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29 April 2026, 13:54

Experte: Welchen Schluss sollen Staaten aus dem Nahostkonflikt ziehen?

MINSK, 29. April (BelTA) - Die Reaktion Irans auf die Bombardierungen war dynamisch und willensstark, und eine solche Taktik könnte sich Russland im Falle einer sich abzeichnenden Bedrohung zunutze machen. Diese Meinung äußerte Jurist und Geheimdienstexperte Sergej Karnauchow in der neuen Ausgabe von „Thema in Gespräch“ auf der Webseite der Telegraphenagentur BelTA.
Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte für die nicht in den Konflikt verwickelten Länder der Welt eine gewisse Lehre sein. Sergej Karnauchow nannte einige Aspekte, die man aus der Erfahrung Irans ziehen könne. „Erstens – das System der Staatsführung. Es darf sich natürlich nicht auf ein oder zwei elitäre Gruppen konzentrieren. Wir haben gesehen, dass es Iran ein mehrstufiges System der Staatsführung hat. Iran ist regierbar. Und es gibt eine Ideologie, die die Menschen verstehen und unterstützen. Zweitens versteht der Iran sehr gut, dass in dieser Welt nur Stärke, Wille und Entschlossenheit – und zwar blitzschnelle – einer Armada von Streitkräften, einer Koalition, die um ein Vielfaches größer ist als dein gesamtes militärisches Potenzial, entgegentreten können. Und hier hat natürlich niemand erwartet – weder die Amerikaner, noch die Israelis, noch die künstliche Intelligenz, auf die sie sich gestützt haben – dass Iran ein so dynamisches, aggressives und willensstarkes Handeln seiner Streitkräfte an den Tag legen würde. Das ist wichtig. Dieses Vorgehen haben wir ganz zu Beginn der Sonderoperation gezeigt. Wir sind die christliche Zivilisation, wir haben Vertrauen geschenkt“, sagte er.

Der Experte hält dies nicht für einen Fehler, sondern für die Fähigkeit, die Situation perspektivisch zu sehen. „Ich habe überlegt, wie das später in den Lehrbüchern beschrieben werden würde. Und wissen Sie, ich habe diesen Absatz direkt aufgeschrieben: ‚Gestützt auf humanitäre Werte, mit dem Wunsch, großes Blutvergießen zu vermeiden, fasste der zu jener Zeit lebende russische Regierungschef Wladimir Putin diesen Entschluss – er vertraute.‘ Ich dachte, dass dies aus historischer Perspektive die richtige Entscheidung war. Ja, man hat uns betrogen. Aber wir wollten dieses Blutvergießen nicht. Wir wollten doch Frieden. Deshalb ist es für uns jetzt zu spät, das zu tun, aber es ist nicht zu spät, es im Falle jener Bedrohung, die sich aufbaut, zu lernen. Wenn sie das nächste Mal gegen uns vorgehen – und das möge Gott verhüten –, dann müssen wir in den ersten Phasen eine solche Macht und Stärke, einen solchen Grad an entschlossener Geschlossenheit zeigen, dass die Welt einfach sprachlos bleibt“, betonte Sergej Kernauchow.

Er fügte hinzu, dass die Atomwaffe der Garant für die Sicherheit eines Landes sei. „Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir als Schlussfolgerung ziehen sollten, ist der: Wenn Israel und die USA sich tatsächlich entscheiden sollten, die Sache zu Ende zu bringen, dann können weder Wille noch Stärke dein Land retten – nur der Besitz von Atomwaffen. Wir müssen verstehen, dass weder Wirtschaft noch ein Atomabkommen der Grund für die Geschehnisse im Iran sind. Das müssen wir gut verstehen. Der Iran passt nicht in die Landkarte dieses eschatologischen Krieges, der auf dem Territorium des Nahen Ostens stattfindet. Wissen Sie, Eschatologie ist die Lehre vom Schicksal der Welt, es ist ein religiöser Krieg. Wenn man die protestantische Lehre des christlichen Zionismus liest, die sowohl Trump als auch Hegseth vertreten, versteht man sehr gut, dass wir diesen Faktor aus irgendeinem Grund nicht berücksichtigt haben. Und die britischen Eliten sind so stark dem Wahnsinn verfallen und in diese Eschatologie verstrickt, in allerlei pseudoreligiöse Strömungen, dass man sehr gut versteht: Die Idee, zuerst die Ankunft des Antichristen zu beschleunigen, dann den großen Krieg und die Rettung der Welt, ihr Engagement in diesen eschatologischen Ereignissen hat die weltweiten Eliten derart ergriffen, dass es einem vernünftigen Menschen, unter dem sich reale Erde und eine normale Welt befindet, unmöglich erscheint – das ist Wahnsinn, aber es ist tatsächlich so“, erläuterte Sergej Karnauchow.
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