SWETLOGORSK, 13. Mai (BelTA) – Die neue Produktionslinie für Kraftsackpapier im Zellstoff- und Kartonkombinat Swetlogorsk soll im Dezember 2026 in Betrieb gehen. Das gab der stellvertretende Generaldirektor des Unternehmens, Alexander Kuprejew, gegenüber Journalisten bekannt.
Das Zellstoff- und Kartonkombinat Swetlogorsk setzt seine Strategie der nachhaltigen Entwicklung und des Ausbaus seiner Produktionskapazitäten fort. Mit einem Investitionsprogramm will das Unternehmen Ende 2026 eine moderne Anlage für mikrogewelltes Kraftsackpapier in Betrieb nehmen. Das Projekt wird im Rahmen der Weisungen des Staatschefs umgesetzt, wonach Fertigerzeugnisse mit höherer Wertschöpfung hergestellt werden sollen – nicht nur Rohstoffe.
„Bis Ende Dezember planen wir die erste Produktion in dieser Anlage. Es handelt sich um ein importsubstituierendes Projekt, daher steht zunächst die Versorgung der belarussischen Partner im Vordergrund. Natürlich wird ein erheblicher Teil exportiert. Die Hauptabsatzmärkte sind Afrika, China und andere“, sagte der stellvertretende Direktor für kaufmännische Angelegenheiten und betonte, dass es sich um eine für Belarus einmalige Produktion handele.
Das Projekt sieht die Herstellung hochwertigen Kraftsackpapiers aus eigener Zellulose vor – sowohl braunes als auch gebleichtes Kraftpapier mit einem Flächengewicht von 50 bis 110 g/m². Damit werde das Produktsortiment deutlich erweitert und die Marktposition des Unternehmens im In- und Ausland gestärkt.
Die neue Anlage markiert einen wichtigen Schritt der technologischen Erneuerung des Kombinats. Die Verwendung eigener Zellulose gewährleistet volle Kontrolle über die Rohstoffqualität und gleichbleibende Produkteigenschaften. Der Einsatz moderner Mikrokrepp-Technologie ermöglicht die Herstellung robuster, flexibler und umweltfreundlicher Verpackungspapiere, die in vielen Branchen gefragt sind.
Das Kraftsackpapier soll für robuste Verpackungen von Schüttgütern verwendet werden – etwa für Mehl, Zucker, Milchpulver, Mischfutter, Zement, Trockenbaumischungen und Ähnliches. Nach ersten Schätzungen sollen etwa 80 Prozent der Produktion exportiert werden. Die Absatzmärkte seien erschlossen, hieß es im Unternehmen.
Großen Wert legt das Projekt auf Umweltstandards. Die Produktion des mikrogewellten Kraftsackpapiers entspricht modernen Anforderungen an die Reduzierung der Umweltbelastung und folgt damit dem weltweiten Trend zu umweltfreundlicher Verpackung und nachhaltiger Entwicklung.
Das Vorhaben deckt sich voll und ganz mit den strategischen Prioritäten des Kombinats: Importsubstitution voranzutreiben, den Anteil hochwertiger Produkte zu erhöhen und das Exportpotenzial zu stärken. Die Fertigung von Kraftsackpapier aus eigener Zellulose verringert die Abhängigkeit von externen Lieferanten und steigert die Wettbewerbsfähigkeit.
Die geplante Kapazität liegt bei 160.000 Tonnen pro Jahr. Diesen Wert will das Zellstoff- und Kartonkombinat Swetlogorsk bereits 2027 erreichen.
Heute besucht Premierminister Alexander Turtschin das Swetlogorsker ZPK. Hauptziel des Besuchs ist es, systematische Lösungen zur Stabilisierung des Betriebs zu erarbeiten. Wie berichtet, war die Unterstützung des Kombinats eines der Themen einer kürzlichen Beratung beim belarussischen Präsidenten mit der Regierungsführung. Unter anderem stand am 5. Mai der Entwurf einer Regierungsverordnung über die Bereitstellung von Mitteln aus dem staatlichen zweckgebundenen Haushaltsfonds für nationale Entwicklung an das Zellstoff- und Kartonkombinat Swetlogorsk auf der Tagesordnung.
Nach der Beratung betonte Alexander Turtschin, dass diese Problematik auf einer breiteren Ebene untersucht werden müsse. Das Problem betreffe nicht nur dieses eine Unternehmen, sondern trete regelmäßig in verschiedenen Produktionsbetrieben auf. „Vielleicht sollte man über eine systematische Regelung für die Zahlungen an den Fonds für nationale Entwicklung nachdenken, damit wir nicht so oft zum Staatsoberhaupt gehen müssten“, unterstrich der Premierminister.
Eine Beratung wird der Erörterung der Gesamtstrategie und der entsprechenden Ansätze zu dieser Frage gewidmet sein.
„Im Jahr 2025 hat das Zellstoff- und Kartonkombinat Swetlogorsk profitabel gearbeitet und Gewinn erzielt. Entscheidend ist die Versorgung des Binnenmarkts mit Produkten. Daher werden fast 50 Prozent der Erzeugnisse auf dem lokalen Markt abgesetzt, der Rest geht in den Export“, betonte Alexander Kuprejew. Die wichtigsten Produkte des Zellstoff- und Kartonkombinates Swetlogorsk sind Sulfatzellstoff (Anteil an der gesamten Industrieproduktion 83,6 Prozent), Papier und Karton (3,5 Prozent), Wellpappe und Transportkartonagen (6,4 Prozent) sowie Sonstiges (6,5 Prozent). Exportlieferungen bestehen nach Russland, China, Ungarn, in die Türkei, nach Usbekistan, in den Iran und in andere Länder.
