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19 Mai 2026, 15:59

Industrie, Bildung und Transport. Was erörterte der Ministerrat des Unionsstaates in Pskow

PSKOW, 19. Mai (BelTA) – Die Unterstützung von Industrieprojekten, die Schaffung eines einheitlichen Transport- und Bildungsraums – diese Themen wurden auf der Sitzung der Hochrangigen Gruppe des Ministerrats des Unionsstaates in Pskow erörtert. Das teilte der Staatssekretär des Unionsstaates, Sergej Glasjew, in einem Pressestatement im Anschluss an die Sitzung mit.
Die Teilnehmer der Sitzung erinnerten daran, dass der Unionsstaat in diesem Jahr sein 30. Gründungsjahr feiert. „In diesen 30 Jahren haben wir einen gemeinsamen sozioökonomischen, wissenschaftlich-bildungspolitischen, kulturellen, informativen und verteidigungspolitischen Raum geschaffen. Wir werden weiterhin unsere technologische Souveränität stärken und Bedingungen für ein würdiges Leben unserer Bürger schaffen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Alexej Owertschuk, und fügte hinzu, dass derzeit auch die Hauptrichtungen der Zusammenarbeit im Rahmen des Unionsstaates für die Jahre 2027–2029 erörtert werden.
Er betonte, dass Belarus und Russland langjährige Handelspartner seien; der gegenseitige Warenumsatz wachse jährlich und habe im vergangenen Jahr fast 52 Milliarden US-Dollar erreicht. „Die Exporte nach Belarus belaufen sich auf fast 25 Milliarden US-Dollar, die Importe aus Belarus auf 27 Milliarden US-Dollar“, informierte Owertschuk. „In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg der Warenumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7% und erreichte bereits fast 13 Milliarden US-Dollar.“
Der stellvertretende Regierungschef Russlands betonte, dass die Abwicklung von Handelsgeschäften überwiegend auf nationale Währungen umgestellt worden sei. Alexej Owertschuk erklärte zudem, dass daran gearbeitet werde, Produkten beider Länder den Status der „Unionsware“ zu verleihen. Prioritäre Bereiche seien hier die Mikroelektronik, der Automobilbau, der Spezialmaschinenbau und die Metallurgie. Auch die Umsetzung von Projekten mit finanzieller Unterstützung der Eurasischen Wirtschaftsunion im Maschinenbau, in der Computertechnik und anderen Bereichen werde fortgesetzt.

Der Touristenstrom zwischen Belarus und Russland wachse, kulturelle und humanitäre Beziehungen würden ausgebaut. In den Jahren 2026–2027 sollen in russischen Regionen mit Unterstützung des Unionsstaates Requiem-Konzerte „Jeder Dritte“ organisiert werden. Sie werden darüber erzählen, welche Opfer Belarus während des Großen Vaterländischen Krieges zu erleiden hatte. Die Leiterin der Hauptabteilung für staatliche spezielle Kulturveranstaltungen und professionelle Kunst des belarussischen Kulturministeriums, Jekaterina Ussowa, erklärte, das Konzert umfasse thematische Musikwerke sowie dokumentarische Wochenschauen aus Kriegs- und Nachkriegsjahren, Fotografien und historische Fakten über die Zahl der betroffenen Belarussen. Seit seiner Entstehung – die Erstaufführung fand im Jahr des 80. Jahrestages der Befreiung von Belarus von den deutsch-faschistischen Eroberern statt – hätten allein im Präsenzformat etwa 30.000 Menschen im In- und Ausland das Konzert gesehen. Über 100 Künstler im Alter von 6 bis 70 Jahren bilden die kreative Gruppe des Projekts. Aus dem Haushalt des Unionsstaates werden für diese Veranstaltung 150 Millionen russische Rubel (etwa 5,733 Millionen belarussische Rubel) bereitgestellt. In diesem Jahr werde das Requiem-Konzert „Jeder Dritte“ in fünf russischen Städten stattfinden – in Nischni Nowgorod, Ufa, Jekaterinburg, Tscheljabinsk und Nowosibirsk. Die Gastspiele beginnen im September und dauern bis Dezember.

Auf der Sitzung wurde auch die weitere Gestaltung eines einheitlichen, nahtlosen Transportraums des Unionsstaates thematisiert. Seit dem 2. April dieses Jahres verkehren Vorortzüge zwischen Smolensk und Orscha sowie zwischen Smolensk und Witebsk. Der Staatssekretär – stellvertretender Verkehrsminister der Russischen Föderation, Dmitrij Swerew, sagte, dass nach anderthalb Monaten auf den beiden grenzüberschreitenden Strecken mehr als 11.600 Fahrgäste befördert worden seien. „Für uns ist es grundlegend, dass auch Fahrgäste befördert werden, die allerlei Ermäßigungen in Anspruch nehmen dürfen“, sagte er und fügte hinzu, dass der Fahrpreis bis zu 500 russischen Rubel (etwas mehr als 19 belarussische Rubel) betrage – ähnlich wie auf vielen anderen Vorortstrecken in Russland.
Das Fahrgastaufkommen auf diesen Strecken sei etwas geringer als erwartet, doch Experten erklärten dies mit unzureichender Information der Bürger. In der Sitzung wurde vorgeschlagen, grenzüberschreitende Fahrten mit komfortablen modernen Zügen in touristische Routen durch die Regionen von Belarus und Russland aufzunehmen. Der erste stellvertretende Mnister für Verkehr und Kommunikationen, Grigori Glasko, brachte einen weiteren Vorschlag ein – einen zusätzlichen dreiminütigen Halt in Liosno.

Neue Strecken sollen eingeführt werden: zwischen Welikije Luki und Polozk, Welilije Luki und Witebsk, zwischen Brjansk und Gomel. 

Die Schaffung eines einheitlichen Transportkorridors zwischen Belarus und Russland sieht des Weiteren vor, direkte Flugverbindungen zwischen den belarussischen und russischen Regionen einzuführen. 

Der Staatssekretär des Unionsstaates, Sergej Glasjew, ging auf noch ein Thema der Sitzung ein, die Finanzierung von Unionsprojekten. „Wir haben über 20 Projekte geprüft. Sie alle sind sehr wichtig. Es gibt konkrete Fragen zu gemeinsamen Projekten in der Industrie. Erörtert wurden groß angelegte Projekte wie die Fortsetzung der Arbeit von Betrieben der petrochemischen Industrie, die Probleme mit dem Warenabsatz haben. Probleme der Leichtindustrie wurden angesprochen. Auch die Durchführung kultureller Veranstaltungen wurden behandelt“, sagte er.

Sergej Glasjew betonte, dass im Bereich der Schaffung eines einheitlichen Transportraums ein wichtiger Schritt zu machen sei – der Schnellzugverkehr zwischen Pskow und Witebsk. „Das Verkehrsministerium ist bereit, noch in diesem Jahr mit der Umsetzung dieses Pilotprojekts zu beginnen“, so der Staatssekretär des Unionsstaates.

Darüber hinaus wurden auf der Sitzung Themen der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Tourismus angesprochen. „Die Sitzung der Hochrangigen Gruppe war produktiv. Ich hoffe, dass wir auch für die Region Pskow eine Reihe von Beschlüssen umsetzen können“, fasste Sergej Glasjew zusammen.
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