünfte Instrument ist der Kampf um Technologie. Hier haben wir es mit einem unverblümten Wettbewerb im neokolonialen Stil zu tun. Mit dem Lieferverbot von Hardware, Chips, Software. Mit der Blockade beim Zugangs zu wissenschaftsintensiven Industrien.
Das sechste Instrument ist die Kontrolle der Lieferketten. Hierbei wird der Versucht unternommen, andere Länder von der Logistik und Infrastruktur abhängig zu machen.
„Belarus hat diesen ganzen „Bündel an zivilisierten Regeln“ in vollem Umfang zu spüren bekommen. Aber wir haben uns früher darauf geeinigt: Wir werden die äußeren Bedingungen studieren und verstehen, aber wir müssen unter diesen Bedingungen weiter arbeiten, also unter Einschränkungen und Sanktionen“, betonte Alexander Lukaschenko.
