MINSK, 29. April (BelTA) – Der Sondergesandte des belarussischen Außenministeriums, Andrej Lutschenok, nahm an einem gemeinsamen Briefing der Vertreter von Belarus und Russland „Eurasische Charta der Vielfalt und Multipolarität im 21. Jahrhundert“ teil. Das geht aus einer Pressemitteilung des belarussischen Außenministeriums hervor.
Bei dem Briefing, das im Sekretariat der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Peking stattfand, stellte Andrej Lutschenok fest, dass Belarus die Charta als ein verbindendes Dokument betrachtet. Darin sollen die Parameter und Prinzipien der Sicherheitsarchitektur im eurasischen Raum formuliert werden.
Der belarussische Diplomat erläuterte die Logik und Prinzipien der Charta, die Notwendigkeit einer baldigen Umsetzung der Initiative sowie die Rolle der SOZ in diesem Prozess. Die belarussische Seite erklärte sich bereit, den Vorsitz im Verhandlungsprozess zu übernehmen, und betonte ihre Offenheit für die Idee eines Co-Vorsitzes.
Andrej Lutschenok lenkte die Aufmerksamkeit der Zuhörer zudem auf das Ziel des Briefings. Minsk und Moskau wollten nicht nur ihre Position darlegen, sondern auch externe Einschätzungen, Ergänzungen und alternative Ansätze hören.
An der Veranstaltung nahmen Vertreter auf der Ebene von Botschaftern, Botschaftsräten und nationalen Koordinatoren aus mehr als 20 Ländern teil, darunter Mitgliedstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, Beobachter und Dialogpartner.
Belarus wurde im Juli 2024 Vollmitglied der SOZ. Am 1. September 2025 verabschiedeten die Staatschefs in Tianjin (China) die Entwicklungsstrategie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit bis 2035 sowie ein Paket weiterer Dokumente im Anschluss an den 25. SOZ-Gipfel. Die Beschlüsse des internationalen Forums wurden auch von Präsident Alexander Lukaschenko unterzeichnet. Die Strategie definiert die Ziele und Aufgaben der SOZ sowie die Wege zu deren Erreichung bis 2035. Auf der Grundlage der Prinzipien und Werte der SOZ wurden Aufgaben zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und der guten Nachbarschaft zwischen den Mitgliedstaaten formuliert; es wurden Aufgaben zur gemeinsamen Bewältigung von Herausforderungen und Sicherheitsbedrohungen im Raum der SOZ, zur Vertiefung der praktischen Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Finanzen und Investitionen bestimmt. Unter belarussischer Beteiligung wurde ebenfalls ein Paket von Dokumenten zur Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verabschiedet. Dazu gehören das Programm der Zusammenarbeit der SOZ-Mitgliedstaaten zur Bekämpfung extremistischer Ideologie für die Jahre 2026–2030 sowie der Fahrplan zur Umsetzung der Strategie zur Entwicklung der Energiekooperation für den Zeitraum bis 2030.
Derzeit ist Belarus aktiv an verschiedenen Tätigkeitsdimensionen der SOZ beteiligt.
