BARANOWITSCHI, 19. Mai (BelTA) – Fünf Jahre nach ihrer Heldentat fand am 19. Mai in Baranowitschi eine Gedenkveranstaltung für die Heldenpiloten Andrej Nitschiportschik und Nikita Kukonenko statt.

Bei einem Trainingsflug am 19. Mai 2021 stürzte ein Militärflugzeug vom Typ Jak-130 des Luftwaffenstützpunkts Lida ab. Über Baranowitschi versagte die Steuerung, woraufhin die Maschine in ein Wohngebiet zu stürzen drohte. Laut Anweisung sollte die Besatzung den Schleudersitz betätigen, doch die Piloten entschieden sich anders. Gardemajor Andrej Nitschiportschik und Gardeleutnant Nikita Kukonenko hielten das Steuer bis zur letzten Sekunde und lenkten die Maschine von den Häusern weg. Die Piloten verhinderten eine Tragödie mit vielen Opfern und bezahlten dies mit ihrem Leben. Andrej Nitschiportschik war 33 Jahre alt, Nikita Kukonenko erst 22. Der Staatschef verlieh den Piloten posthum den Titel „Held von Belarus“.



„Vor fünf Jahren wurde ein gewöhnlicher Maitag zu einer schweren Prüfung. Über der Stadt ereignete sich etwas, das für unsere Einwohner katastrophal hätte enden können. Das Schicksal eines Stadtteils von Baranowitschi lag in den Händen zweier junger Männer. Sie nutzten die letzten Sekunden des Absturzes nicht, um sich selbst zu retten. Indem sie an Höhe verloren und an dem defekten Triebwerk arbeiteten, steuerten sie das Flugzeug von den mehrstöckigen Gebäuden weg und zum einzig sicheren Punkt. Andrej Nitschiportschik und Nikita Kukonenko gaben mit ihrem eigenen Leben Dutzenden anderen das Leben“, betonte Maksim Antonjuk, Vorsitzender des Exekutivkomitees der Stadt Baranowitschi.


„Fünf Jahre sind seit jenem tragischen Tag vergangen, doch die Erinnerung an diese Männer lebt in unseren Herzen weiter und schmerzt unaufhörlich. Wir sagen: Piloten sterben nicht, sie fliegen fort und kehren nie zurück. An jenem Tag trafen Andrej und Nikita die einzig richtige Entscheidung – eine bewusste Wahl. Sie entschieden sich, in der Luft zu bleiben, damit die Menschen am Boden leben konnten“, betonte Alexander Beljajew, stellvertretender Befehlshaber der Luftstreitkräfte und Luftverteidigungskräfte und Chef der Luftfahrt.






Ihm zufolge vergehen die Jahre, doch die Erinnerung an die heldenhaften Piloten lebt in den Herzen der Einwohner von Baranowitschi weiter. Sie ist in den Namen von Straßen, Studentengruppen und Pionierbrigaden verewigt. „Heute ehren wir nicht nur die Piloten, sondern die Helden von Belarus, die Söhne unseres Landes. Wir werden diese Profis, die den Himmel liebten, wahre Patrioten, ihrem Eid treu, die für immer im friedlichen Himmel unseres belarussischen Heimatlandes weiterleben werden, stets in Erinnerung behalten“, fügte Maxim Antonjuk hinzu.
Das Andenken an die Heldentat von Andrej Nitschiportschik und Nikita Kukonenko wird durch eine Gedenkstätte bewahrt. Eine Skulptur zweier geschmiedeter Kraniche, die vor der Silhouette einer Jak-130 in den Himmel aufsteigen, wurde an der Absturzstelle in der Rosa-Luxemburg-Straße errichtet.„Fünf Jahre sind seit jenem tragischen Tag vergangen, doch die Erinnerung an diese Männer lebt in unseren Herzen weiter und schmerzt unaufhörlich. Wir sagen: Piloten sterben nicht, sie fliegen fort und kehren nie zurück. An jenem Tag trafen Andrej und Nikita die einzig richtige Entscheidung – eine bewusste Wahl. Sie entschieden sich, in der Luft zu bleiben, damit die Menschen am Boden leben konnten“, betonte Alexander Beljajew, stellvertretender Befehlshaber der Luftstreitkräfte und Luftverteidigungskräfte und Chef der Luftfahrt.
An der Gedenkveranstaltung nahmen die Familien und Freunde von Andrej Nitschiportschik, die Besatzungen des 116. Garde-Angriffsfliegerstützpunkts und des 61. Jagdfliegerstützpunkts sowie Einwohner von Baranowitschi teil. „Einerseits rast die Zeit unaufhaltsam dahin. Andererseits schien sie am 19. Mai 2021 für uns – Familie, Freunde und alle, die diese beiden jungen, energiegeladenen und optimistischen Männer kannten – stillzustehen. Herzlichen Dank an alle, die an uns gedacht haben“, sagte Wladimir, der Vater von Andrej Nitschiportschik.
Während der Kundgebung ehrten die Anwesenden die heldenhaften Piloten mit einer Schweigeminute und legten Blumen am Denkmal nieder. Viele konnten während der Zeremonie ihre Tränen nicht zurückhalten. Die Erinnerungen sind für die Anwohner besonders bewegend. Tatjana Demjanik lebt schon ihr ganzes Leben in der Rosa-Luxemburg-Straße. Vor fünf Jahren, als sie verreist war, erzählten ihr Nachbarn von dem Vorfall. „Ich war geschockt, mir lief es eiskalt den Rücken runter. Ich konnte vor Schreck keine Ruhe finden. Das ist ein schwerer Schlag für unsere ganze Nachbarschaft. Wir werden diese Männer, die so viele Leben gerettet haben, immer in Erinnerung behalten. Es ist schwer, sich daran zu erinnern, aber unmöglich, es zu vergessen“, sagte die Anwohnerin.
