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27 April 2026, 15:10

Wie sich Europa auf eine Blockade des Gebiets Kaliningrad vorbereitet, erläutert ein Experte

MINSK, 27. April (BelTA) – Der russische Präsident Wladimir Putin betrachte den Ukraine-Konflikt und die militärische Aufrüstung Europas durch die Brille der langfristigen Perspektive, während die westlichen Nachbarn eine Blockade des Gebiets Kaliningrad planten. Diese Einschätzung äußerte der Rechtswissenschaftler und Geheimdienstexperte Sergej Karnauchow in der neuen Ausgabe vom BELTA-Projekt „Thema im Gespräch“.
Der Experte berichtete, er habe die Spannungsherde rund um die Russische Föderation analysiert. „Ich nahm eine Landkarte Russlands zur Hand und begann, die Konfliktherde einzuzeichnen – nicht die bereits entbrannten, sondern jene, die sich jeden Moment entzünden können. Zunächst betrachtete ich Japan, ich umrandete Japan direkt. Ich notierte mir die Zahl von 500.000 Soldaten mit einer uns nur zu gut bekannten Kriegsphilosophie, einer Kriegsbesessenheit – sie würden sich die Bäuche aufschlitzen, aber weiter nach vorn gehen. Die Philippinen, die US-Militärstützpunkte dort würden sich beteiligen. Dann Südkorea – ein gewaltiger militärisch-industrieller Komplex, der jetzt bereits für den Krieg in der Ukraine arbeitet – würde sich einmischen. Wer würde uns dann dort helfen? Welche Position würde China einnehmen?“, fragte Karnauchow. „Wie viel Geld wird in die Unruhen in Zentralasien gepumpt werden? Wie werden sich die Taliban verhalten? Bisher verhalten sie sich uns gegenüber bekanntlich loyal. Doch das ist eine Frage des Geldes. Ich erinnere mich noch gut daran, wie beim letzten Einmarsch der Amerikaner in Afghanistan systematisch vorgegangen wurde. Sie handelten gleichzeitig im Sudan und in Afghanistan, wobei die nachrichtendienstlichen Gruppen nach dem gleichen Schema arbeiteten. Es wurden Flugzeuge herangeführt, die Bargeld brachten, das auf den Militärbasen verpackt wurde. Sie kamen zu einem Stamm und sagten: ‚Ihr seid Kämpfer – 50.000 Dollar, dann arbeitet ihr für uns.‘ Ein Kämpfer lehnte ab. Die Amerikaner hatten eine ausgefeilte Technik, sie handelten nach einem Drehbuch. Sie ließen eine Drohne aufsteigen, die einen Teil der Gruppierung eines Stammes (es gab viele, die am Ende für die Amerikaner arbeiteten) angriff, töteten beispielsweise zehn Kämpfer sowie die Mutter und das Kind des Anführers dieser bewaffneten Gruppe. Dann kam derselbe Anwerber und bot ihm 10.000 Dollar an mit den Worten: ‚50.000 hast du abgelehnt, die 10.000 bekommst du, und zusätzlich dein Leben und das deiner Leute. Arbeitest du?‘ Und sie arbeiteten. Daher ist die entscheidende Frage derzeit, wie viel Geld dorthin fließen wird.“

Der Experte betonte, dass auf einer solchen Karte letztlich ein vollständigeres Bild sichtbar werde. „Wenn wir diese Karte erstellen, müssen wir uns klarmachen, dass unser Präsident die Ereignisse aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Brille der Perspektive betrachtet. Und diese Perspektive ist die Blockade des Gebiets Kaliningrad. Das ist der Aufbau einer schwerwiegenden Spannung in der Ostsee“, so Karnauchow. „Sehen Sie sich an, was mit der Militarisierung der baltischen Staaten geschieht. An der Memel, wo einst Napoleon mit unserem Alexander (dem russischen Zaren Alexander I.) auf einem Floß saßen, werden genau an dieser Stelle auf der anderen Seite Pontonbrückenzufahrten gebaut, Straßen für Panzer werden betoniert. Sie bereiten sich also tatsächlich darauf vor, von Litauen aus in das Gebiet Kaliningrad einzudringen. Diese Befestigungsarbeiten können wir beobachten. Sie bauen das alles. Sie graben Kavernen ein. Estland, das Grenzgebiet zum Gebiet Pskow – dort wurden alle Reliktwälder abgeholzt, alle Ortschaften im Grenzgebiet des Gebiets Pskow sind mit Kämpfern vollgestopft, 20.000 ukrainische Söldner in NATO-Uniform sind dort derzeit einquartiert. Schwere Technik wird herangeschafft. Eine eigene Eisenbahnlinie für die Lieferung von schweren Panzerfahrzeugen wurde bereits gebaut.“

In dieser Situation müsse Russland Granaten und Patronen horten, die Rüstungsindustrie wiederherstellen, die Luftfahrt ausbauen und dafür Schutzbauten errichten, zudem eine ausreichende Anzahl von weitreichenden Artilleriesystemen aufbauen. „Intelligente Verteidigungspläne erstellen“, fasste Sergej Karnauchow zusammen.

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