MINSK, 15. Mai (BelTA) – Belarus betrachtet BRICS als strategische Plattform für die Zukunft. Dies erklärte der erste stellvertretende Außenminister Sergej Lukaschewitsch, der die belarussische Delegation beim BRICS-Außenministertreffen in Neu-Delhi leitet, im Interview mit der indischen Tageszeitung The Economic Times.
„Im gegenwärtigen geopolitischen Kontext bleibt BRICS eine angesehene internationale Plattform, die darauf abzielt, die Kräfte einer großen Gruppe von Staaten zu bündeln, die als Globaler Süden oder Globale Mehrheit bekannt sind, und eine echte Multipolarität, Gleichberechtigung, gegenseitigen Respekt und Inklusivität in den internationalen Beziehungen zu fördern“, betonte der erste stellvertretende Aßenminister.
Die Erlangung des Status eines BRICS-Partnerstaates im Jahr 2024 bezeichnete er als bedeutendes und wichtiges Ereignis. „Dennoch ist unser unmittelbares Ziel die Aufnahme als Vollmitglied in BRICS, sobald die Vereinigung zur Erweiterung bereit ist“, so Sergej Lukaschewitsch. „Wir teilen die gemeinsame Vision der Weltordnung mit der globalen Mehrheit und vertreten einheitliche Ansätze. Heute, da veraltete unipolare Mechanismen ihre Ineffizienz und Politisierung zeigen, gewinnt die Rolle von BRICS als Pfeiler einer multipolaren Welt und integraler Bestandteil einer gerechten Weltordnung entscheidende Bedeutung.“
Nach seinen Worten sei Belarus als BRICS-Partnerstaat bestrebt, sich aktiv an der Arbeit der bestehenden multilateralen Mechanismen der Vereinigung im Format „BRICS+“ zu beteiligen. In diesem Sinne sei das BRICS-Außenministertreffen keine Ausnahme. Die Veranstaltung biete eine hervorragende Plattform zur Erörterung globaler und regionaler Fragen und zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Rahmen von BRICS, so der erste Vizeaußenminister.
Er wies auch auf das enorme Potenzial von BRICS in verschiedenen Bereichen, einschließlich der Wirtschaft, hin. Belarus beispielsweise hoffe, dem Finanzinstitut von BRICS – der Neuen Entwicklungsbank – beizutreten und sich darauf zu konzentrieren, qualitativ hochwertige Bedingungen für die Entwicklung der Handels- und Investitionszusammenarbeit zu schaffen, neue zuverlässige Mechanismen für Finanztransaktionen zu entwickeln und Investitionsprojekte im BRICS-Raum umzusetzen.
„Natürlich sind unsere Interessen und Ambitionen viel breiter. Wir sind zu einer umfassenden Zusammenarbeit im Rahmen von BRICS bereit und rufen die Partnerstaaten zu einer aktiven Beteiligung an der Arbeit der Gruppe auf. Belarus betrachtet BRICS nicht nur als eine Vereinigung, sondern als strategische Plattform für die Zukunft. Vor ihren Mitgliedern stehen ehrgeizige Aufgaben, die koordinierte Anstrengungen erfordern. Belarus ist bestrebt, sich aktiv an dieser wichtigen Arbeit zu beteiligen“, erklärte Sergej Lukaschewitsch.
Mit Blick auf die Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit betonte der erste Vizeaußenminister, dass deren Spektrum erheblich erweitert worden sei. Der Gesamtumsatz von Waren und Dienstleistungen zwischen den Ländern habe nach den Ergebnissen des Jahres 2025 erstmals in der Geschichte die Marke von einer Milliarde US-Dollar überschritten.
Ein Schlüsselbereich der Zusammenarbeit sei die Landwirtschaft. Die Lieferungen von Kalidüngemitteln aus Belarus seien von strategischer Bedeutung für den indischen Agrarsektor und die Ernährungssicherheit. Im Gegenzug sei unser Land am Kauf indischer Agrarerzeugnisse, darunter Gewürze und Tee, interessiert. Zu den neuen Kooperationsbereichen gehöre der Handel mit Meeresfrüchten und deren Verarbeitung.
