MINSK, 20. Mai (BelTA) - Fortschrittliche mikrobielle Biotechnologien werden einen wissenschaftlichen Schwerpunkt der belarussisch-chinesischen Zusammenarbeit bilden. Das teilte der Pressedienst der Nationalen Akademie der Wissenschaften (NAN) mit.
Der Vorsitzende des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus, Wladimir Karanik, traf sich in Peking mit Vertretern des Instituts für Biophysik und des Instituts für Mikrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS). Das Hauptthema der Gespräche war die Stärkung der wissenschaftlichen Partnerschaft zwischen den Ländern.
Besondere Aufmerksamkeit wurde den Perspektiven der gemeinsamen Arbeit an fortschrittlichen mikrobiellen Biotechnologien gewidmet. Es sollen innovative Lösungen entwickelt und umgesetzt werden, die die Herstellung moderner Biopräparate ermöglichen sollen. Dafür sollen fortschrittliche Methoden wie die digitale Modellierung biologischer Systeme, einschließlich künstlicher Intelligenz, sowie eine umfassende Multi-Omics-Analyse zum Einsatz kommen.
„Diese Technologien können erfolgreich in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, darunter in der Land- und Forstwirtschaft, in der chemischen Industrie, Lebensmittel- und Pharmaindustrie“, betonte Wladimir Karanik. Er wies auch darauf hin, dass die belarussisch-chinesische Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Akademien breite Möglichkeiten für den Wissens- und Technologietransfer eröffnet und so zur Entwicklung der Wissenschaft und zur Lösung aktueller Aufgaben in verschiedenen Branchen, vor allem in der Medizin und im Gesundheitswesen, beiträgt.
Belarus ist an den fortschrittlichen Erfahrungen Chinas bei der Entwicklung von Schnelltest-Systemen interessiert. Es geht um die Diagnose sowohl immunologischer als auch allergischer Erkrankungen bei Menschen und Tieren. Eine ebenso wichtige Kooperationsrichtung ist die Untersuchung innovativer Ansätze zur Entwicklung von DNA- und RNA-Impfstoffen, die neue Horizonte für die Prävention einer Vielzahl von Krankheiten eröffnen.
„Unser Besuch im Institut für Biophysik war sehr produktiv. Wir haben einen Einblick in die wichtigsten Forschungsrichtungen erhalten und konnten uns persönlich ein Bild von der Arbeit mehrerer Labore machen. Besonderes Interesse weckte das Protein-Engineering. Hier nutzen Wissenschaftler modernste Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz, um neue Enzyme zu schaffen. Diese künstlich entwickelten Proteine sind in der Lage, Reaktionen zu katalysieren, die in der Natur nicht vorkommen“, sagte Wladimir Karanik.
Die zweite wichtige Richtung, so der NAN-Vorsitzende, hängt mit der Untersuchung von Methylierungsprozessen zusammen.
"Diese Forschung ist für die Reproduktionsmedizin von großer Bedeutung, da sie darauf abzielt, die Erfolgsrate von IVF-Behandlungen zu erhöhen, indem die Chancen auf Implantation und weitere Entwicklung der Embryonen verbessert werden. Wir haben uns auch mit der Analyse von Gehirnaktivität vertraut gemacht“, betonte Wladimir Karanik.
Der Leiter der Akademie der Wissenschaften teilte außerdem mit, dass chinesische Kollegen im Anschluss an das Treffen im Institut für Mikrobiologie die Initiative ergriffen haben, Belarus als Vollmitglied in die Internationale Vereinigung der Mikroorganismen-Datenbanken aufzunehmen. Darüber hinaus sind sie bereit, unser Land bei der Erstellung eines Katalogs wirtschaftlich wertvoller Mikroorganismen zu unterstützen, was Möglichkeiten für deren internationale Verbreitung eröffnen wird.
