KREIS PETRIKOW, 26. April (BelTA) – Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, hat bei seinem Besuch des Milchviehbetriebs „Agro-Ljaskowitschi“ das Schlüsselprinzip für den Bau von Milchviehkomplexen genannt.
Dort wurde ein Milchviehkomplex aus Holzkonstruktionen aus heimischen Rohstoffen in Betrieb genommen. Dem Staatsoberhaupt wurden die neuen Ställe für Jung- und Hauptvieh gezeigt. Der Präsident äußerte sich insgesamt positiv über die durchgeführten Arbeiten: „Gute Räumlichkeiten. Die Kapazitäten sind gut, und sie werden belüftet.“
„Hauptsache, es ist technologisch, bequem für das Vieh und – das Geld. Die Wirtschaftlichkeit muss stimmen“, betonte Alexander Lukaschenko.
Er wies vor allem auf einen rationalen Ansatz hin: Wenn man Neues baue, solle man das Alte nicht aufgeben, nicht zerstören – vor allem solide Gebäude –, sondern sie umrüsten, modernisieren, umfunktionieren. „Wir müssen das Niveau dessen, was wir haben, anheben, das Maximum herausholen. Und dann erst schauen: entweder neue Komplexe bauen oder etwas anderes“, sagte der Präsident.
Dem Staatsoberhaupt wurde versichert, dass genau so verfahren werde. Darüber hinaus seien durch alle Umgestaltungen die Milchproduktionsmengen auf dem Komplex erheblich gestiegen. Der Präsident zweifelte die genannten Zahlen, auch zur Milchproduktion, an und erklärte, dass ihm in diesem Fall die absoluten Zahlen eines einzelnen Wirtschaftssubjekts nicht so wichtig seien. Das sei eher operative Information für die lokale Führung. Für das Staatsoberhaupt sei vielmehr die gesamtwirtschaftliche Effizienz des Komplexes von Bedeutung.
Neben der Milchviehhaltung wies der Präsident die Leitung von „Agro-Ljaskowitschi“ an, die Futterbasis zu entwickeln. Dafür müsse man Ordnung auf dem Land schaffen, die landwirtschaftliche Kultur verbessern und organische sowie mineralische Düngemittel ausbringen.
Bei der Entwicklung von „Agro-Ljaskowitschi“ leistet auf Anordnung des Präsidenten das fortschrittliche Agrarunternehmen „Parochonskoje“ aus dem Kreis Pinsk Unterstützung. Sie teilen Technologien sowohl im Bau und in der Haltung von Viehanlagen als auch im Pflanzenbau. „Man muss, ohne etwas zu erfinden, seine (die Erfahrung von ‚Parochonskoje‘) kopieren“, bemerkte Alexander Lukaschenko.
Zur Sprache kam auch der Bau von Kälberaufzuchtställen im Gebiet Gomel insgesamt. Wie der Vorsitzende des Gebietsexekutivkomitees von Gomel, Iwan Krupko, berichtete, sollen in diesem Jahr in der Region 160 Kälberställe gebaut werden. Die Arbeiten hätten bereits begonnen, für Juli sei die Inbetriebnahme geplant. Laut Iwan Krupko betragen die Kosten für einen Stall durchschnittlich 360.000 Rubel.
Dem Präsidenten wurde ein Kälberstall in „Agro-Ljaskowitschi“ gezeigt, der auf Metallkonstruktionen basiert. Dessen Kosten beliefen sich auf 810.000 Rubel. Daraufhin fragte der belarussische Präsident zu Recht, welchen Sinn es habe, einen Kälberstall doppelt so teuer zu bauen, und legte seinen Ansatz für den Bau solcher Anlagen dar: „Alles muss billig und funktional sein. Wir brauchen keine überflüssigen Bauten. Wir brauchen nicht die Quadratmeter, wir brauchen einen funktionalen Kälberstall für eine bestimmte Anzahl von Tieren. Wir müssen uns mit den Gouverneuren abstimmen (das ist natürlich deren Sache), aber warum doppelt so teuer bauen?“
Alexander Lukaschenko betonte, dass es in Belarus große Mengen an Holz gebe, das manchmal einfach verrotte. Der Präsident merkte an, dass es unter anderem für den Bau solcher Anlagen genutzt werden könnte. Und obwohl ein hölzerner Kälberstall weniger lange halten würde als ein metallener, spare er Geld. „Bei uns verrottet der Holzbestand an den Waldschneisen. Bauen Sie einen Kälberstall, er hält 20 % kürzer als dieser (der metallene - Anm. BelTA) – bauen wir einen neuen. Vielleicht werden wir ja reicher. Darüber denke ich nach, das ist meine Philosophie“, sagte Alexander Lukaschenko.
Gleichzeitig, betonte er, könnten die Betriebe aus eigenen Mitteln „Paläste“ für Kälber bauen. „Doppelt so teure ‚Paläste‘ zu bauen… Wenn es aus eigenem Geld ist, werde ich teure ‚Paläste‘ für diese Kleinen begrüßen“, fügte Alexander Lukaschenko hinzu. Was Haushaltsmittel angehe, sollten sie rational ausgegeben werden, stellte er fest.
Das Staatsoberhaupt wollte die Meinung eines Mannes vom Land zu hölzernen und metallenen Kälberställen hören. Er wandte sich an den Vorsitzenden des Kreisexekutivkomitees Mosyr, Alexander Weremejew, der zuvor einen landwirtschaftlichen Betrieb geleitet hatte. Wie er erläuterte, müsse man sich beim Bau von Kälberställen an der Anzahl der Milchkühe orientieren. Der Kälberstall auf Metallbasis in „Agro-Ljaskowitschi“ sei für etwa 1.000 Milchkühe ausgelegt worden.
„Ich sage nicht, dass er schlecht ist – ein herrlicher Kälberstall. Technologisch vernünftig gemacht – die Kälberboxen auf Rädern, man kann sie beliebig verschieben. Technologisch sehr vernünftig. Aber man muss die Übertreibungen erkennen. Das ist vielleicht ein Aufzuchtstall (der metallene Kälberstall in ‚Agro-Ljaskowitschi‘ - Anm. BelTA). Aber wir brauchen Kälberställe mit Blick auf Langlebigkeit, Funktionalität und Technologie“, betonte Alexander Lukaschenko.
Dabei wies das Staatsoberhaupt erneut auf die Notwendigkeit hin, bei solchen Bauvorhaben einen vernünftigen Ansatz zu verfolgen: „Man muss den Preis kalkulieren, wo das Geld herkommt. Ich kann mit Geld umgehen. Die Kälberställe müssen billig und technologisch sein.“
Alexander Lukaschenko wies auch auf den erheblichen Anteil der Baukosten für die Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs hin, der auf die Honorare der Bauunternehmen entfällt. „Das ist das Problem unserer großen Bauorganisationen. Und hier, Wassili Nikolajewitsch (Vorsitzender des Komitees für Staatskontrolle, Wassili Gerassimow), müssen wir ernsthaft in der Regierung darüber nachdenken: Sie werden es so weit treiben, dass die Leute sich von ihnen abwenden werden. Die Regierung muss sich damit befassen“, gab er als Anweisung.
