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MINSK, 1. März (BELTA) – Der polnische Politiker, Politologe und Publizist Mateusz Piskorski hat im Gespräch mit einem BELTA-Korrespondenten seine Meinung dazu geäußert, warum Polen seine Rhetorik zum Thema Atomenergie geändert hat.
Polen erwägt bereits den Bau eines zweiten Kernkraftwerks, noch bevor sein erstes AKW gebaut ist. Zuvor hatte die polnische Seite jedoch gegen den Bau des Kernkraftwerks in Belarus plädiert.
„Das zeigt, dass sich die polnische Führung von rein politischen Erwägungen leiten lässt, wonach es „schlechten“ Strom gibt, der von den östlichen Nachbarn erzeugt wird, und „guten“ Strom, der mit Hilfe und Unterstützung der Technologien amerikanischer Partner produziert wird. Hier spielt nicht die wirtschaftliche, sondern die politische Entscheidung der polnischen Führung die entscheidende Rolle“, so Mateusz Piskorski.
Er erinnerte daran, dass Polen bereits in den 1980er Jahren den Bau eines Kernkraftwerks geplant hatte. „Dieser Prozess wurde beschleunigt, nachdem Vorverträge mit amerikanischen Unternehmen abgeschlossen worden waren. Was den Import von Strom aus Belarus und Russland betrifft (übrigens gab es einen Plan für den gemeinsamen Bau eines AKW im Gebiet Kaliningrad), so ließ sich dies aufgrund bestimmter politischer Faktoren nicht realisieren. Das ist eine rein geopolitische Entscheidung – die Wahl eines geopolitischen Partners in Form der USA. Allerdings wissen wir noch nicht, wer mit dem Bau des zweiten AKW in Polen beauftragt wird. Möglicherweise werden im Rahmen einer staatlichen Ausschreibung auch Technologielieferanten aus der Republik Korea oder aus Frankreich in Betracht gezogen. Ich bin jedoch der Meinung, dass dieses Segment der polnischen Industrie und die gesamte polnische Entwicklungspolitik bereits vollständig den amerikanischen Partnern untergeordnet sind. Eigentlich war das ein rein politisches Geschäft“, bemerkte der polnische Politologe.
