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19 Mai 2026, 23:58

Geschirr, das immer im Trend ist. Warum setzt Belchudoschkeramika so intensiv auf Handarbeit? Werden die Meister irgendwann durch Maschinen ersetzt?

Eine der Hauptaufgaben des Unternehmens „Belchudoschkeramika“ (dt. Belarussische Kunstkeramik) bleibt die Bewahrung traditioneller belarussischer Kunsthandwerke. Dank der angewandten Technologien der Tonverarbeitung und der Dekoration der Erzeugnisse überrascht das Geschirr aus Radoschkowitschi jedoch neben seinen klassischen Mustern auch durch die Aktualität seiner Formen und moderne Farbgebungen, was eine riesige Nachfrage auslöst. Wie gelingt es, die Balance zwischen Moderne und Tradition aufrechtzuerhalten? Ein Bericht der Telegraphenagentur BelTA.

Anteil der Handarbeit reduzieren

OAO „Belchudoschkeramika“ stellte 2025 Erzeugnisse im Gesamtwert von etwa Br6,5 Mio., sagte Generaldirektor des Unternehmens Denis Brawko.
„Obwohl die Nachfrage nach Keramik auf einem recht hohen Niveau bleibt, sind unsere Möglichkeiten in Bezug auf die Produktionsmengen begrenzt. Und das vor allem aus einem Grund: Unsere Waren sind in Handarbeit angefertigt. Jeder Teller, jede Tasse und jeder Blumentopf landet nach der obligatorischen Formgebung auf dem Tisch unserer Meister, die den Erzeugnissen Glätte verleihen, Glasur oder Bemalung auftragen. All das erfordert viel Zeit und enorme physische  Anstrengungen. Daher kann man sagen, dass jedes Keramikerzeugnis, das in den Verkauf gelangt, die Wärme ihrer Hände bewahrt. Das ist natürlich gut, aber gleichzeitig auch sehr kostenintensiv“, erzählt Denis Brawko.
Um den Anteil der Handarbeit zu reduzieren, plant das Unternehmen eine Modernisierung. „Es gilt, die Produktion weitestgehend zu automatisieren. Dazu ist es notwendig, die technische Basis zu erneuern, die technologischen Prozesse zu korrigieren und die Mitarbeiter entsprechend umzuschulen. Darüber hinaus wird die Modernisierung es ermöglichen, die Produktpalette zu erweitern und sie an die modernen Anforderungen der Verbraucher anzupassen. Wenn wir beispielsweise mit großen Hotels zusammenarbeiten, hören wir oft die weit verbreitete Anforderung an unsere Erzeugnisse: Sie sollen spülmaschinenfest sein“, so der Generaldirektor.
Gleichzeitig ermöglicht gerade der Einsatz von Handarbeit die Herstellung einzigartiger Keramikerzeugnisse – von Geschirr über Tonbilder bis hin zu anderen Dekorationsgegenständen. Es wird auf spezifische Kundenwünsche eingegangen – bei reiner Serienproduktion ist das nur schwer umzusetzen.
„Deshalb müssen wir diese Balance halten. Handarbeit ist eine Besonderheit unseres Unternehmens, das Abgleiten in die Vollautomatisierung wäre falsch“, betonte Denis Brawko.

Die Mode setzt Trends

Lag der Anteil der keramischen Blumentöpfe an der Gesamtproduktion früher bei ca. 70 Prozent, so produziert Belchudoschkeramika heute hauptsächlich Geschirr, fügte der Unternehmensleiter hinzu.
„Das Geschirr erfreut sich einer hohen Nachfrage, die Aufträge für einzelne Erzeugnisse sind mehrere Monate im Voraus verplant. Mehrere Faktoren tragen dazu bei: Einer der wichtigsten ist die hervorragende Arbeit unseres Kollektivs bei der Erneuerung der Kollektionen, bei der kein einziger Trend in der Geschirrbranche unbeachtet bleibt. Neue Formen, Farben und Muster werden berücksichtigt. Der Verbrauchermarkt reagiert sehr sensibel darauf, und einzelne Muster werden buchstäblich im Nu ausverkauft. Nicht nur von belarussischen Hausfrauen, sondern von zahlreichen Touristen, die unser Land besuchen. Ein weiterer Faktor ist der boomende Online-Handel. Viele Unternehmen kaufen unsere Produktion in großen Mengen auf, um sie weiter auf Onlineplattformen zu vertreiben“, erzählte Denis Brawko.
Früher setzte das Unternehmen ausschließlich auf Klassik, doch der Markt diktiert heute alles - nicht nur Trends, sondern andere Momente: Anlässe, Kalenderdaten und Feiertage.
„Kurz vor Weihnachten suchen die Käufer im Handel nach Keramik mit entsprechendem Dekor. Wenn Ostern naht, sind wir ebenfalls vorbereitet und freuen unsere Kunden mit Erzeugnissen, die den Geist des Feiertages wiedergeben“, sagte der Unternehmensleiter. Dabei fügte er hinzu, dass 20 Prozent des Gesamtproduktionsvolumens exportiert werden.
Produktion. Museum. Firmenladen 

Trotz einer hohen Auslastung des Unternehmens findet man hier die Möglichkeit, die belarussische Keramik durch den Tourismus zu popularisieren. Im Durchschnitt besuchen bis zu 200 Menschen täglich unsere Werkstätten – darunter Schüler, belarussische und ausländische Touristen, die sich in Kurorten erholen, sowie Vertreter von Betriebsbelegschaften. Und das Unternehmen hat wirklich einiges zu zeigen. Allein im eigenen Museum sind tausende Geschirrstücke versammelt – von einzigartigen Einzelstücken bis hin zu solchen, die in verschiedenen Jahren als Serienprodukte hergestellt wurden. Nach einem Besuch hier verstehen die Touristen, wie vielfältig Keramikgeschirr sein kann.
„Wir haben eine bestimmte Route entwickelt, um die Gäste und Besucher mit dem Produktionsprozess, Dekoration des Geschirrs vertraut zu machen. Wer das Museum besucht, bekommt ein kleines Geschenk, besucht einen Meisterkurs und wird in den Firmenladen geführt“, erzählt die leitende Meisterin Olga Schuljak. „In diesem Laden findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Hier kann man Erzeugnisse aus den neuesten Kollektionen und keramische Souvenirs erwerben.“
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